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Altes Schulhaus

Zimmer mit Aussicht

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Das sanierte Alte Schulhaus wird ein Schmuckstück. Davon konnten sich die Markträte bei einer Führung überzeugen. Ohne Kritik ging die Besichtigung aber nicht über die Bühne.

Wartenberg– „Der Ausblick ist irre“, entfuhr es Heike Kronseder am Mittwochabend im Alten Schulhaus. Dieser Meinung waren auch andere Mitglieder des Marktrats. Bei der Besichtigung des seit Jahren heiß debattierten Sanierungsprojekts auf dem Nikolaiberg fingen ein paar Räte zu frotzeln an. Da wolle man doch auch ein Sozialfall werden, meinte der eine oder andere. Die geplanten Sozialwohnungen – ursprünglich gedacht für anerkannte Asylbewerber – werden lichtdurchflutet und mit hohen Räumen ausgestattet sein. Und dann der Blick: Im Westen liegt dem Nikolaiberg der ganze Ortskern samt Pfarrkirche zu Füßen.

„Das sind Wohnungen, die Sie so auf dem freien Markt nicht finden können“, sagte auch Architekt Udo Rieger. Er führte die Räte durch den entkernten Rohbau und erläuterte, welche Deckenbalken verstärkt und wo alte Vollziegel-Wände gestützt werden mussten. Die Holzdecke über dem Bürgersaal sei nicht mehr zu halten gewesen, sagte Rieger. „Aber kein Schaden ohne Nutzen: Mit der Betondecke ist der Schallschutz zu den Wohnungen darüber perfekt geregelt.“

Momentan seien die Arbeiten „a bisserl in Verzug“, berichtet Bürgermeister Manfred Ranft. Er ist dennoch optimistisch, dass der Fertigstellungstermin im Herbst 2018 gehalten werden kann. Ein wichtiger Schritt ist der Einbau der Fenster noch im Dezember oder Januar. „Bei günstiger Witterung können wir das hinbekommen“, erklärte Ranft. Dann kann es über den Winter innen weitergehen. Ausbesserungen am Dach samt Neudeckung stehen dann ohnehin noch an.

Sebastian Baumann (Neue Mitte) äußerte sich in der Sitzung nach der Besichtigung ungehalten über die „Informationspolitik“. Dass die Holztreppe durch eine Betontreppe ersetzt wurde, hätte seiner Ansicht nach der Marktrat diskutieren müssen. Er habe Recht, gab Ranft zu. Angesichts einer Einsparung von rund 10 000 Euro glaube er aber nicht, dass das Gremium anders entschieden hätte. Es sei umgeplant worden, da ein entscheidender Balken im Obergeschoss marode war. Der Anschluss hätte nicht mehr gepasst.

Ursprünglich hätte die historische Treppe angehoben werden sollen. Für dieses Thema war eigens ein Gutachten erstellt worden. Auch das wurde in der Sitzung kritisiert. Kronseder sagte, sie finde es „grundsätzlich sehr betrüblich“, wenn man dafür „viel Geld“ ausgebe und dann doch alles anders mache. Laut Ranft handelt es sich um 3000 Euro. Die Gesamtkosten der Sanierung liegen bei 2,4 Millionen Euro.

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