Das ehemalige Kloster-Gebäude ist weg, hier entsteht die neue Kindertagesstätte der Gemeinde Walpertskirchen. Der Gemeinderat hatte sich nun mit der Förderung einer integrativen Einrichtung im Kindergarten St. Erhard und mit dem Trägerwechsel des Zwergerlgartens zu befassen.
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Das ehemalige Kloster-Gebäude ist weg, hier entsteht die neue Kindertagesstätte der Gemeinde Walpertskirchen. Der Gemeinderat hatte sich nun mit der Förderung einer integrativen Einrichtung im Kindergarten St. Erhard und mit dem Trägerwechsel des Zwergerlgartens zu befassen.

Kirche zieht sich aus rechtlichen Gründen zurück

Gemeinde Walpertskirchen sucht Träger für den Zwergerlgarten

Die Gemeinde Walpertskirchen muss für den Zwergerlgarten einen neuen Träger suchen. Die Kirche zieht sich aus rechtlichen Gründen zurück.

Walpertskirchen– Ja zur weiteren Förderung einer integrativen Einrichtung im katholischen Kindergarten St. Erhard im bisherigen Umfang und Ja zur Fortführung des Zwergerlgartens unter anderer Trägerschaft: Diese Weichen für die Kinderbetreuung stellte der Walpertskirchener Gemeinderat.

Der Antrag des Kindergartens auf die Fortführung der integrativen Einrichtung wurde damit begründet, dass weiterhin vier Kinder mit Einzelintegrationsbedarf gefördert würden. Alle Kinder seien aktuell in der Gemeinde wohnhaft. Seit September 2018 würden durchschnittlich drei bis vier integrative Kinder betreut. Die Stelle soll aufgrund der weiterhin hohen Einzelintegrationszahl erhalten bleiben.

Die Gemeinde hatte den Antrag, der jedes Jahr neu gestellt werden muss, bereits für die vergangenen drei Kindergartenjahre bewilligt. Mit Blick auf die Corona-Krise und deren Kosten mahnte Bürgermeister Franz Hörmann (CSU) jedoch einen Sparkurs an, sodass die Stelle nicht wie jetzt gewünscht auf 50 Prozent angehoben, sondern wie bisher bei maximal 40 Prozent und damit bei 15 statt 20 Wochenstunden bleibt.

„Im Bereich der Kinderbetreuung besteht ja immer Personalmangel“, führte Katharina Bublak (FW) ins Feld und fragte, ob denn die Gemeinde keine Sorge habe, dass die Fachkraft woandershin gehe, wenn die Aufstockung auf 50 Prozent verweigert werde. Vize-Bürgermeister und Verbundspfleger Josef Renner (CSU) erwiderte, dass die Fachkraft von einem anderen Arbeitgeber für die Integrationskinder in Walpertskirchen angefordert werde.

In integrativen Einrichtungen sind laut Beschlussvorlage Kinder mit körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung beziehungsweise drohender Behinderung untergebracht. Ab drei integrativen Kindern besteht die Möglichkeit der individuellen Förderung. Eine zusätzliche Betreuungskraft speziell für integrative Kinder bedeute „eine enorme Qualitätssteigerung für den Kindergarten“. Auch könnten sich die übrigen Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen mehr den anderen Kindern in der Einrichtung widmen. 40 Prozent der Kosten würden von der Regierung von Oberbayern, 40 Prozent von der Gemeinde und 20 Prozent vom Kindergarten Walpertskirchen getragen. Aufgrund des Defizitübernahmevertrags finanziere die Kommune aber auch den Großteil des Kindergartenanteils.

Wie geht’s weiter mit dem Zwergerlgarten? Auch das war eine zentrale Frage zur Zukunft der Kinderbetreuung, die in der Sitzung diskutiert wurde. Die Einrichtung wurde 2008 über eine Elterninitiative ins Leben gerufen, die Gemeinde stellte kostenlos Räumlichkeiten in der Schule bereit. Bisher lief der Zwergerlgarten unter kirchlicher Trägerschaft. Das sei aus rechtlichen Gründen hinsichtlich des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (BayKiBiG) nicht mehr über die Kirchenstiftung zu regeln, erläuterte Josef Renner. „Die Eltern der Kinder sind informiert worden, dass es den Zwergerlgarten nicht mehr unter der Trägerschaft der Kirche gibt“, ergänzte Bürgermeister Franz Hörmann (CSU).

Josef Glockshuber (FW) kritisierte die Kirche an sich, dass sie aus der Verantwortung gehe. Renner versicherte, dass die Kirchenstiftung nach Möglichkeiten gesucht habe, es aber keine Lösung gebe. Die einhellige Meinung im Gremium war, für den weiteren Betrieb des Zwergerlgartens einen neuen Weg auf gemeindlicher Ebene zu suchen. „Von mir gibt’s ein klares Ja“, sagte Hörmann und dankte allen, die sich hier bisher engagiert haben.

Die kostendeckende Einrichtung hat zweimal wöchentlich jeweils drei Stunden geöffnet. Sie bereitet die Kleinen behutsam auf den Kindergarten vor und schafft den Eltern Freiräume für dringende Erledigungen. Der Zwergerlgarten sei „ein guter Puffer, um das Thema Krippe gut händeln zu können“, argumentierte der Gemeindechef: Man benötige bisher keine zweite Krippengruppe.

Auch die Fassadengestaltung des sechsgruppigen Kindergartenneubaus in der Ortsmitte in Vollholz stand auf der Tagesordnung und soll im Bauausschuss endgültig festgelegt werden. In der Sitzung vor der Sommerpause entscheidet dann der Gemeinderat darüber.

Vroni Vogel

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