Altes Schulhaus 

Wutausbruch wegen Mehrkosten

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Den Bericht von Architekt und Bauleiter ließ Christian Pröbst noch über sich ergehen, dann platzte es aus ihm heraus. „Ich bin stocksauer“, rief der 3. Bürgermeister in der Wartenberger Marktratssitzung am Mittwochabend aus. Der Stein des Anstoßes: 90 000 Euro Mehrkosten bei den Baumeisterarbeiten für die Sanierung des Alten Schulhauses. Erst vor zwei Tagen seien er und weitere Räte im Hauptausschuss beisammen gesessen. Keiner habe etwas darüber gesagt. „Und jetzt werden wir vor vollendete Tatsachen gestellt“, beklagte Pröbst.

Wartenberg– Nicht nur die Kosten des 2,4-Millionen-Euro-Projekts steigen, auch der Zeitplan ist nicht zu halten. Statt Herbst 2018 stellte Architekt Udo Rieger eine Fertigstellung im Februar 2019 in Aussicht.

Angefaulte Balkenköpfe in der Decke, Wände und Fensterlaibungen, die teilweise nur vom Mörtel zusammengehalten wurden, Risse in Mauern – das hat nach den Worten Riegers und seines Bauleiters Markus Irlesberger erhöhten Aufwand nach sich gezogen.

Für diesen Bericht verteilte Pröbst eine „Note 6“. Das ließ Rieger nicht auf sich sitzen. Nur durch Untersuchungen, die alleine vielleicht 200 000 Euro gekostet hätten, wären solche verdeckten Schäden vorab zu entdecken gewesen, sagte der Experte für Altbausanierungen. „Herr Rieger hat auch keinen Röntgenblick“, sprang Bürgermeister Manfred Ranft (FWG) dem Planer bei. Das Vergaberecht verbiete, als Puffer für Unwägbarkeiten Regiearbeiten mit auszuschreiben, erklärte Bauleiter Irlesberger. So etwas dürfe man bei öffentlichen Bauten rechtlich nur über Nachträge abrechnen.

„Die Kommunikationsprobleme kann man sicher nicht den Herren Rieger und Irlesberger ankreiden“, gab Ranft zu. Planer und Bauleiter hätten das Bauamt regelmäßig informiert. „Das ist ein Verwaltungsproblem“, urteilte Eduard Ertl (Neue Mitte).

„Gibt’s noch weitere Unwägbarkeiten?“, wollte am Ende Michael Paulini (SPD) wissen. Das nächste große Gewerk seien die Zimmererarbeiten am Dach, antwortete Rieger. Die Dachfüße seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht komplett einsehbar und damit ihr Zustand noch nicht einzuschätzen.

Vor allem die weitere Verzögerung des Zeitplans berge noch Risiken, ergänzte Irlesberger. Er gehe von einer Winterpause bis Mitte März aus, das Wetter sei aber eine Unbekannte. Außerdem seien einige Aufträge bereits erteilt, und die Firmen hätten das Recht zu kündigen. Da werde er versuchen, eine gute Lösung mit allen Beteiligten zu finden. timo aichele

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