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Die sanierte Kläranlage wurde offiziell in Betrieb genommen (v. l.): Josef Mayr (Bauhof), Dominik Lindinger (Firma Dippold und Gerold), Walter Dippold, Bürgermeister Franz Hörmann, Ulrike Haldenwang (Landratsamt/Wasserrecht), Simon Hörmann (Bauhof), Verwaltungsangestellte Silvia Hörmansdorfer, Christian Berger, Roland Webeck und Franz Joachimbauer (alle Firma Kellhuber).

Ertüchtigung für rund 1,2 Millionen Euro

Walpertskirchener Klärwerk ist für Starkregen gerüstet

Rund 1,2 Millionen Euro hat die Gemeinde Walpertskirchen in die Ertüchtigung ihrer Kläranlage gesteckt. Die Arbeiten sind jetzt abgeschlossen – und die erste Bewährungsprobe hat die Anlage auch schon hinter sich.

Walpertskirchen – Das Klärwerk wurde mit Regenrückhaltebecken, Steuerungstechnik und Phosphatfällanlage aufgerüstet. Das Regenüberlaufbecken fasst rund 400 Kubikmeter. Damit soll sichergestellt werden, dass bei Starkregenereignissen das Vorklärbecken nicht überläuft, das Wasser im neuen Becken gespeichert und dann nach und nach an die Kläranlage weitergegeben wird. Das erste Erfahrungswochenende, an dem es kräftig geregnet hat, sei gut verlaufen, zeigte sich Bürgermeister Franz Hörmann (CSU) bei der offiziellen Inbetriebnahme mit Vertretern der beteiligten Firmen und Behörden zufrieden.

Zukunftsfrage: Neue Kläranlage oder Anschluss an Abwasserzweckverband?

Das Walpertskirchener Kanalnetz setzt sich aus einem Trenn- und einem Mischsystem zusammen. Die Phosphatfällanlage soll dazu dienen, die Qualität des Wassers weiter zu verbessern, um es dann in den Vorfluter Hammerbach zu leiten. Wie Hörmann informierte, gilt der wasserrechtliche Bescheid für weitere 20 Jahre. Für das alte Klärwerk, das in den 1970er Jahren errichtet und Mitte der 1990er Jahre erweitert wurde, habe man lediglich für weitere zehn Jahre eine Betriebserlaubnis. „Wir müssen uns überlegen, ob wird dann eine eigene neue Kläranlage bauen oder den Anschluss an einen Abwasserzweckverband vorziehen“, meinte Hörmann. Im Moment jedoch sei man glücklich, „dass wir das so hinbekommen haben“, bilanzierte der Bürgermeister und sprach von Gesamtkosten von rund 1,2 Millionen Euro von der Planung bis zur Fertigstellung.

Kapazitäten: Reserve von zehn Prozent

Die Kläranlagenertüchtigung war auch Thema in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend. Josef Glockshuber (FW) hakte bezüglich der Auslastung nach. Er wollte mit Blick auf die neuen Siedlungsgebiete und weitere künftige Baulandausweisung wissen, wie viele Kapazitäten noch frei seien. Hörmann erwiderte, dass die Sanierung nichts mit der Auslastungsfrage zu tun habe. Letztlich bekam Glockshuber die Information, dass man eine Reserve von zehn Prozent habe. Bei einer Nachverdichtung dürfe jedoch kein zusätzliches Mischsystem eingerichtet werden, sondern man müsse eine Rückhaltefunktion vorsehen.

Hörmann informierte zudem über ein aktuelles Problem: Ein Biber sei in den Schönungsteich eingedrungen und habe dort ein großes Loch verursacht, ein „ziemlicher Schaden“, so Hörmann. Glücklicherweise sei das Wasser dort bereits geklärt. Die Reparatur gestalte sich jedoch schwierig, weil die Stelle schlecht zugänglich sei: Man komme schwer mit Maschinen dorthin.

In Abstimmung mit dem Landratsamt habe man die „Entnahme des Bibers“ beschlossen, wie Hörmann es formulierte. Um weiteren Schäden vorzubeugen, werde man wohl Schutzmatten um den gesamten Teich anbringen müssen. „Das wird eine größere Aktion“, kündigte der Rathauschef an.

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