Künstler Mr. Woodland steht vor seinem Werk „The Globetrotter“ an der Ganghofer Straße in Erding
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„The Globetrotter“ heißt dieses Kunstwerk von Mr. Woodland an der Ganghofer Straße in Erding. Etwa die gleiche Größe hat die Wand, die der Walpertskirchener ab Freitag in Rosenheim gestalten wird.

Street-Art-Festival in Rosenheim: Mr. Woodland organisiert mit und wird auch selbst kreativ

Ein visuelles Spektakel mitten in der Stadt

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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Der Walpertskirchener Künstler Mr. Woodland ist ab Freitag in Rosenheim zu Gast. Im Rahmen Street-Art-Festivals wird er dort eine große Wand gestalten - und hat das Festival auch mitorganisiert.

Walpertskirchen/Rosenheim – Kunst im öffentlichen Raum: Das Mural-Art-Festival Artding hatte voriges Jahr für viel positive Resonanz gesorgt. Sehr zum Bedauern der Fans ist eine Wiederholung in diesem Jahr gescheitert – unter anderem aufgrund der Corona-Krise. Initiator und Organisator Daniel Westermeier alias Mr. Woodland aus Walpertskirchen bedauert, dass das Festival zumindest vorerst eine Eintagsfliege bleibt. Jetzt hinterlässt der 39-Jährige seine künstlerischen Spuren in Rosenheim: Von Freitag, 28. August, bis Sonntag, 6. September, nimmt er am Transit Art Festival teil.

Buntes Programm beim „Sommer in Rosenheim“

Das Street-Art-Event wird von der Städtischen Galerie organisiert und findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Sommer in Rosenheim“ statt, quasi ein Alternativprogramm zu den vielen Feiern und auch zum Herbstfest, die coronabedingt ausfallen. Ein buntes Programm aus Kleinkunst, Akrobatik, Theater und eben Street Art, dafür wird ordentlich Geld in die Hand genommen – die Landesgartenschau Rosenheim 2010 GmbH steuert allein 200 000 Euro bei.

Westermeier wird ab Freitag selbst zur Farbe greifen, zugleich ist er aber auch Mitorganisator des Festivals. Eigentlich hatte er vor einigen Wochen bei der Städtischen Galerie angefragt, ob es Wände gäbe, die er bemalen könnte. Die gab es zwar nicht, aber er ist am Telefon mit Galerie-Leiterin Monika Hauser-Mair ins Gespräch gekommen. „Manchmal sind Zufälle so krass. Sie meinte, sie habe erst vor zwei Tagen im Internet von mir gelesen und beschlossen, mich für das Street-Art-Festival ins Boot zu holen. So sind wir zusammengekommen“, erzählt Westermeier.

Gemeinsam haben wir das Festival in zehn Wochen aus dem Boden gestampft.

Mr. Woodland

Die Galerie habe sofort bei den Hausbesitzern angefragt, die Stadt sei gleich mit an Bord gewesen, „alle waren begeistert“, sagt Westermeier. Den Löwenanteil der Planungen übernehme die Galerie, er fungiere als Berater. „Gemeinsam haben wir das Festival in zehn Wochen aus dem Boden gestampft.“

Sehr gerne wäre Westermeier heuer auch in Erding wieder aktiv geworden. „Es fragen mich nach wie vor wöchtlich Leute, wie es weitergeht.“ Doch eine Wiederholung des Artding-Festivals hat nicht sollen sein. Ein Gespräch mit OB Max Gotz fand aufgrund des Lockdowns nicht statt – und dann wurde die Zeit zu knapp.

Corona-Regeln lassen sich gut einhalten

Umso mehr freut sich Mr. Woodland nun über das Festival in Rosenheim. „Die kleckern nicht, die klotzen. Es ist enorm, wie hoch die Wertschätzung von Stadt, Oberbürgermeister und Galerie für das Festival ist“, sagt er. Das Budget dafür, auch für die Künstlergagen, könne sich sehen lassen.

Konform mit den Corona-Regeln sei das Festival zudem auch – keine unwichtige Info gerade mit Blick auf die zuletzt stark gestiegenen Corona-Zahlen in Rosenheim: „Es ist draußen, den Mindestabstand kann man immer garantieren. Die Locations sind ohnehin weitläufig, und man muss auch weiter weg stehen, um was sehen zu können“, erklärt der Künstler.

Fünf Stockwerke hoch, 100 Quadratmeter groß

Er wird ab Freitag eine Rückwand an der Gillitzerstraße 6 gestalten – mitten in der Innenstadt, an einem großen Parkplatz und „mega frequentiert“. Die Wand erstreckt sich über fünf Stockwerke und ist rund 100 Quadratmeter groß – „meiner Meinung nach ist das das Sahnestück“, schwärmt Westermeier. Das Motiv dafür steht längst fest – verraten will der Künstler aber noch nicht zu viel. Nur, dass er ein Bild malt, „das ich von der Art her so noch nie gemacht habe. Es wird ein Stück sein, das untertags funktioniert, aber ein anderes Szenario bei Nacht zeigt.“ Und wenn nichts dazwischen kommt, wird der Walpertskirchener noch eine zweite, kleinere Wand gestalten.

Beim Transit Art Festival sollen die Street-Art-Künstler „das Gesicht der Stadt nachhaltig verändern“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Rosenheim. „Graue Betonwände verwandeln sich vor allen Augen sichtbar in raumgreifende Wandbilder und sorgen für ein visuelles Spektakel mitten in der Stadt“, schreibt die Galerie auf ihrer Homepage. Brachliegende Räume würden nicht nur optisch aufgewertet, sondern auch kulturell angereichert.

An zwei Abenden führt der Künstler von Wand zu Wand

Neben Mr. Woodland sind auch die Künstler Corbinian Nicolai und Julian Strohmeier aus Rosenheim, Tomislav Topic von Quintessenz Art aus Berlin, Duo Sourati aus Mannheim und Hera aus Berlin am Start. Alle Infos stehen auf www.sommer-in-rosenheim.de und galerie.rosenheim.de.

Besichtigen kann man die Wände gemeinsam mit Mr. Woodland und Galerie-Leiterin Hauser-Mair am 2. und 5. September jeweils ab 18 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung unter Tel. (0 80 31) 3 65 14 47 oder per E-Mail an galerie@rosenheim.de nötig.

Ausstellung in Erding: „Broken Promises" ab 6. November im Frauenkircherl

Mr. Woodland zeigt ab 6. November im Erdinger Frauenkircherl unter dem Titel „Broken Promises“ Leinwände. „Darauf fiebere ich seit über einem Jahr hin, es steckt viel Herzblut drin“, sagt er. Auch wenn es nicht einfach werde, mit den Corona-Bestimmungen eine Ausstellung auf die Beine zu stellen: „Ich ziehe das durch.“ Details folgen.

Vroni Macht

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