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Lebendiger Gedankenaustausch: Die Familie Grimm bewirtschaftet ihren Wald b ei Neufahrn nachhaltig. Jetzt fand dazu eine Begehung mit vielen Interessierten statt. 

Familie Grimm wirtschaftet nachhaltig und betreibt dabei Umweltschutz

In diesem Wald fühlen sich sogar Bergmolche wohl

Familie Grimm bewirtschaftet ihren Wald bei Neufahrn nachhaltig. An den Arbeiten sind seit Generationen alle Familienmitglieder beteiligt und versuchen, aktiven Umweltschutz und wirtschaftliches Arbeiten unter einen Hut zu bekommen.

Neufahrn – Bei einer Begehung der CSU-Arbeitskreise für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie für Umweltsicherung und Landesentwicklung mit mehr als 20 Interessierten im Wald von Familie Grimm bei Neufahrn (Gemeinde Walpertskirchen) wies Förster Heinz Knörr auf die Artenvielfalt im intakten Wald hin – „Arten, die von niemandem angepflanzt wurden, sondern die von Natur aus ganz selbstverständlich in den Wäldern überlebt haben“.

Lebensgrundlage für Insekten, Vogelarten und Fledermäusen

So zieren Pfaffenhütchen, Schlehdorn, Heckenrose, Berberitze, gemeiner Schneeball, Liguster und wilder Hopfen die Waldränder, es überziehe eine vielfältige Flora von Wildkräutern den Waldboden und biete Insekten, Vogelarten und Fledermäusen eine wichtige Lebensgrundlage.

Bei der Begehung zeigte Robert Grimm eine Fichte mit zahlreichen Specht-Einschlägen sowie einzelne abgestorbene Bäume, die er bewusst nicht nutze, um den Spechten Gelegenheit zu geben, Nahrung für die Aufzucht ihrer Jungen zu finden. Eine Win-win-Situation, da der Specht auch gesunde Bäume nach Borkenkäfern absuche.

„Jeglicher Bodendruck schadet“

Der Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung Erding, Rainer Mehringer, bestätigte, dass es vor dem Hintergrund der sehr hohen Schadholzanfälle infolge des Borkenkäferbefalls kein großes finanzielles Opfer bedeute, wenn der eine oder andere dürre Baum nicht genutzt werde.

„Jeglicher Bodendruck schadet“, sagte Grimm zum achtsamen Maschineneinsatz, der so gering wie möglich gehalten werden sollte. Er sprach bei der naturnahen Bewirtschaftung von einem Lernprozess, den auch sein Sohn Thomas mit in die Wege geleitet habe. Ein Waldbestand mit stattlichen Alteichen wurde seit Jahrzehnten nicht genutzt, weil die Eichen dafür noch nicht reif genug sind. Es entstand eine Art Naturreservat, das bevorzugt an Eichen lebenden Insekten und Vögeln als Lebensraum dient.

Artenreiche Mischwälder statt anfälliger Fichtenwälder

Förster Ralph Kreitz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erläuterte an diesem Beispiel, dass es auf der Grundlage des Vertragsnaturschutzes die Möglichkeit gebe, den Waldeigentümer durch staatliche Förderung für seinen vorübergehenden Nutzungsverzicht zu belohnen. Aufgrund von Borkenkäfer- und Sturmschäden ersetzte die Familie Grimm die dafür anfälligen Fichtenwälder durch artenreiche Mischwälder: Erlenwäldchen, in denen die Waldschnepfe Nahrung findet, junge Nachfolgewälder mit Buche, Ahorn und Tanne, die als resistent für Stürme und Borkenkäferbefall gelten.

Sogar Berg- und Kammolche sind heimisch geworden

Stolz zeigte Robert Grimm einen im Zuge des Waldwegebaus entstandenen Tümpel. Von Naturschutzvertretern sei ihm bestätigt worden, dass in der Wasserfläche bereits Berg- und Kammmolch heimisch geworden seien und Libellen ihren Nachwuchs sicherstellen würden.

Grimm ging außerdem auf die Schwierigkeit ein, naturnah und zugleich wirtschaftlich zu arbeiten, um davon leben zu können. Hier sei die Politik gefordert.

Vroni Vogel

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