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Rückschau, Ausblicke und gute Wünsche für 2019 bestimmten den Neujahresempfang der Pfarrgemeinde in der Walpertskirchener Grundschule. Musikalisch wurde er vom Chor Cantabile unter der Leitung von Herta Albert umrahmt. Unter den Gästen war auch Pater Slawo (vorne, 2.v.r.), der den Menschen Gottvertrauen wünschte.

Neujahrsempfang in Walpertskirchen

Pfarrverband braucht Hege und Pflege

Die Pfarrgemeindevorsitzende Andrea Ismair hält trotz eines Rückschlages auf das gemeinsame Projekt Pfarr- und Gemeindezentrum fest. 

Walpertskirchen „Psst, ganz leise. Ich verrate euch jetzt etwas. Es hat keine kurzfristig anberaumten geheimen Treffen mit dem Ordinariat gegeben. Wir durften tatsächlich ein ganzes Jahr mit demselben hauptamtlichen Personal zusammenarbeiten.“ Das stellte die Walpertskirchener Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andrea Ismair mit ironischem Unterton beim Neujahresempfang der Pfarrgemeinde im Mehrzweckraum der Grundschule fest.

Jedoch bedauerte sie: „Leider gab es beim Vorhaben Pfarr- und Gemeindezentrum einen herben Rückschlag.“ Der Neubau des Kindergartens auf dem ursprünglich für das Zentrum vorgesehenen Standort habe jetzt Priorität. Von kirchlicher Seite halte man grundsätzlich weiterhin am gemeinsamen Projekt Pfarr- und Gemeindezentrum fest, „auch wenn dieses in der nahen Zukunft bestimmt nicht umgesetzt werden kann“, so Ismair.

Den Pfarrverband als Ehe betrachtet, sei man jetzt „im verflixten siebten Jahr“, sagte sie. „Vorsicht ist also geboten. Ich persönlich hatte nie das Gefühl, dass es sich um eine Liebesheirat handelte. Arrangierte Ehe trifft es wohl besser.“ Mittlerweile sei auch der Haushaltsverbund gegründet. „Immer noch arbeiten wir an unserem Pfarrverband. Er braucht Hege und Pflege, und es ist immer noch nicht einfach, gemeinsame Wege einzuschlagen.“ Diese Gemeinschaft im Verband zu leben, bleibe ein wichtiges Ziel.

„2019 hält neben den jährlich wiederkehrenden kirchlichen Festen und Veranstaltungen zwei besondere Ereignisse für uns parat“, kündigte die Pfarrgemeinderatsvorsitzende an. Die Landjugend organisiert das Maibaumfest in Walpertskirchen. Und am Sonntag, 14. Juli, wird Kardinal Reinhard Marx den neuen Altar in Wörth weihen. Damit sei die Sanierung der Kirche St. Peter abgeschlossen, in der am Ostersonntag 2016 ein Brand ausgebrochen war. „Ich denke, wir können den Wörthern zur Bewältigung dieser Mammutaufgabe herzlich gratulieren.“

Ismair verwies zudem auf personelle Veränderungen. Neu im Walpertskirchener Pfarrgemeinderat sind Alexandra Fertl, Anna-Lena Adlberger, Andrea Brielmaier, Andrea Stangl, Kathi Grimm und Richard Fugmann. Neuer Kirchenpfleger ist Josef Kellner. Sein Vorgänger Josef Renner wurde zum Verbundspfleger gewählt. Die Seniorenbeauftragten sind Andrea Ismair, Martina Adlberger und Kathi Grimm (vorher: Elisabeth Fellermeier und Marion Wölfinger).

Ismair appellierte an die älteren Bürger, die Seniorentreffen zu besuchen: „Und keine Angst! Es gibt keine Ausweiskontrolle zwecks zu jungem Alter.“

Bürgermeister Franz Hörmann meinte in seinem Grußwort, dass Europa „vor der größten Zerreißprobe seiner Geschichte“ stehe. Man dürfe das Feld nicht den Populisten überlassen. Hörmann appellierte an die Zuhörer, vom Wahlrecht am 26. Mai Gebrauch zu machen. Außerdem plädierte er für ein maßvolles Leben, das die Ressourcen des „kleinen Planeten Erde“ schone. Die gute wirtschaftliche Lage wecke immer neue Begehrlichkeiten und Bedürfnisse – „notfalls ein mit Blattgold überzogenes Steak in einem Nobelrestaurant“, sagte er in Anspielung an Fußballstar Franck Ribéry.

Von Vroni Vogel

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