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Walpertskirchener Spange droht die Warteschleife

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Hans Peter Göttler
Ministerialdirigent imWirtschaftsministerium. F.: ham
Hans Peter Göttler Ministerialdirigent imWirtschaftsministerium. F.: ham

Erding - Um den S-Bahn-Ringschluss schnell realisieren zu können, könnte das Millionenprojekt erst einmal von der Regionalbahnanbindung abgekoppelt werden. Die s faktische Auflösung des Fliegerhorsts dürfte die Gesamtkosten enorm senken.

„Wir wollen im ersten Halbjahr mit dem Bau beginnen.“ Mit dieser Aussage überraschte Hans Peter Göttler vom Wirtschaftsministerium die Kreisräte im Strukturausschuss. Dann die Einschränkung: Dies gilt nur für die von Anfang an viel weniger umstrittene Neufahrner Gegenkurve, das Anschlussstück im Bereich Freising.

Doch dabei soll es laut dem Ministerialdirigenten nicht bleiben. Zwar stecke man im Bereich Erding immer noch in der Grobplanung, dafür habe man den gleichfalls nicht besonders kritisch beäugten Abschnitt ab Erding-Nord bis zum Flughafen bereits vertieft projektiert. Göttler geht davon aus, dass die Kosten im Bereich des Fliegerhorstes noch spürbar gesenkt werden können.

Zuletzt hatte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) mit dem damaligen Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) 47 (Nordeinschleifung) beziehungsweise 11,5 Millionen Euro (Südlösung) ausgehandelt. Ein Gutteil dieses Preises sollte in die Wiedererrichtung von Liegenschaften der Luftwaffe fließen. Doch weil der Fliegerhorst nach 2017 obsolet sein dürfte, sieht Göttler hier noch Einsparpotenzial. Zugleich betonte er: „Es lag allen Seiten immer daran, bloß nicht den Eindruck zu erwecken, der Standort Erding könnte zu Gunsten der Infrastrukturmaßnahme aufgegeben werden.“ Zur Wertermittlung hat der Bund bei der Obersten Baubehörde ein Gutachten in Auftrag gegeben, teilte Göttler mit.

Er zerstreute auch Befürchtungen, das vorläufige wahrscheinliche Aus der zweiten Stammstrecke könnte auch für den Ringschluss gelten. „Das Gegenteil ist der Fall“, so Göttler, „die Finanzierung der zweiten Röhre steht deswegen zur Disposition weil andere Projekte wie der Ringschluss als gesetzt gelten“.

Göttlers Rat bezüglich der kritischen Punkte auf städtischer Flur: „Wir sollten uns möglichst schnell an einen Tisch setzen und konstruktiv diskutieren.“ Dazu hat Ministerpräsident Horst Seehofer eine Arbeitsgruppe der Staatsregierung mit Vertretern der Region, darunter Bürgermeister Max Gotz und Landrat Martin Bayerstorfer (beide CSU) eingesetzt.

Gotz warf ein, Erding müsse hier eine Sonderstellung genießen, „denn es geht um die seit der Flughafeneröffnung versprochene Anbindung im Osten“. Er berief sich auf Seehofers Äußerung, für Sonderlasten müsse es Sondermittel geben.

An dieser Stelle hakte Landtagsabgeordneter Jakob Schwimmer (CSU) ein: „Es wird hier Wege und Mittel geben, die Forderungen der Kreisstadt teilweise zu erfüllen.“ Das gebe das Eisenbahnkreuzungsgesetz durchaus her.

Zur Regionalbahnanbindung via Walpertskirchener Spange erklärte der Chefplaner: „Hier kann erst konkret geplant werden, wenn die Trasse durch Erding feststeht.“ Weil dieser Bestandteil eng mit dem Ausbau der Strecke München - Mühldorf verknüpft sei, könne es sein, dass der Ringschluss erst einmal singulär in Angriff genommen werde.

Auf die Frage von Hannelore Seeger (Grüne), ob nicht auch der Abschnitt Erding - Markt Schwaben ausgebaut werden müsse, erklärte Göttler, dies sei kein Muss, zumal es in St. Kolomann einen Begegnungsabschnitt geben werde. „Die erhöhte Kapazität entsteht durch Taktverdichtung.“

Roswitha Bendl (ÖDP) erkundigte sich nach dem Natur- und Landschaftsschutz. Hierzu sagte Bayerstorfer, die Untere Naturschutzbehörde favorisiere „ganz klar die Nordlösung“.

(Hans Moritz)

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