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Nein zur „Earth Night“

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 Eintagsfliegen schwirren unter einer Straßenlaterne.
Gegen Lichtverschmutzung will die „Earth Night“ einmal im Jahr vorgehen. (Symbolbild) © Armin Weigel/dpa

Zu teuer: Wörth und Walpertskirchen machen bei der „Earth Night" nicht mit.

Wörth/Walpertskirchen – Keine Teilnahme an der „Earth Night“: Eine gute Idee gegen die Folgen von Lichtverschmutzung sowie ein symbolischer Akt für Nachhaltigkeit, einen verantwortungsvollen Umgang mit Kunstlicht und ein geschärftes ökologisches Bewusstsein scheitert am zu hohen Kostenaufwand. Die Gemeinden Wörth und Walpertskirchen beteiligen sich nicht an der „Earth Night“ am 17. September. Die Aktion wirkt dennoch als begrüßenswerter Verstärker, um Maßnahmen gegen Energieverschwendung zu ergreifen.

Die „Earth Night“ ist eine bundesweite Initiative von „Paten der Nacht“, einer Vereinigung ehrenamtlich tätiger Leute, die sich nach eigenen Angaben „für den Schutz der Nacht und die Eindämmung der Lichtverschmutzung durch Aufklärungsarbeit und Best-Practice-Beispiele“ einsetzt.

Nach Vorschlag der Veranstalter könnte in dieser Nacht zum September-Neumond ab 22 Uhr nach vorheriger Bürgerinformation beispielsweise die Straßenbeleuchtung reduziert oder sogar abgeschaltet werden, um auf „die exzessive Nutzung von nächtlichem Kunstlicht“ aufmerksam zu machen. Diese habe gravierende Konsequenzen für Mensch, Umwelt und Natur – allen voran für die Insekten, die „milliardenfach“ an Kunstlichtquellen verenden würden. Das Motto der „Earth Night“ lautet „Wenigstens eine dunkle Nacht pro Jahr“.

Die Kommunen machten sich kundig, ob und wie die Aktion umsetzbar wäre. Wörths Bürgermeister Thomas Gneißl (ÜPWG) informierte in der Gemeinderatssitzung über die Aussagen des Stromversorgers dazu. SEW müsste drei Wochen Arbeit investieren, um die Infrastruktur umzubauen und die kurzzeitige Abschaltung zu ermöglichen. Dies würde mehrere tausend Euro kosten und sei deshalb nicht vertretbar, so Gneißl.

Aus denselben Gründen lehnte der Walpertskirchener Gemeinderat eine Teilnahme an der „Earth Night“ ab. Auch haftungsrechtliche Gründe wurden angeführt.

Doch das Thema soll trotzdem weiterverfolgt werden. Wie der Wörther Bürgermeister informierte, wolle sich die Gemeinde mit dem Stromversorger zusammensetzen, um das Thema von kommunaler Seite aus anzugehen und eine dauerhafte Lösung zu erarbeiten. Schließlich seien die Negativauswirkungen der Lichtverschmutzung „Bestandteil der Artenschutzdiskussion“.

Auch Walpertskirchens Bürgermeister Franz Hörmann (CSU) meinte, dass grundsätzlich Initiativen zu begrüßen seien, die für eine Verbrauchsreduzierung sensibilisieren würden. Schließlich sei die Einsparung neben der Erzeugung alternativer Energien entscheidend. In Walpertskirchen habe man mit einer dimmbaren Straßenbeleuchtung beim Baugebiet WA3 auf die Problematik reagiert und lasse Vorsicht bei der Anzahl von Straßenlampen walten. Man wolle das Thema weiterhin berücksichtigen.

Vroni Vogel

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