Zweigleisig soll die Zugstrecke München–Mühldorf ausgebaut werden. 5,5 Kilometer davon liegen auf Walpertskirchener Flur. Die Gemeinde befürchtet im Projekt zu große Sparsamkeit beim Schallschutz.
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Zweigleisig soll die Zugstrecke München–Mühldorf ausgebaut werden. 5,5 Kilometer davon liegen auf Walpertskirchener Flur. Die Gemeinde befürchtet im Projekt zu große Sparsamkeit beim Schallschutz.

Bahnausbau München–Mühldorf: Gemeinde befürchtet mangelhaften Schallschutz

Zugverkehr zu laut für Walpertskirchen?

„Der Schallschutz ist aufs Minimale ausgerichtet.“ Dieses Fazit zog Walpertskirchens Bürgermeister Franz Hörmann (CSU), nachdem ein Team von Bahnverantwortlichen den aktuellen Planungsstand zum zweigleisigen Ausbau der Strecke München–Mühldorf in der Gemeinderatssitzung präsentiert hatte.

Walpertskirchen – Die Lärmschutzwand soll vier Meter hoch sein und größtenteils auf beiden Seiten des Bahndamms im Ortsbereich verlaufen. Nachdem der Schallschutz 1,50 Meter vom Gleiskörper abgerückt mit Fundament angebracht werden müsse, erhöhe sich die Wand, erläuterte Hörmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Der südliche Schallschutz soll bei der Eisenbahnbrücke an der Hammerbachstraße am Tunnel enden und dann nur auf der nördlichen Seite weitergeführt werden. Bei der Bahnbrücke an der Hauptstraße soll der Schallschutz auf der Südseite kurz nach dem Tunnel aufhören und nur auf der nördlichen Seite entlang des Raiffeisengeländes weitergeführt werden. Geschützt wird laut Plan immer die unmittelbare Bebauung. Im Rat wurde befürchtet, dass die teils einseitig geführte Schallschutzwand südlich nicht ausreiche.

250 Pro Tag mit bis zu 200 km/h

Sorge bereitet Hörmann hinsichtlich des Lärms auch der geplante betriebliche Bahnhof mit drei Gleisen zwischen Walpertskirchen und Hörlkofen, um ein Ausweichgleis zu schaffen. Schließlich sollen laut Bahn die Züge dann mit bis zu 200 km/h auf der elektrifizierten Strecke unterwegs sein. Im Gespräch sind rund 250 Züge pro Tag. Im Plan soll dieser Betriebsbahnhof etwa auf Höhe des Anwesens Weinhuber beginnen und kurz vor dem Hörl-kofener Ortseingang enden.

„Der Ort wird nicht ausreichend geschützt“, bilanzierte Hörmann. Außerdem müsse der Schallschutz „eine verträgliche Optik“ erhalten. Schließlich würden die Wände „mitten durch den Ort“ verlaufen. Die Wände sollen aus gelöchertem Alu gefertigt werden.

Insgesamt 5,5 Kilometer auf Walpertskirchener Flur sind vom zweigleisigen Ausbau betroffen. „Die riesige Flächenverschwendung“ für das große Brückenbauwerk an der Rottmanner Straße auf Hörlkofener Gemeindegebiet sprach Grünen-Rat Stephan Glaubitz an.

Verschiedentlich wurde seitens der Bahn die Wirtschaftlichkeit als wichtiges Kriterium angeführt. Es wurde aber auch das Ziel genannt, das Nahverkehrsangebot steigern zu wollen.

Die gemeindliche Finanzlast für die Straßenüberführung in Schwarzhölzl war ein weiteres heißes Eisen. Hörmann sprach von „Kosten im siebenstelligen Bereich“ und forderte grundsätzlich eine „faire Kostenaufteilung für eine internationale Strecke“ ein. Man müsse sich zu diesem Großprojekt „zeitnah“ im Gemeinderat positionieren, mahnte der Bürgermeister an und dürfe „keinesfalls warten bis zum Planfeststellungsverfahren“.

Die Unterlagen sollen nach den Bahnplänen bereits im Frühjahr 2022 eingereicht werden. Im Rahmen des Verfahrens könnten dann auch Einwände eingebracht werden. Die Betriebsprognose für die ausgebaute Strecke ist für 2030 avisiert. Die aktuellen Bahnpläne sind online auf www.abs38.de einsehbar.

Vroni Vogel

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