Wartenbergs Bürgermeister Christian Pröbst
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Wartenbergs Bürgermeister Christian Pröbst

Nur Bürgermeister Pröbst stellt sich hinter Bauvorhaben

Abfuhr für Hotel-Pläne in Thenn

Ein Hotel möchte ein Investor im Gewerbegebiet Thenn errichten. Der Wartenberger Bauausschuss sagte dazu jedoch Nein - zur Überraschung des Bürgermeisters.

Wartenberg – Ein Hotel möchte ein Investor im Gewerbegebiet Thenn errichten. Fünf Einzelzimmer und sieben Doppelzimmer soll dieses enthalten. Zielgruppe sind dem Antrag zufolge Pendler, Arbeiter sowie Personen, die den Flughafen nutzen. Der Wartenberger Bauausschuss hat in seiner Sitzung am Montag allerdings den Daumen gesenkt. Zur Überraschung des Gemeindechefs.

Der Investor möchte, was die Verpflegung angeht, mit der örtlichen Gastronomie zusammenarbeiten. Der Ausschuss hatte nun seinen Antrag auf der Tagesordnung, doch alle Mitglieder hatten mit diesem Thema ihre Probleme. Sie befürchteten Konflikte mit der benachbarten Bebauung mit teilweise lärmintensiven Gewerbebetrieben. Diese Betriebe sollten auf keinen Fall eingeschränkt werden.

Bürgermeister Christian Pröbst (CSU) sprach von einem schwierigen Fall. Der Bebauungsplan lasse Beherbergungsbetriebe zu, deswegen bezeichneten er und die Verwaltung dieses Vorhaben als genehmigungsfähig. Der Bauausschuss jedoch senkte den Daumen. Bei der Abstimmung gab es nur eine Ja-Stimme, und die kam von Pröbst selbst, der sichtlich erstaunt auf dieses Abstimmungsergebnis reagierte: „Damit habe ich jetzt nicht gerechnet.“

Dabei hat der Antragsteller praktisch alle Vorgaben eingehalten. Die Stellplätze sind nachgewiesen. Was den Lärmschutz angeht, hatte sich Bauamtsleiterin Theresa Wannisch schlau gemacht und dargelegt, dass für Beherbergungsbetriebe andere, und zwar nicht so strenge Regelungen gelten. Das Vorhaben sei darum unbedingt zulässig.

Michael Gruber (SPD) meinte jedoch: „Das wäre nicht das erste Hotel, das dann keins mehr ist.“ Auf welche Beispiele er sich dabei bezog, sagte er allerdings nicht. Wie es mit diesem Vorhaben jetzt weitergeht, ist offen.

Gründlich übertrieben hat es derweil ein Bauherr an der Lindenstraße in Wartenberg. Eigens für ihn wurde der Bebauungsplan Hinterfeld geändert. Jetzt aber plant er ein ganzes Stockwerk mehr, wie aus den Unterlagen an den Ausschuss hervorgeht. „Der Haustyp wurde eigens für dieses Vorhaben festgesetzt“, heißt es darin. Bürgermeister Pröbst (CSU) berichtete, dass der Planer wegen dieses in der Form nicht genehmigungsfähigen Vorhabens kontaktiert worden ist. Es liege aber nun nichts anderes vor. Nicht einmal die erforderlichen drei Stellplätze sind nachgewiesen worden. Der Ausschuss senkte ohne lange Debatte einstimmig den Daumen.

KLAUS KUHN

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