Der Gemeinderat in Walpertskirchen hat sich personell stark verändert. Die Frauenquote sinkt allerdings in der neuen Amtsperiode.
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Der neue Gemeinderat: eine Frau weniger als in der letzten Periode.
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Franz Hörmann (CSU)Der 63-Jährige wurde als Bürgermeister von Walpertskirchen wiedergewählt.
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Josef RennerCSU, 53, Landwirt, 1086 Stimmen
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Jochen GößCSU, 52, stellv. Personalleiter, 891 Stimmen
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Fabian FellermeierCSU, 28, Projektierung Antennenanlagen, 799 Stimmen, neu im GR
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Anton RennerParteifrei/CSU, 51, Landmaschinenmechaniker, 699 Stimmen, neu im GR
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Josef HeilmeierCSU, 46, Einzelhandelskaufmann, 571 Stimmen, neu im GR
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Ingrid RennerCSU, 43 Hauswirtschafterin/Betriebswirtin, 552 Stimmen, neu im GR

Rot-grün im Aufwind, CSU stabil

Walpertskirchen: Die Hälfte des Gemeinderats ist neu

Der Gemeinderat in Walpertskirchen hat sich personell stark verändert. Die Frauenquote sinkt allerdings in der neuen Amtsperiode.

Walpertskirchen – Bisher hat der Walpertskirchener Gemeinderat konstruktiv und fraktionsübergreifend zusammengearbeitet. Das dürfte sich fortsetzen, der Wahlkampf war fair, und das Machtverhältnis im Gremium ist relativ ausgeglichen.

Die CSU hat nach wie vor sechs Sitze und stellt mit Franz Hörmann erneut den Bürgermeister, dessen Arbeit von den Wählern honoriert wurde. Wie berichtet, schenkten ihm 765 Wähler oder 62,9 Prozent ihr Vertrauen. Die CSU selbst bekam 41,7 Prozent der Stimmen.

CSU mit dem Ergebnis zufrieden

CSU-Vorsitzender und Gemeinderat Jochen Göß ist mit diesem Ergebnis durchaus zufrieden. „Wir haben alle Plätze gehalten, obwohl drei Räte aufgehört haben“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Man stehe jetzt vor der positiven Herausforderung, mit den Neuen im Rat die großen anstehenden Projekte zu meistern. Baumaßnahmen in Millionenhöhe wie der kommunale Geschosswohnungsbau und der Kindergartenneubau sind auf den Weg gebracht und müssen vollendet werden. Jetzt gelte es, alle neuen Räte gut zu integrieren und sich intensiv auf die Sachthemen zu verständigen.

Göß weist daraufhin, dass es eine Verjüngung gegeben habe. Das jüngste Ratsmitglied ist der 28-jährige Fabian Fellermeier (CSU), gefolgt von der 31-jährigen Katharina Bublak (FW). „Ich habe mich sehr gefreut, dass ich gleich beim ersten Anlauf so viele Stimmen bekommen habe und in den Gemeinderat gekommen bin“, sagt die Steuerberaterin. „Junge Leute im Gemeinderat“ sei wohl auch ein Wählerwunsch gewesen. „Ich glaube, ich bin jemand, der Brücken bauen kann“, meinte Bublak, die schon aufgrund ihres Berufs „zielorientiert“ arbeite, wie sie selbst sagt.

Wohnraum und Kitaplätze bei den FW auf der Agenda

Das gute Miteinander ist der FW-Rätin sehr wichtig. „Wir Jungen müssen jetzt noch einiges lernen und brauchen die erfahrenen Gemeinderäte.“ Zwei Schwerpunktthemen liegen Bublak besonders am Herzen. Es müsse bezahlbarer Wohnraum für junge Leute geschaffen werden und auch für Ältere, die sich wohnlich verkleinern wollen. Als Berufstätige sei für sie zudem ein erklärtes Ziel, dass die Kinderbetreuung weiter ausgebaut werde, jeder Betreuungsplatz sicher sei, es hier kein „Bangen und Hoffen“ gebe. Nur so bekämen gerade junge Mütter die nötige Planungssicherheit, um in ihrem Beruf bleiben zu können. Außerdem erleichtere ein gutes Gesamtkonzept die partnerschaftliche Aufgabenteilung beider Eltern. Es schaffe „eine Situation, von der alle profitieren – auch die Kinder“.

Die Freien Wähler (30,3 %) haben einen Sitz verloren und sind jetzt mit vier Ratsmitgliedern vertreten. Der Frauenanteil im Gemeinderat verringerte sich um einen von fünf auf vier Sitze.

Rot-grüne Liste schnappt sich einen FW-Sitz

Im Aufwind ist die rot-grüne Liste, die auf 28,0 Prozent der Stimmen kam. Sie schnappte sich einen Sitz der Freien Wähler und ist nun mit vier Gemeinderatsmitgliedern im Gremium vertreten. Der Walpertskirchener Grünen-Kreisrat Stephan Glaubitz zieht erstmals ins Gemeindeparlament ein. „Jetzt bin ich im Wohnort kommunalpolitisch angekommen“, meint der Musiker. „In Walpertskirchen gibt es eine ausgesprochen positive politische Kultur. Es wird über Parteigrenzen hinweg sehr gut zusammengearbeitet, und es werden Anregungen von verschiedenster Seite aufgenommen.“

Das habe man bereits im Wahlkampf gemerkt. Der „gegenseitige Respekt“ und das „Interesse an den Inhalten anderer Gruppierungen“ seien bemerkenswert gewesen. „Unser Wahlkampf mit interessanten und amüsanten Veranstaltungen ist sehr honoriert worden“ – ein engagiertes Zusammenwirken vielseitiger Menschen, die ihre Ideen und ihr Fachwissen eingebracht hätten.

Glaubitz bilanziert: „Die Super-Arbeit der drei bisherigen Gemeinderäte der rot-grünen Liste Beate Aust, Rita Reichwein und Peter Kazmierczak wurde mit vielen Stimmen belohnt.“ Der Grünen-Rat freut sich darauf, „an der konkreten Umsetzung von kommunalen Projekten mitzuwirken“.

Die Wahlbeteiligung war mit 73,9 Prozent höher als 2014 (68,7 %).

Vroni Vogel

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