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Faschingsrevue viermal ausverkauft

Walpertskirchen: Im Knirschvogelhaus werden Träume zu Melodien

Viermal ausverkauft war die beliebte Faschingsrevue im Knirschvogelhaus in Walpertskirchen. Dort begeisterten die Musiker als Traumfänger.

Walpertskirchen –Heißbegehrt waren die Plätze für die vier Faschingskonzerte im Walpertskirchener Knirschvogelhaus. Die musikalische Revue „Traumfänger“ war restlos ausgebucht. Moderatorin Vroni Vogel, ihr Ehemann Dieter Knirsch und Sohn Quirin Vogel am Flügel, Stephan Glaubitz am Bass, Michaela Bauer am Akkordeon und Claudia Gondola de Hackel an der Querflöte entführten die Besucher in eine bunte Traumwelt. Unterstützt wurden sie von der Jazzband „Lost in Blue“, Sängerin Ingrid Rottler und einigen Überraschungsgästen.

Zum Träumen ermunterte Moderatorin Vogel, die vergeblich versuchte, mit ihrem Kescher einige der Träume einzufangen. Dabei gibt es die verschiedensten Arten von Träumen – zum Beispiel die sündigen. „Greife wacker nach der Sünde“ empfahl Rottler mit raumgreifender Stimme und nahm Pianist Knirsch gleich mit in den Sündenpfuhl. Wer sich bei Robert Schumanns „Träumerei“, interpretiert von Hackel (Querflöte) und Knirsch (Klavier) in seinen eigenen Tagträumen verlor, der wurde mit dem „Penultimo“ von Astor Piazzolla abrupt geweckt.

Von gescheiterten Träumen erzählte Thomas Ross. Der Triangelmann werde in einem Konzert viel zu wenig wertgeschätzt, beklagte der Sänger mit komödiantischem Talent. Im Knirschvogelhaus konnte er sich über wohlverdienten Applaus freuen.

Die junge Jazzband „Lost in Blue“ mit Quirin Vogel am Piano, Katarina Farbovà (Klarinette), Johannes Runkel (Trompete), Cornelius Funk (Bass) und Vivienne Gibert (Schlagzeug) segelte mit den Zuhörern munter ins Blaue hinein. Abgeklärt spielten die Youngster auf, ihre Instrumente beherrschten sie perfekt.

Auf die Frage „Was ist Glück?“ hat jeder eine andere Antwort. Für Glaubitz ist es die langjährige Ehe seines Vaters mit seiner Stiefmutter, denen er einen Walzer gewidmet hat. Auch Dieter Knirsch hat seiner Gattin ein Lied gewidmet. Er verglich die Romanze, die vor 25 Jahren im Mai begann, mit dem Frühlingstraum aus Franz Schuberts Winterreise. Dieser verlorene Traum wurde wunderbar präsentiert von Quirin Vogel und Farbovà. Ihre Klarinette übernahm den Part der Singstimme, mal temperamentvoll, mal melancholisch. Zum Mitwippen animierte dann ein Klezmer-Stück, mitreißend gespielt von Akkordeon (Bauer), Klarinette (Farbovà), Piano (Vogel) und Bass (Glaubitz).

Einen wahren Traummann stellt Sabine Trettenbacher als Überraschungsgast bei der Premiere am Faschingssamstag vor. Waldemar, so der Name des Prachtexemplars, verdrehte der Juristin mit Gesangsausbildung den Kopf. Das Publikum war begeistert von dem witzigen Vortrag.

Nicht nur nette Träume hat Vroni Vogel, wie sich in den von ihr getexteten Liedern zeigte. Da bringt die genervte Ehefrau ihren missliebigen Ehemann um die Ecke, er landet als „Haifischfutter“ auf dem Meeresgrund. Auch die „Irdische Loreley“ ist genervt von ihrem Leben an Land und sehnt sich zurück ins Wasser. Bejubelt wurde hier der Vortrag von Ingrid Rottler – mit viel Stimmvolumen und Situationskomik.

Perfekt zu den bevorstehenden Kommunalwahlen passte das Couplet „Protektion“, das aus der Feder von Vroni Vogels Großvater stammte, jedoch nichts an Aktualität verloren hat. Großartig dargeboten wurde es von Glaubitz und Vroni Vogel, beide mit grüner Perücke. Auf jeden Fall sollte man sich in der Wahlkabine keinen Träumen hingeben und hellwach sein Kreuzerl machen, so die Moderatorin.

Wer sich darauf einließ, den konnte auch die Musik in einen beinahe tranceartigen Zustand versetzen. Der klare Klang der Querflöte, meisterlich gespielt von Hackel, entführte bei dem Stück „Hypnosis“ die Zuhörer in traumhafte Welten.

Einen Traum erfüllt haben sich Vroni Vogel und Dieter Knirsch mit ihrem hochmusikalischen Knirschvogelhaus, in dem sie die Besucher bei den Konzertabenden auf unterschiedlichsten Sitzgelegenheiten unterbringen. Doch ohne ihre zahlreichen Musikerfreunde und Gäste wäre dies nicht möglich, betonten die Gastgeber. So glitt der Konzertabend von der Zugabe „Pub Romance“ nahtlos in die Premierenfeier über – schön war’s.

(Gerda und Peter Gebel)

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