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Weihnachtliche Obstbrände aus Walpertskirchen

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Schnapsbrennerei im Keller: Ulrich Dremel (l.) und Sohn Jürgen (r.) stellen an Weihnachten wieder naturreinen Obstler her. Bürgermeister Franz Hörmann bewunderte die Anlage bereits beim Geburtstagsbesuch Anfang März.
Schnapsbrennerei im Keller: Ulrich Dremel (l.) und Sohn Jürgen (r.) stellen an Weihnachten wieder naturreinen Obstler her. Bürgermeister Franz Hörmann bewunderte die Anlage bereits beim Geburtstagsbesuch Anfang März. © Foto: Vroni Vogel

Ein besonderes Hobby hat Ulrich Dremel aus Walpertskirchen. Er brennt daheim Schnaps und betreibt eine kleine Brennerei.

Walpertskirchen – Ulrich Dremel (80) aus Walpertskirchen hat seinen früheren Beruf zu einem anspruchsvollen Hobby gemacht. Vor fast 40 Jahren erwarb der erfahrene Brennmeister ein frei gewordenes Obstbrennrecht vom Schliersee. Seither betreibt er im Keller seines Eigenheims eine kleine Brennerei.

Wenn Corona es zulässt, will er gemeinsam mit seinem Sohn Jürgen über die Weihnachtsfeiertage bereits gebranntes Obst, das seit zwei Jahren gelagert ist, vollenden. Dabei wird das hochprozentige Destillat mit entmineralisiertem Wasser versetzt, um zu einem 40-prozentigen Obstschnaps zu werden. Dann soll der edle Selbstgebrannte vermarktet werden.

Dremel hat seine Stammkundschaft, die sich schon auf den naturreinen Schnaps freut. „Traubenbrand mag ich sehr gerne“, erzählt er selbst von seiner Vorliebe. Aber auch Apfelschnaps und Williamsbirne gehören zu den bevorzugten Spezialitäten. Beim eigenen Schnapsgenuss lässt Dremel große Vorsicht walten. Maßhalten ist seine Devise. Denn: „Alkohol ist eine gefährliche Sache.“

Das Schnapsbrennen selbst war sein Traumberuf und ist inzwischen eine Freizeitbeschäftigung, der sich der Fachmann gerne widmet. Ulrich Dremel wurde in Westfalen geboren, weil die aus Bayern stammende Familie durch die Kriegswirren dorthin kam. 1945 ging es zurück nach Bayern. Hier habe er zuerst als „Preiß“ gegolten, erzählt der Senior schmunzelnd. Als junger Mann erlernte er die Brennkunst als Auszubildender der Stadt München, verbrachte seine Lehrzeit auf einem großen Gut in Riem und die Gesellenzeit in Weihenstephan. Weitere berufliche Erfahrungen sammelte er in Westfalen.

Seine erste Brennmeisterstelle hatte Dremel bei Südzucker in Würzburg. Später war er bis zur Rente 38 Jahre Brennmeister in Feldkirchen bei einer der größten Brennereien Bayerns tätig. Dremel war dort maßgeblich am Betriebsaufbau und der Ertragssteigerung beteiligt.

„Für das habe ich gelebt. Ich bin im Beruf aufgegangen. Ich habe mich verwirklichen können.“ Diese Leidenschaft wurde zum Hobby, das den rüstigen Rentner immer noch begleitet. Wer privat die Genehmigung habe, Schnaps zu brennen, habe die gesetzlichen Vorgaben penibel einzuhalten und den Schnaps auch zu versteuern, betont Dremel. „Es geht um Zuverlässigkeit.“

Das Brennrecht, das ans Grundstück gebunden ist, hat der Senior bereits seinem Sohn überschrieben, der als Lebensmitteltechnologe vom Fach ist. Die Hausbrennerei selbst wurde von einer Spezialfirma eingebaut. Und es gibt eine entscheidende Regel: Einmal in zehn Jahren muss Schnaps gebrannt werden, damit das Brennrecht nicht verfällt.

Wenn Ulrich Dremel an Weihnachten mit seinem Sohn den Obstbrand fertigstellt, geht für ihn ein großer Wunsch in Erfüllung. Eines freut ihn dabei ganz besonders: „Es ist schön, dass der Sohn jetzt o’packt.“

VRONI VOGEL

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