Auflösung des Wartenberger Sozialvereins

Füreinander Miteinander auseinander

Wartenberg – Aus für Füreinander Miteinander: Der Wartenberger Verein wird sich auflösen. Es mangelt an aktiven Mitgliedern.

Der Verein Füreinander Miteinander in Wartenberg wird sich auflösen. Am kommenden Montag wird der Vorstand mit Ulrich Adriany, Sebastian Köhler und Jörg Sedlmeier zusammenkommen und den Termin für eine Hauptversammlung festlegen, bei der die Auflösung beschlossen werden soll. Derzeit wird das Vereinsvermögen liquidiert.

Adriany bestätigte in einem Gespräch mit der Heimatzeitung entsprechende Informationen aus dem Umkreis des Vereins, der nach seinen Schätzungen zwischen 30 und 40 Mitglieder hat, die angeschrieben werden müssten. „Aktiv sind vielleicht noch fünf“, sagte er.

Zum Vereinsvermögen gehört auch ein Fahrzeug. Adriany kündigte dazu an, dass mit den Spendern über eine mögliche Rückzahlung etwaiger Zuwendungen gesprochen werden müsse. Der Verein hat nach seinen Worten zehn Jahre lang bestanden. Der Grund für die Auflösung: „Keine Mitglieder mehr. Wir sind in den letzten Vorbereitungen für die Auflösung.“

Adriany erinnerte daran, dass schon der Tafel-Betrieb vor knapp einem Jahr wegen fehlender Mitglieder-Aktivitäten habe eingestellt werden müssen.

Vereinsorganisatorisch bedeutet die Auflösung eine Herausforderung. Adriany bezweifelt, dass eine ausreichende Zahl von stimmberechtigten Mitgliedern zusammenkommen wird.

Es ist ein tristes Ende für einen Verein, der den Tafelladen erst 2012 übernommen hatte. Die Zahlen für 2013 sahen noch so aus: 280 Kubikmeter Möbel und Hausrat, zehn Tonnen Kleiderspenden, 20 000 Euro Geldspenden auf der Einnahmenseite.

Der Verein ist untrennbar mit dem Namen Andreas Dietz verbunden, der jetzt Ehrenvorsitzender, aber durch eine schwere Erkrankung – im Februar 2012 erlitt er eine Hirnblutung, seit der er im Rollstuhl sitzt – selbst auf Hilfe angewiesen ist.

Spendenläden wie „Des Kaisers neue Kleider“ oder „Tischlein deck Dich“ hat der Verein in der Unteren Hauptstraße betrieben. Er hatte auch einen Vorläufer: So gab es einmal den Verein „Helfende Hände Wartenberg“ unter der Führung von Rüdiger Dorbandt, der mit Füreinander Miteinander, gerade was diese Spendenläden angeht, kooperiert hat.

2010 hatte der Verein, damals noch unter der Dietz’ Führung, sogar einen Kochkurs für Tafel-Kunden organisiert – in der Erkenntnis, dass diese Menschen sich Fertigprodukte nicht leisten können, die Tafel aber gesunde frische Lebensmittel bereitstellt, die aber auch verarbeitet werden wollen. 2011 eröffnete Füreinander Miteinander am Schrader-Velden-Ring sogar ein Büro, weil die vielen, auch öffentlich geförderten Sozialprojekte anders nicht mehr zu koordinieren waren.

Der Zusammenbruch kam eher schleichend: Der Verein hatte unter anderem den Standort in Erding aufgegeben und im Kratzerwirt in Berglern eine Zweigstelle errichtet. Diese wird jetzt von „Rundum Berglern“ betrieben.

Klaus Kuhn

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