Gemeinderat Walpertskirchen 

Ein Elektrofahrzeug als Schulbus und für die Vereine

Einen auf die aktuellen Erfordernisse zugeschnittenen und kostengünstigen Weg beschreitet die Gemeinde Walpertskirchen bei der Schülerbeförderung: Man will die relativ wenigen Kinder mit einem eigenen, werbefinanzierten Elektrofahrzeug und eigenem Personal befördern.

Walpertskirchen – In der Gemeinderatssitzung stellte Bürgermeister Franz Hörmann das Konzept vor. Der Gemeindechef informierte seine Ratsmitglieder, dass der derzeitige Vertrag zur Schülerbeförderung im Herbst 2018 auslaufe und daher neu ausgeschrieben werden müsse. „Zwei Entwicklungen sind hierbei zu beachten“, erklärte Hörmann: Durch die Offene Ganztagsschule bestehe eine zusätzlicher Beförderungsbedarf am Nachmittag mit bis zu zwei zusätzlichen Fahrten täglich. Dabei belaufe sich die Gesamtzahl mit etwa 15 Kindern in einem überschaubaren Rahmen. Dieser zusätzliche Bedarf für wenige Kinder mit Beförderungsanspruch lasse „einen weiteren Anstieg des Defizits in der Schülerbeförderung erwarten“. Denn die Gemeinde erhalte aufgrund der geringen Schülerzahlen lediglich einen Zuschuss von 40 Prozent der Gesamtkosten nach dem Härtefallausgleich.

Um hier eine gute Lösung zu schaffen, entschied sich der Gemeinderat dafür, einen Vertrag über ein werbefinanziertes Elektrofahrzeug mit sieben Sitzen abzuschließen, wobei das Fahrzeug letztlich ins Eigentum der Kommune übergehe. „Die Gemeinde kann frei über das Fahrzeug verfügen und es in Eigenregie ganz nach den eigenen Bedürfnissen einsetzen“, erläuterte Hörmann.

Start zum nächsten Schuljahr

Primär sei der Wagen dafür gedacht, die bis zu fünf Nachmittagsfahrten selbst zu organisieren. Darüber hinaus stehe das Fahrzeug, insbesondere an den Wochenenden, den örtlichen Vereinen zur Verfügung. Die laufenden Unterhaltskosten werde die Gemeinde tragen.

Der lokale Stromversorger habe Bereitschaft signalisiert, eine Ladestation einzurichten. Für die benötigte Morgenfahrt habe man Gespräche mit Busunternehmen geführt, die grundsätzlich Interesse bekundet hätten, diese Fahrt und eventuelle Zusatzfahrten für den Sport, den Schwimmbadbesuch und die Verkehrserziehung anzubieten.

Bei der Neuorganisation der Schülerbeförderung strebt die Gemeinde an, den Unterrichtsbeginn der Grundschule wieder auf 8 Uhr zu verschieben. So könne man im schulübergreifenden Fachunterricht erneut auf parallel laufende Unterrichtszeiten kommen. Weiter habe diese Neuorganisation für viele Schüler den Vorteil, dass sie erst später aus dem Haus gehen müssten. Ziel ist es, mit der neu organisierten Schülerbeförderung im Herbst 2018 in das neue Schuljahr starten zu können. 

Vroni Vogel

Rubriklistenbild: © dpa

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