Kritische Fragen stellt die Gemeinde Walpertskirchen in ihrer Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren Walpertskirchener Spange. Sie war Thema im Gemeinderat. (Symbolbild)
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Kritische Fragen stellt die Gemeinde Walpertskirchen in ihrer Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren Walpertskirchener Spange. Sie war Thema im Gemeinderat. (Symbolbild)

Gemeinde Walpertskirchen gibt kritische Stellungnahme ab und fordert Absturzsicherung

Walpertskirchener Spange: Gemeinde kritisiert „unverständliche Planung“

Kritische Fragen stellt die Gemeinde Walpertskirchen in ihrer Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren Walpertskirchener Spange. Sie war Thema im Gemeinderat.

Walpertskirchen – „Die Arbeitsgruppe des Gemeinderats hat sich intensiv mit den Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren Walpertskirchener Spange und zum Scopingverfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung der ABS 38 beschäftigt“, informierte Bürgermeister Franz Hörmann (CSU). Die Unterlagen zum Scopingverfahren der Ausbaustrecke München-Mühldorf (ABS 38) seien fristgerecht eingereicht worden. Gebe es derzeit 74 Zugbewegungen auf der Strecke durch Walpertskirchen, so sei nach dem Ausbau mit insgesamt 202 Zügen zu rechnen.

Gemeinde fordert Absturzsicherung und weitläufigen Schutz

In der Stellungnahme geht die Gemeinde auf eine vorgesehene Stützwand mit einer Länge von 120 Metern und einer Höhe von bis zu 10,5 Metern ein. „Den Plänen ist nicht zu entnehmen, welche Sicherungseinrichtungen für Mensch und Tier geplant sind.“ Die Gemeinde fordert eine Absturzsicherung und einen weitläufigen Schutz, um zu vermeiden, „dass insbesondere Tiere vor unüberwindbare Hindernisse gelangen können“.

Außerdem verweist die Gemeinde auf „seltene Trockenbiotope“ als schützenswerte Lebensräume für Flora und Fauna. Begrüßt würden „die aufgeführten Maßnahmen zum Schutz während der Bauzeit und zum Erhalt bzw. zur Wiederherstellung der Gebietseigenschaften“.

Ein weiterer Punkt ist der Neubau der Eisenbahnüberführung über die Gemeindeverbindungsstraße (GVS) Neufahrn-Kirchasch. Den Ausführungen sei zu entnehmen, dass die bestehende GVS in diesem Bereich abgesenkt werden und anschließend steil nach oben geführt werden müsse, um die Zugstrecke München-Mühldorf zu überqueren. Berücksichtige diese Planung auch den Ausbau der ABS 38, der eine weitere Anhebung der bestehenden Straßenüberführung Schwarzhölzl wegen der Elektrifizierung vorsehe?

Analyse der Lärmbelastung basiert „offensichtlich nicht auf tatsächlichen Messungen“

Die Gemeinde führt die baulichen Abhängigkeiten zwischen der Eisenbahn- und der Straßenüberführung Schwarzhölzl an und verweist auf ihre unmittelbare Nähe. Es sei „unverständlich, warum diese beiden Bauwerke nicht in ein- und demselben Planungs- und Genehmigungsabschritt gemeinsam betrachtet, geplant und genehmigt werden“.

Die durch den Bau der Spange verursachten Mehrkosten im Bau und im Unterhalt der Gemeindeverbindung Neufahrn-Kirchasch seien „vollumfänglich“ vom Bahnprojekt zu tragen „und stellen kein Verlangen des Straßenbaulastträgers dar“, schreibt die Gemeinde.

Auch die schalltechnischen Untersuchungen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens werden in der Stellungnahme thematisiert. Diese seien „für einen Leser ohne bahnspezifisches Fach-Knowhow nicht zu verstehen und daher weiter zu erläutern“. Problematisch sei, dass die Analyse der Lärmbelastung „offensichtlich auf mathematischen Berechnungen und nicht auf tatsächlichen Messungen“ basiere. „Welcher Fehlertoleranz unterliegen solche Berechnungen gegenüber tatsächlichen Messungen im Feldversuch?“, hinterfragt die Gemeinde.

Grünen-Rat Stephan Glaubitz dankte am Ende allen Mitgliedern der Arbeitsgruppe „für die gründliche und umfassende Arbeit“.  

Vroni Vogel

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