Oper im Knirschvogelhaus mit (v. l.) Joachim Scheibe (Graf Almaviva), Nina Skalitzky, Franziska Krieger, Verena Skalitzky, Nina Karl, Thomas Ross und Martin Ulrich
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Oper im Knirschvogelhaus mit (v.  l.) Joachim Scheibe (Graf Almaviva), Nina Skalitzky, Franziska Krieger, Verena Skalitzky, Nina Karl, Thomas Ross und Martin Ulrich. 
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Mozarts Figaro im Knirschvogelhaus

Lebendige Opernvariante

Wieder einmal öffnete das Knirschvogelhaus seine Türen für Musikliebhaber. Figaros Hochzeit stand an drei Abenden auf dem Programm.

Walpertskirchen – Der Variante von Mozarts Oper „Figaros Hochzeit“ im Knirschvogelhaus fehlte gänzlich diese Schwere, die Operngesängen so oft eigen ist. Fröhlich und beschwingt kam das Wirrwarr um Eifersucht, verschmähte Liebe und Verwechselspiele daher. Für diese lebendige Inszenierung sorgte auch das Schlossgespenst – eine Rolle, die im Original von 1784 nicht vorgesehen war, die Oper aber belebte.

In diese Figur war Gastgeberin Vroni Vogel geschlüpft, herrlich verrückt ausstaffiertin Tim-Burton-Manier in schwarzem Kostüm mit roten Rosen und kleinem Totenkopf im Haar. Vor jeder neuen Szene erklärte sie in jugendlicher Sprache, was in der auf knapp zwei Stunden verkürzten Oper als nächstes passieren wird, schließlich wurde auf Italienisch gesungen. Die von Vogel selbst verfassten Texte sorgten für viele Lacher im Publikum, das wie auch die beiden Abende zuvor am Montagabend sehr zahlreich erschienen war.

Das Konzept für diese Oper hatte Gesangslehrerin Ingrid Rottler mit ihrer Gesangsklasse erarbeitet. Seit einem Jahr probte sie mit den Darstellern, die jüngsten drei im Grundschulalter (Miriam Kressierer, Anna Lanzl und Rugo Greimel). Eine minimalistische Oper, die mit wenig Kostümen, Requisite und Bühne auskam, war das gelungene Ergebnis.

Andrea Traber und Dieter Knirsch am Flügel ersetzten das Orchester – keine leichte Aufgabe, war doch die Oper nicht als Klavierkonzert vorgesehen. Doch die beiden Pianisten, beide Musiklehrer an der Kreismusikschule Erding, erfüllten ihren Part bravourös. Ein weiterer Profi unter den Laien-Darstellern war Martin Ulrich aus Landersdorf, der seinen Kollegen während der Vorbereitung viele Tipps gegeben hatte. Wenn er seine Parts als Figaro anstimmte, erfüllte sich das Wohnzimmer des Knirschvogelhauses mit seiner warmen raumfüllenden Bassbariton-Stimme, und man fühlte sich tatsächlich in ein – wenn auch sehr kleines – Opernhaus versetzt.

Doch auch der Sänger-Nachwuchs von Rottler kann sich sehen lassen, sei es Nina Karl in ihrer Rolle als Braut Susanne oder Franziska Krieger als Gräfin (beide Sopran). Nina Skalitzky als frecher Cherubino und Verena Skalitzky als Marcellina meisterten ihre Mezzo-Sopranstimmen ebenfalls souverän. Raffiniert war die Positionierung des Chors. Er sang – eigentlich aus der Platznot heraus – von der Treppe herab, doch dadurch entstand eine lebendige Interaktion mit den Hauptfiguren, die auf der rund zwei Quadratmeter großen Bühne vor dem Flügel agierten.

Auch das schauspielerische Talent der Darsteller trug zu der gelungen Auffführung bei.

Alexandra Anderka

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