Gemeinderat Walpertskirchen

Wasserpreis steigt auf über einen Euro

Walpertskirchen – Die Gemeinde Walpertskirchen dreht gehörig an der Gebührenschraube: Wasser und Abwasser werden ab Januar um einiges teurer.

Zwei Gebührenerhöhungen beschloss der Walpertskirchener Gemeinderat einstimmig in seiner Sitzung am Donnerstagabend: die Anhebung der Wassergebühr von 80 Cent auf 1,05 Euro pro Kubikmeter und die Erhöhung der Abwassergebühr von 1,60 Euro auf 2,60 Euro pro Kubikmeter für Mischwasser. Für reines Schmutzwasser wird die Gebühr von 1,30 Euro auf 2,10 Euro angehoben. Die Regelungen gelten von Januar 2017 bis Ende 2020.

Bürgermeister Franz Hörmann (CSU) war klar, dass diese Erhöhungen „keine großen Freudensprünge“ auslösen dürften und „keine schöne Entwicklung“ seien. Der Gemeindechef erläuterte, weshalb die Anhebung jedoch unumgänglich sei. Ein Grund liege darin, dass der Verlängerungsvertrag mit dem Wasserlieferanten, den Stadtwerken Erding, eine deutliche Kostenerhöhung mit sich bringe. Positiv am neuen Vertrag sei, dass man seitens der Stadtwerke auf die Forderungen der Gemeinde „vollumfänglich“ eingegangen sei. So sei vertraglich eine Gleichstellung von Erding und Walpertskirchen bei eventuellen Wasserengpässen vereinbart worden. „Die Gemeinde wird bei Störungen nicht schlechter gestellt als die Stadt Erding“, heißt es im Vertrag.

Bei der Abwasserentsorgung hat Walpertskirchen in den nächsten Jahren immense Kosten zu schultern. Diese Information hatte Hörmann bereits in der Bürgerversammlung gegeben. Um erneut die wasserrechtliche Erlaubnis für den Betrieb der Kläranlage zu bekommen, die alle 20 Jahre überprüft wird, sei es erforderlich, in den nächsten Jahren drei Entlastungsbauwerke zu errichten, da zu viel Mischwasseranteil festgestellt worden sei.

Hörmann: „Die Regenereignisse haben sich verschärft.“ Die Kläranlage könne die Wassermengen bei Starkregen nicht mehr verarbeiten. Für die drei Stauraumkanäle kalkuliere man mit Kosten von einer Million Euro. Zudem müsse die Kläranlage mit Blick auf die weitere Siedlungsentwicklung neu berechnet werden. Außerdem sei es notwendig, den schadhaften Kanal von Neufahrn zu sanieren.

Über die Erhöhung der Abwassergebühr will die Gemeinde mit 360 000 Euro die Rücklagen aufstocken, um den einmaligen Verbesserungsbeitrag, der die Bürger zudem am Ende des Kalkulationszeitraums erwartet, möglichst gering zu halten. Die Finanzierung der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung müsse kostendeckend erfolgen und auf die Bewohner umgelegt werden, soe die Verwaltung.

Man müsse die gravierenden Kostensteigerungen den Bürgern erklären, forderten Gemeinderat Jochen Göß (CSU) und Peter Kazmierczak (SPD). Hörmann sagte: „Wir versuchen im Interesse der Bürger zu handeln.“ Anfang Januar will die Gemeinde zu diesem Thema einen eigenen Flyer herausgeben.

Vroni Vogel

Rubriklistenbild: © dpa

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