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Sehr viele junge Leute waren unter den Zuhörern der Informationsveranstaltung in der Walpertskirchener Schule über verdichtete Siedlungsformen als Weg zum Eigenheim. Die Veranstaltung stießt auf große Resonanz.

Neue Formen der Verdichtung

Gemeinschaftliches Bauen gegen den Siedlungsdruck

Wie kann der Weg zum Eigenheim trotz immens gestiegener Baulandpreise aussehen? Das hat bei einer Veranstaltung von Gemeinde Walpertskirchen und Mitbauzentrale München vor allem die jungen Mitbürger interessiert.

Walpertskirchen - Bürgermeister Franz Hörmann (CSU) zeigte sich im Mehrzweckraum der Grundschule „überrascht über die große Beteiligung“: Kein Platz war mehr frei, mehr als 100 Interessierte nahmen teil, um zu erfahren, welche Bauformen der Siedlungsverdichtung es gibt.

Noch ganz am Beginn der Planung steht das neue Gebiet WA4, das an die Siedlung WA2 in Richtung Hammerbach anschließen soll. Mit Mehrfamilien- und Reihenhäusern, jeweils mit gemeinsamen Tiefgaragen, und nur wenigen Einfamilienhäusern könne man wesentlich mehr Wohnraum zu erschwinglichen Preisen schaffen – im geplanten Gebiet WA4 wären so statt 18 bis zu 55 Wohneinheiten möglich. Hörmann wollte grundsätzlich wissen, ob an einer Siedlungsverdichtung mit Wohnhöfen und gemeinsamen Grünflächen überhaupt Interesse bestehe.

Gemeinschaftsorientiertes Bauen als Bereicherung

Die Architektinnen Kristiane Floros und Sara Lindner vom Wörther Architekturbüro Lindner trugen Ideen zur Siedlungsgestaltung von WA4 vor. Fachfrau Natalie Schaller von der Mitbauzentrale sprach zum gemeinschaftsorientierten Bauen, eine Wohnform, die sie selbst gewählt hat und als Bereicherung erlebe.

In der regen Diskussion wurde eine Siedlungsverdichtung von vielen positiv gesehen. Die Bezahlbarkeit war ein zentraler Aspekt, aber auch die Möglichkeit, im Alter eine kleinere Wohnform wählen zu können. Es wurden auch Bedenken zum gemeinschaftlichen Bauen und Wohnen geäußert, vor allem hinsichtlich der Belegung. Denn das Einheimischenmodell mit Punktekatalog verhindere vielleicht gerade, dass sich eine befreundete Gruppe in einem Mehrfamilienhaus ansiedeln und dieses gemeinsam planen könne.

Problem mit zunehmendem Parkplatzbedarf

Eine Zuhörerin meinte, dass der Bau eines klassischen Einfamilienhauses auch noch möglich sein müsse. In einer anderen Wortmeldung wurde auf den zunehmenden Parkplatzbedarf verwiesen, da auf dem Land in einer Familie mehrere Autos untergebracht werden müssten. Bei einer Siedlungsverdichtung müsse man das erst recht berücksichtigen.

Ob gemeinschaftliches Bauen mit hohem Engagement und Kooperationsbereitschaft aller Beteiligten oder die schlüsselfertige Lösung über einen Bauträger: Es wurden viele Varianten angesprochen. Am Ende sollten die Gäste zwei Fragen schriftlich beantworten: ob die vorgestellten Wohn- und Siedlungsformen interessant und denkbar seien sowie ob gemeinschaftliches Bauen eine Option sei. „Das ist auch für uns Neuland“, sagte Hörmann abschließend.

Wie er im Gespräch mit unserer Zeitung zu den Umfrageergebnissen informierte, sind beide Fragen mit deutlicher Mehrheit bejaht worden – seiner Meinung nach ein klarer Auftrag, Konzepte verdichteter Siedlungsformen weiterzuverfolgen. Der Gemeinderat wird darüber im November beschließen, wobei es konkret um WA4 geht.

Vroni Vogel

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