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Hilfe in Härtefällen

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Einsatzleiterin Beate Aust und Vorsitzende Rita Reichwein von der Nachbarschaftshilfe Walpertskirchen (v.l.)
Unterstützung in der schwierigen Corona-Zeit bietet die Nachbarschaftshilfe Walpertskirchen mit (v.l.) Einsatzleiterin Beate Aust und Vorsitzender Rita Reichwein an. Das Leserhilfswerk „Licht in die Herzen“ unterstützt diese Arbeit. © Vroni Vogel

Alleinerziehende und pflegende Angehörige gehören zu den Menschen, die von der Corona-Krise oft besonders betroffen sind. Die Nachbarschaftshilfe Walpertskirchen will ihnen helfen.

Walpertskirchen – Das Corona-Jahr hat für bestimmte Berufsgruppen bedrohliche Einbußen zur Folge. Alleinerziehende, die sich und ihre Familie mit einem einzigen Einkommen über die Runden bringen müssen, sind besonders betroffen. Aber auch für Menschen, die daheim Angehörige pflegen oder ein schwerkrankes Kind betreuen, hat die Pandemie zusätzlich zu den persönlichen Sorgen und dem ständigen Einsatz für die Liebsten erschwerte Bedingungen mit sich gebracht.

„Die Nachbarschaftshilfe würde gerne helfen und bei finanziellen Härtefällen unterstützen“, betont die Walpertskirchener Vorsitzende Rita Reichwein im Gespräch mit unserer Zeitung. In einem abgesteckten Rahmen könne man durchaus helfen.

„Es ist davon auszugehen, dass durch Corona Menschen beruflich stark geschädigt wurden“, sagt Reichwein. Das Problem dabei: Die Not sei leise, die Schamgrenze groß. Während des Krisenjahrs mit seiner gebremsten Kommunikation sei es noch schwieriger geworden, Kontakte zu bedürftigen Mitmenschen herzustellen. „Man kriegt es oft nicht mit, wenn Leute Hilfe brauchen.“ Deshalb appelliert Reichwein an Betroffene, sich bei der Nachbarschaftshilfe zu melden. Man sei zur Verschwiegenheit verpflichtet. Durch E-Mail-Austausch mit anderen Nachbarschaftshilfen im Landkreis weiß Reichwein, dass viele Probleme heuer ähnlich gelagert sind.

„Die Pflege zuhause während Corona ist herausfordernd“

„Die Leute sollen sich an unsere Nachbarschaftshilfe wenden“, bittet auch Einsatzleiterin Beate Aust. Man könne beispielsweise unterstützend bei der Finanzierung des Kindergarten- und Schulessens helfen. „Für Kinder können auch Vereinsbeiträge übernommen werden“, sagt sie. Außerdem möchte der gemeinnützige Verein heuer die große Leistung von pflegenden Angehörigen besonders honorieren – eine verantwortungsvolle, oft auch kräftezehrende Aufgabe in einem „sehr anstrengenden Jahr“, so Aust. Denn: „Die Pflege zuhause während Corona ist herausfordernd.“

Die beiden Frontfrauen der Nachbarschaftshilfe verweisen bei ihrem Arbeitsbericht auf die eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten durch die Pandemie. Aust erläutert die grundsätzliche Schwierigkeit bei der Koordination und Vergabe von Einsätzen: Corona dürfe nicht in die Familien getragen werden, und die Helfenden seien vor Ansteckung zu schützen. Hier sei man immer mit der „Abwägungsfrage“ konfrontiert. Es seien zudem heuer wesentlich weniger Dienste in Anspruch genommen worden – wohl nicht zuletzt aus Angst vor Ansteckung.

Nachbarschaftshilfe Walpertskirchen: Rund 170 Mitglieder

Die Walpertskirchener Nachbarschaftshilfe, die gut 170 Mitglieder zählt, ist dennoch aktiv geblieben und hat beispielsweise rund 300 Masken genäht, die unter anderem an Kinder und betagte Menschen kostenlos abgegeben wurden. Auch die Versorgung der Senioren über die Schulküche, deren Lieferung in die eigenen vier Wände ehrenamtlich von den Aktiven der Nachbarschaftshilfe geleistet wird, laufe gut und sei ein „wichtiger Versorgungsbaustein“.

Doch unbeschwertes Miteinander war nicht möglich. „Das ganze Jahresprogramm ist leider ausgefallen“, bedauert Aust – keine Vorträge, keine Seniorenausflüge, keine geselligen, keine kulturellen Veranstaltungen. Mit einer süßen Geste reagierte die Gemeinde auf den Veranstaltungsmangel in dieser außergewöhnlichen Zeit: Ein nettes Schreiben ging an alle älteren Mitmenschen in Walpertskirchen, unterzeichnet von Bürgermeister Franz Hörmann, den Seniorenreferenten Rita Reichwein und Anton Renner sowie der Landjugend. Darin heißt es: „Wir bedauern, dass wir Ihnen in diesem Jahr leider keine Adventsfeier anbieten können. Als kleinen Ersatz erhalten Sie einen schokoladigen Gruß, der Ihnen den Advent ein wenig versüßen soll.“ Der Brief ist mit einer Tafel Schokolade sowie einem selbst ausgedachten Quiz der Landjugend bestückt. Es gibt auch Preise zu gewinnen, die kontaktlos an die Gewinnerinnen und Gewinner gehen.

Licht in die Herzen

Das Leserhilfswerk des Erdinger/ Dorfener Anzeiger unterstützt die Arbeit der Nachbarschaftshilfe Walpertskirchen. Spenden sind auf das Konto (Nummer 17 111) bei der Sparkasse Erding möglich. Kontoinhaber: Zeitungsverlag Oberbayern. IBAN: DE54 7005 1995 0000 0171 11. Auf Wunsch werden Spendenquittungen ausgestellt. Dies vermerken Sie bitte mit Ihrer Adresse auf dem Überweisungsträger. Die Namen der Spender werden veröffentlicht. Wer dies nicht wünscht, vermerkt es bitte ebenfalls auf der Überweisung.

Vroni Vogel

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