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Adolf Geier verlässt die Marie-Pettenbeck-Schule.

Schulleiter sagt Servus

Adolf Geier: Abschied vom „Kummerkasten“

Wartenberg - Mit stehenden Ovationen ist Adolf Geier als Leiter der Marie-Pettenbeck-Schule in Wartenberg verabschiedet worden. Acht Jahre lang hat der engagierte Pädagoge dort gewirkt.

Am Schluss rangen einige der Lehrerkolleginnen um Fassung, Adolf Geier gab zu, aufpassen zu müssen, „dass ich nicht zu emotional werde“. Und seine Gattin Uschi, die mit Tochter Paula anwesend war, hatte vorsichtshalber ein Packerl Taschentücher parat. Selbst viele ehemalige Schüler, die Geier erst vor einigen Tagen verabschiedet hatte, waren gekommen. Auch sie erhoben sich von den Plätzen. Ihre minutenlangen stehenden Ovationen galten am Dienstagvormittag dem Rektor, der acht Jahre lang die Geschicke der Marie-Pettenbeck-Schule geleitet hat. Er bleibt im Landkreis und wechselt an die Mittelschule Taufkirchen.

Alle Schüler-Altersgruppen hatten Beiträge für das zweistündige Programm zu Geiers Verabschiedung einstudiert. Es war nicht von Reden offizieller Gäste dominiert, sondern von den Schülern. Sie hielten sich an die Maxime, die Bürgermeister Manfred Ranft ausgab: „Abschiedsworte sollen so kurz sein wie Liebeserklärungen.“ Zwar musste auch Konrektor Rainer Sonnleitner in seiner Begrüßung zugeben: „Tja, schade für uns“, aber er wollte den Dank in den Mittelpunkt gerückt wissen – und die Freude, „dass wir acht Jahre lang einen so tollen und engagierten Rektor haben durften“.

Die AG Schulspiel unter der Leitung von Daniela Meinelt hatte viele Dinge, die man nicht kaufen kann, in die fünf Säcke der Zwerge gepackt. Am Ende des Auftritts gab es ein „königlich bayerisches Ruhekissen“ für Geier. Die Fünftklässler machten in ihrem „Geier-Rap“ deutlich, dass sie Geier gern zurücknehmen würden, sollte es in Taufkirchen nicht richtig klappen. Die Achtklässler waren auf die Straße gegangen, um die Menschen zu fragen, was sie mit Geier verbinden. Dass der Film, der daraus entstand, wegen technischer Probleme nicht gezeigt werden konnte, war schade.

Die Grundschüler hatten unter der Leitung von Claudia Bachmaier einen bayerischen Tanz einstudiert und damit den Geschmack Geiers getroffen. Amelie Sorger begleitete alle Grundschüler, als sie das Lied „Ich schenk dir einen Regenbogen“ vortrugen. Die Moderatoren Michelle Stübing und Richard Büchner trugen noch ein Gedicht vor, das Elisabeth Enderlein aus der Klasse 10/II verfasst hatte.

Natürlich kannte das Lehrerkollegium den Schulleiter und seine kleinen Schwächen und großen Stärken am besten, und breitete beides geradezu genüsslich vor der Schulgemeinde aus: von der ständigen Unordnung im Fach des Rektors über seine nicht immer zu erkennende Frisur bis hin zu seinen Schwierigkeiten an der Kaffeemaschine.

Aber Geier war immer ein ganz großer „Kummerkasten“, hatte Humor – und nahm sich vor allem Zeit. Dies wurde in vielen Redebeiträgen deutlich. Schulverbandsvorsitzender Hans Wiesmaier sagte unter anderem: „Du hast viel begonnen, ohne zu wissen, wie es ausgeht.“ Das betreffe vor allem das große Abenteuer „9+2“, das jetzt die Schule so gut da stehen lasse. Fördervereinsvorsitzender Hermann Zoglauer nahm Bezug auf den ungemein erfolgreichen Abschlussjahrgang: „Du hast viele weiter gebracht, als sie selbst geglaubt haben.“

Die Elternbeiratsvorsitzende Eva Csauscher machte es ganz kurz, meinte, sie könne sowieso nicht so gut reden, sie habe jemanden, der das besser könne. Und damit kam Kabarettist Wiggerl aus Berglern auf die Bühne. Er hat schon mit Adolf Geier Theater gespielt und ist auch auf die Marie-Pettenbeck-Schule gegangen. Die Überraschung war perfekt.

Wiggerl freute sich, seine alte Englischlehrerin wiederzusehen, die dafür gesorgt habe, dass er jetzt besser Englisch könne als Lothar Matthäus. Ansonsten seien „Pause“ und „Ferien“ seine Lieblingsfächer gewesen. Das war natürlich ganz nach dem Geschmack der vielen Schüler, die den Ferien entgegenfieberten. Schülersprecher Richard Büchner hatte auch noch was zu sagen, und zwar etwas, was er Geier voraus hatte: Büchner war schon in Taufkirchen auf der Schule. Und so meinte er: „Ich war dort, ich wünsch’ Ihnen ganz viel Nerv dafür.“

Geier selbst hatte dann auch das Bedürfnis, sich kurz zu fassen, konnte aber eine launige Bemerkung an die Adresse des Überraschungsgastes nicht lassen: „Wo andere eine Monika Gruber haben, haben wir einen Wiggerl.“ Für die Kinder gab es danach eine große Pause, für die Offiziellen einen Stehempfang. klk

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