Zwei Stunden lang stellte sich Erdings Bürgermeister Max Gotz (3.v.r.) der Kritik der aufgebrachten Bürger rund um (v. r.) Kristina von Stackelberg und Josef Vieregg. foto: moritz

Walpertskirchener Spange: Schwarzhölzl begehrt auf

Bockhorn/Erding - Die vom Bau der Walpertskirchener Spange betroffenen Bürger der Gemeinde Bockhorn wollen sich an höchster Stelle für eine Änderung einsetzen. Dazu sollen sich die Planer aus dem Wirtschaftsministerium, am besten Minister Martin Zeil persönlich, den Gegnern der Regionalbahnanbindung stellen.

In den Bockhorner Ortsteilen, die von der Walpertskirchener Spange als Bestandteil des S-Bahn-Ringschlusses betroffen sind, herrscht großer Unmut über die Kreisstadt. Die Entscheidung des Stadtrates für die Nordeinschleifung der Regionalbahn beeinträchtige die Lebensqualität bei den östlichen Nachbarn massiv. Am Mittwochabend stellte sich Bürgermeister Max Gotz den aufgebrachten Bürgern aus Neukirchen, Schwarzhölzl und Bernau. Diese Weiler werden nach aktuellem Planungsstand von den Gleisen zerschnitten.

Gut zwei Stunden lang wurde engagiert diskutiert und gestritten. Dann zeichnete sich doch ein Kompromiss ab, ein Weg, den Erding und Bockhorn gemeinsam gehen wollen. Und zwar schnell. Bei zwei Ortsterminen verteidigte Gotz auf Einladung der Bürgerinitiative Walpertskirchener Spange die Haltung der Stadt Erding und die Entscheidung zu Gunsten der Nordeinschleifung inklusive Kreuzungsbahnhof auf dem Fliegerhorst.

Doch den Sorgen der Bockhorner wolle er sich nicht verschließen. Er riet der BI mit ihren Sprechern Josef Vieregg, Peter Brenninger und Kristina von Stackelberg sowie seinem Amtskollegen Hans Schreiner, umgehend im Wirtschaftsministerium vorzusprechen. „Verlangen Sie, dass die Verantwortlichen zu Ihnen kommen, Ihnen zuhören, ihre Planung vorstellen und sich sich Ihre Vorschläge anhören“, so Gotz nahe Schwarzhölzl an der Bahnstrecke München - Mühldorf. Er werde dieses Bemühen unterstützen. Die Initiative müsse aber von der BI beziehungsweise Bürgermeister und Gemeinderat kommen - nicht von Erding.

Der Ortstermin machte deutlich: Viele Betroffenen sehen kaum noch eine Chance, die Planung zu verhindern. Gotz machte ihnen Mut: „Es gibt noch keine festgelegte Trasse, es gibt nur einen Planungskorridor.“ Daher sei es noch nicht zu spät, Änderungswünsche vorzubringen. „Wir in Erding haben das auch getan und erreicht, dass die Entscheidung bei der Stadt Erding liegt, welche Trassenvariante weiterverfolgt wird“, so der CSU-Politiker. Allerdings mahnte er zur Eile. „Den Termin sollten sie im Herbst haben, denn derzeit laufen die vertieften Planungen weiter.“

Das Ministerium will bekanntlich Anfang 2013 alle Unterlagen der Deutschen Bahn übergeben, damit die noch im selben Jahr das Planfeststellungsverfahren beantragt. Gotz wurde vorgeworfen, eine Trasse zu präferieren, die nicht nur Bockhorn negativ tangiert, sondern die auch deutlich teurer ist als die Gleisführung durch Aufhausen, Altenerding und Erding.

Dem widersprach Gotz. Durch die Auflösung des Fliegerhorsts müsse eine neue Rechnung aufgemacht werden. „Ich wage mittlerweile zu bezweifeln, dass die Nordvariante die kostenintensivere ist“. Allerdings stellte er auf Nachfrage klar, dass er nicht bereit sei, die erst nach dem Trassenentscheid bekannt gewordene Totalauflösung des Fliegerhorstes zu nutzen, um noch einmal ganz von vorne anzufangen.

Auch forderte der Stadtchef von den Nachbarn dahingehend Solidarität, „dass Erding vom Zuzug und dem damit verbundenen Mehr an Verkehr mehr betroffen ist als alle anderen“. Schließlich sei es nicht zuletzt auch die Verkehrslawine aus dem Umland, die die Straßen in der Kreisstadt verstopfe.

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