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Pflegekrisendienst: Gemeinden kritisieren fehlendes Konzept

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Die Gemeinden Wörth und Walpertskirchen halten einen Pflegekrisendienst grundsätzlich für sinnvoll. Ihnen fehlt jedoch ein aussagekräftiges Konzept. Wörth macht dennoch mit, Walpertskirchen wartet hingegen ab (Symbolbild).
Die Gemeinden Wörth und Walpertskirchen halten einen Pflegekrisendienst grundsätzlich für sinnvoll. Ihnen fehlt jedoch ein aussagekräftiges Konzept. Wörth macht dennoch mit, Walpertskirchen wartet hingegen ab (Symbolbild). © dpa-tmn / Markus Scholz

Die Gemeinden Wörth und Walpertskirchen halten einen Pflegekrisendienst grundsätzlich für sinnvoll. Ihnen fehlt jedoch ein aussagekräftiges Konzept. Wörth macht dennoch mit, Walpertskirchen wartet hingegen ab.

Walpertskirchen/Wörth – Kritik am fehlenden Konzept zum Pflegekrisendienst, den der Landkreis als „Gesundheitsregion plus“ aufbauen will, haben die Gemeinderatsgremien von Walpertskirchen und Wörth bereits vor einem Jahr geäußert. Jetzt bekräftigten sie diese Kritik, doch die Beschlüsse fielen unterschiedlich aus.

In Walpertskirchen will man abwarten und kann sich eine Teilnahme an dem Projekt erst dann vorstellen, wenn ein überzeugendes Konzept vorliegt. Wörth hingegen beschloss trotz kritischer Stimmen, befristet auf ein Jahr an der Aufbauphase mit der vom Landkreis vorgeschlagenen Kostenbeteiligung von einem Euro pro Gemeindebürger teilzunehmen.

Wörths Bürgermeister Thomas Gneißl (ÜPWG) begründete diesen Schritt damit, dass man für die Bürger keine Benachteiligung schaffen wolle, falls man sich nicht daran beteilige. „Wir hätten uns aber gewünscht, dass zuerst das Konzept vorliegt“, unterstrich Gneißl.

Beide Gemeinden sahen es grundsätzlich als sinnvoll an, für aus der Klinik entlassene Patienten eine kurzfristige und niederschwellige Übergangshilfe zu schaffen, bis die Pflege zuhause greife. Bezweifelt wurde allerdings erneut, ob eine Anschubfinanzierung des Landkreises von 40 000 Euro auch nur im Ansatz ausreiche. „Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagte Wörths Vize-Bürgermeisterin Ulla Dieckmann (SPD), die es sehr bedauerte, dass das Konstrukt des Palliativ Teams konzeptionell nicht übernommen worden sei. Für ihren Ratskollegen Wolfgang Behn (SPD) war noch „vieles unklar“. CSU-Rätin Renate Speer betonte aus eigener Erfahrung, wie wichtig eine derartige Übergangshilfe sei, wenn man mit einem Pflegefall konfrontiert werde: „Da gehört unbedingt etwas gemacht.“ Petra Schletter (Grüne) meinte: „Diese Notfälle sind ja nicht so selten.“

In Walpertskirchen wies Katharina Bublak (FW) darauf hin, dass die Kommunikation beim Übergang von der Krankenhausentlassung zum Pflegeaufbau zuhause nicht gut funktioniere. Ihrer Meinung nach müssten die bestehenden Angebote effektiv vernetzt werden. Dieser Hinweis soll an den Landkreis weitergegeben werden.

Beate Aust (SPD), zugleich Einsatzleiterin der Walpertskirchener Nachbarschaftshilfe, sah Handlungsbedarf beim Kliniksozialdienst, um die Übergangsorganisation besser zu gestalten. Für die Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe, Rita Reichwein (SPD), blieben zu viele Fragen offen.

Jochen Göß (CSU) sah im erneuten Vorstoß „keine Neuigkeit“ und mahnte an, dass die Kosten nach wie vor nicht geklärt seien. Christian Büchlmann (FW) meinte, dass auch die Krankenkassen gefordert seien. Der Aspekt, übergeordnete Aufgaben an die Kommunen zu delegieren, wurde in beiden Gemeinderäten als Problem gesehen. Gneißl dazu: „Das ist eigentlich eine Aufgabe, die der Staat übernehmen müsste.“

Vroni Vogel

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