Franz Hörmann (CSU) Der 60-Jährige ist seit 2014 Bürgermeistervon Walpertskirchen.

Serie: Halbzeit zwischen den Kommunalwahlen 

„Was ich sicher mehr brauche, ist Geduld“

Nach drei Jahren wollten wir von den amtierenden Bürgermeistern wissen, welche Projekte aus dem Wahlkampf bereits umgesetzt wurden, wo es noch hapert und wie die nächsten drei Jahre aussehen.

Walpertskirchen 2014 waren die Kommunalwahlen – Zeit für eine Zwischenbilanz. Nach drei Jahren wollten wir von den amtierenden Bürgermeistern wissen, welche Projekte aus dem Wahlkampf bereits umgesetzt wurden, wo es noch hapert und wie die nächsten drei Jahre aussehen. Heute: Franz Hörmann (60), Bürgermeister von Walpertskirchen.

-Rückblick auf Ihr Wahlprogramm: Was wurde bereits umgesetzt?

Franz Hörmann:Zu den Zielen im Wahlprogramm sind in ganz erheblichem Umfang Aufgaben von außen an uns herangetragen worden, auf die wir schnell reagieren mussten. Dazu gehört das Thema Asyl. Wir haben die Unterkunft im Lehrerwohnhaus dazu kurzfristig ertüchtigt und bereitgestellt. Das Gesamtpaket Kläranlage und Kanal ist äußerst umfangreich geworden, ausgelöst durch die auslaufende wasserrechtliche Erlaubnis und anstehende Sanierungsmaßnahmen. Auch der Anschluss ans Erdgasnetz war ein kurzfristiges Angebot, für das die Gemeinde die Weichen gestellt hat. Die schwierigen Anforderungen durch den geplanten Bahnausbau haben Gemeinderat und Verwaltung mit großem Zeitaufwand beschäftigt. Zum Bestandteil des Wahlprogramms gehörten bezahlbarer Wohnraum und die Stärkung der Arbeitsplätze. Im Baugebiet WA2 sind alle Parzellen verkauft. Das Baugebiet WA3 wird heuer erschlossen. Im Gewerbegebiet Ringelsdorf läuft die Erschließung. Der Radweg wurde gebaut. Der Dienstleistungsvertrag mit den Stadtwerken Erding zur Wasserversorgung mit Rufbereitschaft rund um die Uhr wurde abgeschlossen. Die Ortsdurchfahrt Kolbing und die Brücke in Deuting haben wir saniert. Das Hoferschließungsprogramm mit sechs Zufahrten läuft an. Im Kindergarten und in der Schule wurden die Sanitäranlagen saniert. Der Umbau der Schulküche ist in Vorbereitung.

-Was wurde noch nicht umgesetzt – und warum?

Hörmann:Der präferierte Standort für den neuen Bauhof beim Feuerwehrhaus wird wegen der schwierigen Grundstücksverhandlungen nicht weiterverfolgt. Wir sind auf der Suche nach einem Ersatzstandort. Beim Bürgerhaus können wir die Planungen wieder aufnehmen, nachdem das Kloster in die Überlegungen einbezogen werden kann. Insofern ist es manchmal nicht schlecht, wenn Prozesse etwas länger dauern und sich dann neue Optionen auftun. Das Thema Geschosswohnungsbau und Wohnraum für alle Altersgruppen musste wegen des Themas Asyl verschoben werden, weil das Lehrerhaus belegt wurde. Es soll aber jetzt auf dem Areal vom Vornehmhaus auf den Weg gebracht werden.

-Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihrem Gemeinderat?

Hörmann:Das ist sehr gut, die Zusammenarbeit sachorientiert und fraktionsübergreifend. Vieles, was wir umgesetzt haben, haben wir in einer Klausur im November 2014 erarbeitet. Dabei wurde ein Maßnahmenkatalog für den Zeitraum 2015 bis 2018 erstellt. Mir ist es sehr wichtig, mit gut ausgearbeiteten Sitzungsunterlagen den Gemeinderat einzubinden. Nur die Sitzungsdauer macht manchmal zu schaffen. Aber die letzten Male haben wir das schon besser hingekriegt.

-Was war in den vergangenen drei Jahren als Bürgermeister Ihr schönstes Erlebnis?

Hörmann:Oftmals sind es die kleinen Begegnungen mit schönen Gesprächen bei Geburtstagsjubiläen. Tolle Erlebnisse waren der Blumenkorso beim Herbstfest 2015, die Primiz im Juli 2016, die Einweihung des kleinen Bahnmuseums, die Verleihung der Bürgermedaillen an Anton Wimmer und Erich Heuschneider sowie die Ernennung von Georg Heilmeier zum Altbürgermeister. Sehr positiv ist auch der Kontakt zu den Bürgermeisterkollegen im Landkreis.

-Was war besonders ernüchternd?

Hörmann:Das Thema Bauhof beschäftigt mich sehr. Ich hätte gedacht, dass wir hier schneller und besser vorankommen. Auch die Verhandlungen mit der Bahn in all ihren Facetten sind eine mühsame Angelegenheit.

-Gibt es etwas, das Sie in den nächsten drei Jahren anders machen wollen?

Hörmann:Was ich sicher mehr brauche, ist Geduld auf der Basis der Erkenntnis, dass Dinge manchmal eben reifen müssen.

-Vorausschau auf 2020: Machen Sie’s noch einmal?

Hörmann: Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich gesund bin und mich fit fühle. Nichtsdestotrotz bin ich über 60 Jahre alt. Deshalb möchte ich mir diese Entscheidung gerne noch offen halten.  vev

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