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Johannes Lesser mit seiner Lieblingsarbeit.

Ausstellung der Startbahngegner in Wartenberg

„So düster wie die Zukunftsaussichten mit der dritten Startbahn“

Zehn Jahre dauert nun schon der Widerstand gegen die dritte Startbahn am Flughafen München an. Die Akteure nutzten diesen Jahrestag, um vor rund 80 Gästen im Wittelsbacher Saal im Alten Schulhaus in Wartenberg deutlich zu machen, dass dieser Widerstand nicht nachlassen darf. Das taten sie im Rahmen einer Bilderausstellung.

Wartenberg/Flughafen – Man sei bisher erfolgreich gewesen, aber man dürfe sich von dem jetzt von der aktuellen Regierungskoalition in München ausgehandelten Moratorium nicht einlullen lassen. Das war die Quintessenz aller Redner. Auch von Johannes Lesser, der im zweiten Semester Fotodesign in München studiert. Er ist in seinem Studienjahrgang der einzige Freisinger und präsentierte eine Bilderreihe aus der Semesteraufgabe „Was mich betroffen macht“.

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Becher aus Moosburg, der Lesser bei der Jugendkulturpreis-Verleihung in Freising kennengelernt und sofort gesagt hatte: „Die Bilder, die brauchen wir!“, kommentierte die kleine Serie von Schwarz-Weiß-Fotos, auf Karton so: „Sie sind genau so düster wie die Zukunftsaussichten mit einer dritten Startbahn wären.“ Die dunkel gehaltenen Bilder Lessers standen teils in einem seltsamen Kontrast zu der Buntheit des Widerstands, von dem Aufgemuckt-Sprecher Christian Magerl eine groß angelegte Präsentation mitgebracht hatte.

„Wo ist noch was zu sehen von diesem Widerstand?“, fragte Lesser zu seinem Konzept. Er ist fündig geworden an Stadeln mit großformatigen Schriftzügen, an Gartenzäunen und eigens aufgestellten Grabsteinen in Attaching. Das Bild, mit dem er seine Arbeit für die Hochschule zwar abschloss, die Arbeit am Thema aber fortsetzen möchte, zeigt eine schwarze Flugzeug-Silhouette vor wolkenverhangenem Himmel. Für den Fotografen ist das seine Lieblingsarbeit, aber auch der Versuch, die aktuelle Bedrohung sichtbar werden zu lassen. Die Faszination Fliegerei, wie sie Günther Plath in großformatigen Fotos am Airport selbst zeigt, weicht hier einem Bedrohungsgefühl. Hier will Lesser weiter dran arbeiten, will das noch darstellen, was er „die Gegenseite“ nannte, also die gewaltige Bautätigkeit am Flughafen. „Die glauben an die dritte Startbahn“, meinte er.

Diese Bautätigkeit war auch das Thema Bechers: „Die bauen mal so eben zwei Mal den Nürnberger Flughafen dazu. Es ist nicht angekommen, dass die Belastungsgrenze erreicht ist.“ Die Zahlen, die Magerl dazu aufbereitet hatte, zeichnen ein völlig anderes Bild als die Pressestelle der Flughafengesellschaft: Noch immer habe man die Zahl der Flugbewegungen von 2008. Also sei und bleibe die dritte Bahn überflüssig.

Eröffnet hatte die Veranstaltung Konrad Huber von der Bürgerinitiative Wartenberg gegen die dritte Bahn. Später wurde noch eine Videobotschaft von Katharina Schulze eingespielt. Über die Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion sagte Huber zur Heimatzeitung: „Ohne sie wäre die dritte Bahn wohl schon gebaut.“ 

 KLAUS KUHN

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