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Walpertskirchen bangt um seine Arztpraxis

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Medizinisch unterversorgt ist derzeit der Markt Au. Und obwohl es Bemühungen um eine Lösung gibt, könnte der Zustand noch Monate andauern. Symbolbild: WEISSBROD/DPA
Gibt es vielleicht bald keine Arztpraxis mehr in Walpertskirchen? Das ist ein Anliegen, das die Bürger umtreibt (Symbolbild). © Bernd Weissbrod

Gibt es vielleicht bald keine Arztpraxis mehr in Walpertskirchen? Das ist ein Anliegen, das die Bürger umtreibt.

Walpertskirchen – Die Sicherung der medizinischen Versorgung am Ort, ein Online-Service für Bürgerversammlungen und Gemeinderatssitzungen sowie die Frage nach dem Weiterbau des Radwegs Richtung Erding: Das waren Anliegen, die Walpertskirchener Bürger für die Bürgerversammlung schriftlich eingereicht hatten. Gemeindechef Franz Hörmann hatte am Donnerstagabend in der Mehrzweckhalle Antworten darauf.

„Leider hat Walpertskirchen schon seit längerer Zeit keinen Zahnarzt mehr am Ort, und soweit ich beurteilen kann, wird es vielleicht auch bald keinen Arzt für Allgemeinmedizin mehr geben. Ist hier was in Planung?“ So lautete eine zentrale Frage. „Wir tun alles, um eine positive Entwicklung zu erreichen“, erwiderte Hörmann, machte aber gleichzeitig deutlich, dass er sich in den vergangenen Jahren intensiv dieser Thematik angenommen habe. Gemeinsam mit dem Medizinischen Versorgungszentrum, der Kassenärztlichen Vereinigung und der Praxis habe er nach Lösungen gesucht und den Gemeinderat auch laufend darüber informiert. Aber: „Bisher waren die Bemühungen leider ergebnislos.“

Hörmann informierte über eine aktuelle Entwicklung: Nachdem „die kurzfristige Praxisschließung“ vor wenigen Tagen zur Diskussion gestanden sei, habe er diese Woche ein Gespräch mit Dr. Stephan Gebhardt geführt, der als Vorgänger von Dr. Ingrid Metz die Allgemeinarztpraxis geführt hat. Metz werde aus Altersgründen nur noch ein halbes Jahr lang praktizieren. Gebhardt habe das Mandat erhalten, die Nachfolge zu regeln, und stehe allen Beteiligten unterstützend zur Seite. Der Arzt habe hohes Interesse, dass die Praxis, die seit 1946 bestehe, weiterlaufe. Und auch Hörmann hofft auf den Fortbestand der medizinischen Versorgung am Ort.

Livestream aus dem Sitzungsaal?

Eine weitere Frage war, ob man Bürgerversammlungen und Gemeinderatssitzungen nicht künftig auch online besuchen könne. So hätten viele Bürger die Möglichkeit, das Geschehen live zu verfolgen. Dazu sei eine Änderung der Geschäftsordnung des Gemeinderats nötig: Alle Räte müssten zustimmen, dass per Livestream übertragen werde, informierte Hörmann und erläuterte die Vorgaben. Man müsse entsprechende Einwilligungen von allen einholen, „die im Livestream auftauchen“. Liege von einer Person keine Erklärung vor, müsse sicher gestellt werden, „dass sie nicht aufgenommen wird“. Zudem wäre Equipment zu beschaffen – Kamera, Router, Notebook. Dies sei im Vergleich zur Nutzung „eher unrentabel“, wenn es nur um eine Gemeinde gehe. Zudem müsse immer eine Person zusätzlich bei den Sitzungen dabei sein, um die Technik zu bedienen.

Hörmann verwies in diesem Zusammenhang auf den hohen Stellenwert von Präsenzveranstaltungen als „wichtiges Gut“. Die Entscheidung zur Online-Thematik treffe letztlich der Gemeinderat. Der Bürgermeister äußerte dazu seine persönliche Meinung: „Bei allem Verständnis für das Anliegen und die sicherlich vorhandenen Einzelfälle, die auf eine solche Übertragung angewiesen sind, halte ich den Verlust an persönlichen Kontakten, der damit einhergeht, für schwerwiegender.“ Zudem würden die gesamten Präsentationsunterlagen immer auf der Homepage zur Verfügung stehen.

Nichts Neues hatten Bürgermeister Hörmann und Landrat Martin Bayerstorfer zum Radwegweiterbau zu berichten: Es habe noch keine weiteren Besprechungen dazu gegeben.

Vroni Vogel

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