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Starkes Trio (v. l.): Pfarrverbandsratsvorsitzende Maria Gaigl, Kirchenpfleger Josef Renner und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andrea Ismair gingen in ihrem humorvollen Sketch auf die Personalpolitik der Amtskirche ein.

Neujahrsempfang der Pfarrgemeinde Walpertskirchen 

Ein mobiler Altar für viele Aufgaben

Mit viel Humor, kritischem Blick auf die Personalpolitik der Amtskirche, nachdenkenswerten Worten zum Weltgeschehen, stimmungsvoller Musik und Bewirtung wurde beim Walpertskirchener Neujahrsempfang eine differenzierte Zwischenbilanz gezogen.

Walpertskirchen– Zum Neujahrsempfang hatte die Pfarrei Walpertskirchen am Sonntag in die Mehrzweckhalle geladen – und zahlreiche Bürger waren dieser Einladung gefolgt. Sie bekamen mit jeder Menge Witz, aber auch kritischen Tönen einen Rück- und Ausblick serviert.

In einem launigen, selbst verfassten Sketch verkörperte Kirchenpfleger Josef Renner den Walpertskirchener Kirchturm. Pfarrverbandsratsvorsitzende Maria Gaigl gab ein herzig durchtriebenes Engerl, das mit allen Wassern gewaschen war. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andrea Ismair stellte das Katholische Pfarramt dar. Man erfuhr, dass die Entscheidungen von Kardinal Reinhard Marx als „Botschaften des Hiobs“ verstanden werden können – zumindest, was den rasanten Wechsel des Kirchenpersonals betrifft. „Kaum hast di an die Neuen vom letzten Jahr gewohnt, schon nehmas dir’s wieder. Da hat ja a Politiker länger a Chance, im Amt zu bleiben, als unsere Hauptamtlichen“, seufzte der Kirchturm und sprach von einem „Sommernachtsalptraum bis Halloween“. Man sei wohl danach in ein Funkloch gefallen, befürchtete das Pfarramt, da keine Kommunikation von oben stattgefunden habe. „Nix mehr, null komma nix, keine Information!“

Der frohgemute Engel riet, tief sitzenden Verlustängsten mit einer Traumabewältigung zu begegnen. Mit dem neuen Pfarradministrator Pater Slawomir Trzmielewski, der herzlich begrüßt wurde, will man jetzt einen hoffnungsvollen Neuanfang wagen. Der findige Engel hatte auch gleich eine Idee, wie der Pfarrer die Fülle seiner Aufgaben im Pfarrverband bewältigen könne: einen mobilen Altar, mit dem er wie mit einem Bäckerverkaufswagen zu den Kunden fahren könne. „Dann könnt’ er glatt zwischen zwei Gottesdiensten noch a mobile Messe halten, quasi zwischen den Orten.“

Begrüßt wurde beim Empfang auch, dass sich so viele Kandidaten für die Pfarrgemeinderatswahlen gefunden haben – verbunden mit dem Appell, sich rege an den Wahlen zu beteiligen.

Pater Slawomir wünschte zum neuen Jahr „Gottes reichen Segen“ und sprach Worte des Dankes. Anhand des Textes „Traum von einer Gemeinde“ ging der Pfarrer auf Werte wie respektvolle Zugewandtheit, Toleranz und Hilfsbereitschaft ein.

Bürgermeister Franz Hörmann weitete in seinem Grußwort den Blick aufs Weltgeschehen, verwies auf die große Kluft zwischen Arm und Reich und ging auf deutsche Befindlichkeiten ein. In Deutschland brumme die Wirtschaft. „Es geht uns gut und doch herrscht große Unzufriedenheit.“ Es gebe „immer breitere Autobahnen, aber immer engere Blickwinkel“.

In den politischen Krisen sei Vertrauen verspielt worden. Manch Bürger fühle sich an den Rand gedrängt. Tatsächlich stehe man vor „globalen Herausforderungen“. Bei den „Koalitionsversuchen“ für eine neue Bundesregierung forderte der Gemeindechef: „Die Verhandlungsführer sollen sich ihrer Verantwortung bewusst werden.“

Musikalisch wurde der abwechslungsreiche Empfang von den Geschwistern Anna (Violine) und Martin (Klavier) Kellner gestaltet, die wunderschön zusammen musizierten.

Vroni Vogel

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