Private Heimvolksschule Wartenberg

Von allen Vorwürfen entlastet

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Wartenberg - Eine Anzeige und mehrere Dienstaufsichtsbeschwerden waren eine Belastung für die Verantwortlichen der Ganztagsintensivklasse. Nun hat die Regierung von Oberbayern alle Anschuldigungen als unbegründet zurückgewiesen.

Es war eine quälend lange Prozedur, aber nach über eineinhalb Jahren ist offiziell bestätigt: Die Dienstaufsichtsbeschwerden gegen den Leiter der Heimvolksschule Wartenberg und den damaligen Leiter des Schulamts Erding sind haltlos. Die Regierung von Oberbayern hat die Beschwerden gegen Ende Januar „als unbegründet zurückgewiesen“. Das teilt die Behörde nun auf Nachfrage mit.

„Die Ermittlungen haben ergeben, dass dem Schulleiter weder in strafrechtlicher noch in dienstrechtlicher Hinsicht ein pflichtwidriges Verhalten vorzuwerfen ist“, schreibt Michaela Krem, Pressesprecherin der Regierung, in einer Stellungnahme. Die Regierung sieht bei keinem der beiden Beschuldigten eine Verletzung von Dienstpflichten.

Am Anfang der Affäre stand eine Strafanzeige gegen einen Therapeuten in der Ganztagsintensivklasse (Gik) der Heimvolksschule. Die Vorwürfe wurden im Herbst 2014 öffentlich bekannt und klangen gravierend: Körperverletzung und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Beide Anschuldigungen bezogen sich nach Informationen unserer Zeitung auf eine angeblich unsachgemäße Handhabung von Medikamenten bei einem Schüler in der Gik. Der Arbeitsvertrag des Therapeuten wurde nicht verlängert. Die Strafanzeige der Mutter des Schülers gegen ihn blieb aber ergebnislos.

Wie die Regierung nun bestätigt, ging die Frau gleichzeitig mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Braun vor. Parallel seien zwei Dienstaufsichtsbeschwerden von ehemaligen Lehrern der Gik erhoben worden.

Strafrechtlich nicht relevant

Im Kern warfen die Beschwerdeführer dem Rektor Michael Braun und Ex-Schulamtsleiter Hans-Rudolf Suhre vor, dass sie zu lange zugeschaut und nicht eingegriffen hätten. Das hatte die Regierung schon bei einer früheren Presseanfrage bestätigt.

In der Strafsache selbst kam die Staatsanwaltschaft Landshut nie über eine Vorermittlung hinaus. Bereits im November 2014 wurden die Anschuldigungen als „strafrechtlich nicht relevant“ zurückgewiesen. Dagegen legte die Anzeigeerstatterin Beschwerde ein, und das Verfahren wurde erneut aufgerollt. Am Ende bekräftigte die Staatsanwaltschaft ihre erste Einschätzung.

Mit diesem Ablauf begründet die Regierung nun auch die Dauer der eigenen Prüfung. „Wegen der identischen Vorwürfe im Strafverfahren und der Relevanz für die Dienstaufsichtsbeschwerden wurden die Verwaltungsermittlungen bis zum Abschluss der strafrechtlichen Ermittlungen ausgesetzt“, schreibt die Sprecherin. Das sei das übliche Prozedere. „Nach Ablauf der Rechtsmittelfrist haben wir die Strafakten angefordert und unter dienstrechtlichen Aspekten geprüft.“

Zur Arbeit an der Heimvolksschule erklärt die Regierung von Oberbayern: „Die Gik ist eine bewährte Form der Beschulung verhaltensauffälliger Schüler.“ Das pädagogische Konzept der Gik sei schulaufsichtlich geprüft und genehmigt. Auch am Träger der Schule, dem Seraphischen Liebeswerk Altötting, äußert die Regierung keine Zweifel. Die Stiftung betreibe seit 1989 an verschiedenen Standorten in Bayern Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

In der Ganztagsintensivklasse kooperieren mehrere Institutionen, um mit einem erhöhten pädagogischen Stellenschlüssel vormalige Schulverweigerer zum Abschluss zu führen: die Schule, das Jugendamt und die Brücke Erding. Mehrere langjährige Partner haben auch vor dem offiziellen Abschluss des Beschwerdeverfahren an die Verantwortlichen in der Gik geglaubt. In der Klasse werde erfolgreiche Arbeit geleistet, hatte Jugendamtsleiter Peter Stadick in einer öffentlichen Ausschusssitzung im Februar 2015 erklärt. Und auch der Lions Club Erding – Sponsor von Anfang an – hörte nicht auf, für das Projekt zu spenden. Im Oktober 2015 flossen für diese pädagogische Arbeit 3000 Euro nach Wartenberg.

Von Timo Aichele

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