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Ein Frühschoppen, vier Kandidaten (v. l.): Robert Hegenauer, Hans Schreiner, Dominik Rutz, Michael Gruber. 

Attacke von Kontrahent Hans Schreiner beim Frühschoppen von FW, Grünen und SPD

Lindenallee: „Der Landrat verschanzt sich hinter dem Straßenbauamt“

Zu einem Frühschoppen haben die Freien Wähler, die Grünen und die SPD ins Gasthaus Reiter in Wartenberg eingeladen. Zu Gast war auch der gemeinsame Landratskandidat Hans Schreiner, der die Gelegenheit nutzte, sich im vollbesetzten Saal vorzustellen und seine kreispolitischen Ziele zu erläutern. Ihm geht es bekanntlich um einen Stilwechsel in der Politik, aber er sprach auch Dinge an, die in Wartenberg auf den Nägeln brennen, beispielsweise die Lindenallee, Radwege oder den Öffentlichen Personennahverkehr.

VON KLAUS KUHN

Wartenberg – Auch die drei Wartenberger Bürgermeisterkandidaten Michael Gruber (SPD), Robert Hegenauer (Freie Wähler) und Dominik Rutz (Grüne) erhielten Gelegenheit, sich vorzustellen. Gruber war dabei wohl schon beim Fasching: „Der Groh Gustl war mein Nachhilfelehrer. Viel gebracht hat es nicht.“ Es kamen aber auch interessante Gemeinsamkeiten bei den Bewerbern heraus: So haben Gruber und Rutz jahrelange Auslandserfahrungen, die sie jetzt einbringen wollen. Hegenauer äußerte den Wunsch nach einem Stilwechsel vor, begrüßte seine „lieben Mitbewerber“. Gäste waren zahlreich gekommen, die Wartenberger haben bekanntlich Auswahl.

Die Kandidaten waren schnell bei den lokalen Themen, unter anderem der Lindenallee, bei der Schreiner dem Amtsinhaber vorwarf: „Der Landrat verschanzt sich hinter dem Straßenbauamt.“ Dazu machte Lee Voitenleitner deutlich: „Der Landrat hat das letzte Wort“, zitierte er die Behörde, um dann nachzulegen: „In Langenpreising werden anderthalb Meter von der Kreisstraße Bäume nachgepflanzt. Warum geht das da?“ Bekanntlich war der Pflanzabstand das große Thema. Die Lindenallee sei ein Naturdenkmal, für das andere Regeln gelten, so Grünen-Kreissprecherin Helga Stieglmeier. Das Thema bleibt auf der Tagesordnung.

Franz Weiß monierte, dass mit dem Ziel, den Marktplatz in Wartenberg autofrei zu machen, nichts vorwärts gehe. Jetzt seien die Freien Wähler im Rathaus schon so lange am Ruder. Rutz verwies dazu auf die Sanierungssatzung, Gruber erneuerte seine Kritik an den Elektrotankstellen genau an diesem Platz. Franz Ganslmaier verwies auf eine wirksame Ausweichmöglichkeit: Die gemeindeeigenen Plätze an der Thenner Straße würden seit Jahren von Wohnwagen blockiert. Das sollte man sich doch mal anschauen. Beim Volksfestplatz habe man das Problem, dass es sich um unterschiedliche Eigentümer handele.

Der Standort des Wertstoffhofs wird von vielen weiterhin als nicht ideal angesehen, der aktuelle Zustand als nicht tragbar kritisiert. Anita Zink: „Der Saustall ist extrem!“ Gleichwohl mussten auch die Versammlungsteilnehmer zur Kenntnis nehmen, dass die Mehrheit so entschieden habe, dass der Platz ans Sportgelände kommt. Gruber äußerte hier noch die Hoffnung, dass die Ausschreibungen wegen der explodierenden Kosten noch aufgehoben werden könnten.

Apothekerin Stephanie Weltrich-Streit brachte das Thema „ärztliche Versorgung“ ein und forderte eine ortsnahe Facharztversorgung. Schreiner sprach hier von einem bundesweiten Problem. Rutz bedauerte, dass er hier keinen Einblick habe, weil das Thema nichtöffentlich behandelt werde. Das war Ansatz zur Kritik von Gruber, bekanntlich im Marktgemeinderat: „Die Nichtöffentlichkeit ist produziert und nicht immer notwendig.“ Aber dann wurde er deutlich: „Es kann nicht sein, dass die Gemeinde mit öffentlichen Geldern Ärzte ansiedelt.“ Das sei ungerecht gegenüber denen, die schon da seien und diese Förderung nicht erhalten hätten.

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