Ein Arbeiter steigt in einen Kanal
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Die Instandhaltung des Kanalsystems ist teuer (Symbolbild)

Etappenweise Sanierungen in Walpertskirchen – Bürger werden an Kosten beteiligt – Los geht’s in Neufahrn

Schritt für Schritt zum neuen Kanal

Kanalsanierungen im gesamten Gemeindebereich sollen über drei bis vier Jahre schrittweise verwirklicht werden und schätzungsweise insgesamt 3,5 bis 3,6 Millionen Euro kosten. Das kündigte Walpertskirchens Bürgermeister Franz Hörmann (CSU) in der Gemeinderatssitzung an. Daran werden auch die Bürger beteiligt.

Walpertskirchen – Finanziert werden soll das Gesamtpaket über eine Härtefallförderung, die je nach Zeitraum derzeit einen Zuschuss von 50 Prozent und ab dem Jahr 2022 von 40 Prozent vorsieht. Aber auch die Bürger müssten über die Erhebung von Einmalbeiträgen mit einigen Kosten rechnen. Die Beiträge sollen erst nach Beendigung der Gesamtmaßnahme voraussichtlich 2025 erhoben werden.

Ein konkreter Sanierungsbereich, der aktuell fällig ist, wurde in der Sitzung eingehend diskutiert: die Kanalerneuerung im Ortsteil Neufahrn. Hier liegt ein Trennsystem vor. Hörmann erläuterte, dass auf rund 450 Metern die Sanierung des Schmutzwasserkanals wegen massiver Schäden mit Rohrbrüchen aufgrund von Materialermüdung „unbedingt“ erforderlich sei – Kosten: rund 550 000 Euro. Beim Regenwasserkanal habe man punktuelle Einbrüche, die im Zuge der Kanalarbeiten angegangen werden. Hier war von insgesamt rund 150 000 Euro die Rede.

Der zweite Sanierungsabschnitt mit einer Strecke von 330 Metern weise „sehr starke Verformungen“ der Rohre ohne Bruchstellen auf. Dieser Bereich müsste in jedem Fall vor einer Straßenerneuerung gemacht werden (Kosten: rund 465 000 Euro). Hörmann bezog sich bei seinen Aussagen auf das von der Gemeinde beauftragte Ingenieurbüro Preiss & Schuster.

Jochen Göß (CSU) gab grundsätzlich zu bedenken: „Das kostet einen Haufen Geld“, was auf alle umgelegt werde. Man müsse schnell und umfassend informieren, meinte er mit Blick auf die Pandemiezeit mit Kurzarbeit und finanziellen Einbußen. Natürlich werde man alle Bürger von Walpertskirchen „rasch in Kenntnis setzen“, bekräftigte Hörmann. Die Gemeinde will dies im Laufe des Frühjahrs tun.

Außerdem sollen laut Göß nur die förderwürdigen Maßnahmen umgesetzt werden. Christian Büchlmann (FW) meinte, dass man „in den sauren Apfel beißen“ und die notwendige Kanalsanierung unter förderfähigen Kriterien angehen müsse. „Ich glaube nicht, dass es besser wird von der Preisentwicklung her“, gab Büchlmann hinsichtlich des Zeitpunkts zu bedenken.

Das Ratsgremium gab grundsätzlich grünes Licht für die beiden ersten Teile der Neufahrner Kanalsanierung. Vor einer endgültigen Festlegung beraumte Hörmann allerdings einen Ortstermin mit dem Bauausschuss an. Er wolle sich nicht dem Vorwurf aussetzen, „das hätte es jetzt nicht gebraucht“, begründete der Bürgermeister dieses Vorgehen. Der Beschluss wurde dahingehend gefasst, dass das zweiteilige Neufahrner Paket „vorbehaltlich einer positiven Entscheidung durch den Bauausschuss“ frei gegeben werden soll.

Vroni Vogel

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