Das schmeckte offensichtlich nicht jedem: Die Himbeermuffins mit Knoblauch-Stückchen, die die Walpertskirchener Burschen essen mussten, ließen bei so manchem die Gesichtszüge entgleisen.
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Das schmeckte offensichtlich nicht jedem: Die Himbeermuffins mit Knoblauch-Stückchen, die die Walpertskirchener Burschen essen mussten, ließen bei so manchem die Gesichtszüge entgleisen.
Begeistert verfolgten die Zuschauer im voll besetzten Zelt das Spektakel auf der Bühne und filmten die kuriosesten Szenen mit ihren Handys gleich mit.
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Begeistert verfolgten die Zuschauer im voll besetzten Zelt das Spektakel auf der Bühne und filmten die kuriosesten Szenen mit ihren Handys gleich mit.
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Patenschaft für 110-Jahr-Feier von Walpertskirchen 

Burschen betteln Burschen an: Werden die Pastettener weich?

Es war ein Abend, der es in sich hatte: Der Walpertskirchener Burschenverein umwarb am Samstag die Pastettener Burschen, damit diese für das 110-jährige Gründungsfest Ende Mai die Patenschaft übernehmen.

Poigenberg - Sehr spezielle Aufgaben hatten sich die Pastettener Burschen für ihre Gäste aus Walpertskirchen einfallen lassen. Im eigens dafür aufgebauten, gut beheizten und voll besetzten Zelt in der Poigenberger Halle verfolgten die Zuschauer amüsiert das Patenbitten unter der launigen Anleitung des Pastettener Spielleiters Andreas Wagner. Der Festausschuss der Walpertskirchener Burschen mit Vereinschef Mathias Wölfinger gab sein Bestes, so dass die Verbandelung klappte.

Scheitelknien war da noch das Wenigste. Das ausgeklügelte Spiel ohne Grenzen sah vor, den Walpertskirchener Verein von der Wiege bis ins Erwachsenenalter zu begleiten, samt exzessiver Pubertät und Berufswahl. Bestückt mit Häubchen, Schnuller und XXL-Windeln galt es zunächst, aus dem Flascherl zu trinken. Später wurde der Saugreflex mit einer alkoholträchtigen Mischung in einer Schläucherlmaschine getestet. Schlaffe, längliche Luftballons, vor die Körpermitte gebunden, im Teamwork aufzublasen und die prallen Würste dann zu einer Dackelfigur zu formen – auch diese Aufgabe lösten die Bittsteller.

Die vielfältige Verwendung von Verhüterlis ließ neue Erkenntnisse reifen. Kaum zu glauben, dass man Kondome auch über den Kopf gezogen zum Platzen bringen kann.

Teils waren die Festdamen aufgefordert zu assistieren, etwa wenn es darum ging, knieend Milch aus einem Kälbertränkeeimer mit Sauger zu schlürfen, den sich die Burschen vor den Bauch halten mussten.

Weitere Aufgaben im Poigenberger „Dschungelcamp“: In Metzgerkluft die Finger zur Verkostung in zähe Blutwurstmasse tauchen und damit den Nachbarn füttern, Zigarrenrauchen und sich die Knie von Putzhilfe „Aische“ mit einer Klobürste schrubben lassen, die vorher im Dixie-Klo ihrer Arbeit nachgegangen war. Ob Himbeermuffins mit Knoblauchstückchen, undefinierbarer Brei, Schnaps oder warmes Bier – die Walpertskirchener Burschen hatten einiges zu schlucken, was sie ohne Murren taten. Wie viele Mass Bier sie später gebraucht haben mochten, um das alles obe zu schwoam?

Walpertskirchens Bürgermeister Franz Hörmann wurde an dem Abend eine vergleichsweise einfache und entspannte Aufgabe zuteil: Mit Taktgefühl dirigierte er die Bayern-Hymne, die Andreas Glockshuber auf der Trompete begleitete.

Per Handschlag wurde die Patenschaft schließlich besiegelt, wobei sich die Pastettener einige Privilegien sicherten: Sie werden bei den Gründungsfeierlichkeiten exklusiv von drei Schönheiten im Festzelt bedient, bekommen einen Begrüßungsschnaps, Freigetränke und Essen. Ja, und noch was: Bei der nächsten Winter Jam in Pastetten sollen die Walpertskirchener Burschen ihre Festdamen zu einem Longdrink einladen. „Nur zu gerne“, erwiderte Wölfinger, ganz Gentleman.

Die Pastettener Burschen ihrerseits versprachen den Walpertskirchenern hilfreiche Unterstützung als verantwortungsvolle Paten. Kurz vor Mitternacht war der Pakt besiegelt. Doch damit war noch lange nicht Schluss. Der letzte Bus nach Walpertskirchen ging um 3 Uhr früh. Die vielen Gäste hatten an diesem langen Abend augenscheinlich eine rechte Gaudi. Die Partymusik der Band „I-Tüpferl“ tat das Ihrige, um die Stimmung anzuheizen.

In drei Wochen geht’s für den Walpertskirchener Schützenverein Freischütz zum Patenbitten für den 125. Geburtstag nach Kirchasch. Schließlich feiern beide Walpertskirchener Vereine heuer ihre Jubiläen gemeinsam. Unter dem Motto „Doppelt Grund zum Feiern“ findet die große Festwoche vom 26. Mai bis zum 3. Juni statt. (Vroni Vogel)

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