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Schläge und Tritte nach Beachparty: Verfahren eingestellt

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Die Beachparty im März vorigen Jahres in Walpertskirchen war fast schon vorbei, als die Gewalt eskalierte. Eine Gruppe von mehreren jungen Männern ging auf vier Besucher mit Migrationshintergrund los. Nur einer der Täter, ein damals 19-Jähriger aus dem östlichen Landkreis, konnte gestellt werden. Nach zweitägiger Verhandlung vor dem Amtsgericht Erding wurde das Verfahren gegen den jungen Mann gestern eingestellt. Er muss allerdings 1500 Euro an eines der Opfer zahlen und fünf Termine bei der Suchtberatungsstelle Prop wahrnehmen. Der Mechatroniker war zur Tatzeit mit 1,6 Promille stockbetrunken.

Walpertskirchen/Erding – Die Beachparty im März vorigen Jahres in Walpertskirchen war fast schon vorbei, als die Gewalt eskalierte. Eine Gruppe von mehreren jungen Männern ging auf vier Besucher mit Migrationshintergrund los. Nur einer der Täter, ein damals 19-Jähriger aus dem östlichen Landkreis, konnte gestellt worden. Nach zweitägiger Verhandlung vor dem Amtsgericht Erding wurde das Verfahren gegen den jungen Mann gestern eingestellt. Er muss allerdings 1500 Euro an eines der Opfer zahlen und fünf Termine bei der Suchtberatungsstelle Prop wahrnehmen. Der Mechatroniker war zur Tatzeit mit 1,6 Promille stockbetrunken.

Zu dem Übergriff kam es, als die Gruppe junger Männer aus Isen das Zelt in Walpertskirchen gegen 3.30 Uhr verließ. Auf dem Weg zum Auto wurden sie von einer Bande, zu der auch der Angeklagte gehörte, angepöbelt. „Scheiß Türken“ riefen sie ihnen nach. Danach wurden sie körperlich: Zwei 15 und 20 Jahre alte Brüder aus Isen wurden geschlagen, zu Boden geworfen und dort immer wieder getreten. Wie durch ein Wunder wurden sie nur leicht verletzt. Dass die Situation nicht eskalierte, lag am schnellen Eingreifen des Sicherheitsdiensted, ehe eine Streife der Erdinger Polizei eintraf.

Der 19-Jährige stand als einer der Angreifer fest, seine Kumpels flohen vor der Ankunft der Polizei. Am zweiten Verhandlungstag sagte einer der Attackierten, er könne nicht zu 100 Prozent sagen, ob der heute 20-Jährige zugeschlagen habe.

Die Jugendgerichtshilfe attestierte dem jungen Mann, er habe sich bisher nichts zu schulden kommen lassen. Sein Leben sei in geordneten Bahnen verlaufen. Er sei zielstrebig. Die Anwältin erinnerte daran, dass ihr Mandant versucht habe, sich beim Opfer zu entschuldigen. Doch das sei nicht angenommen worden. Man sei zu einer finanziellen Entschädigung bereit. Sie regte an, das Verfahren mit (Geld-)Auflagen einzustellen.

Der Staatsanwalt sagte, mit diesem Ausgang habe er ein Problem, „weil die Schläge und Tritte schon ein großes Gewaltpotenzial hatten“. Auch dürfe nicht übersehen werden, dass der 20-Jährige aufgrund seines Rausches die Kontrolle über sich verloren hatte. Da sich aber auch die Jugendgerichtshelferin für diese „salomonische Lösung“ aussprach und darüber hinaus eine Suchtberatung anregte, willigte der Anklagevertreter ein. Daraufhin stellte Richter Michael Lefkaditis das Verfahren ein, der junge Mann kam mit einem blauen Auge davon. 

Hans Moritz

Rubriklistenbild: © Archiv

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