Bebauungsplan Pesenlern

Bauernhöfe, aber keine Bettenburgen

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Die Entwicklung von Pesenlern soll in einem Bebauungsplan gesteuert werden. Dem Planer geht es um den Dorfcharakter mit typischen großen Häusern.

Wartenberg– Den Dorfcharakter erhalten – das ist für Franz Pezold ein wichtiges Ziel des Bebauungsplans für ganz Pesenlern. Daher will der Architekt die Hofstellen in ihren Baugrenzen möglichst erhalten, auch wenn die Betriebe einmal aufgelöst werden sollten. Der Marktgemeinderat billigte die Planfassung einstimmig.

In den vergangenen Jahren habe es einige Bauanträge gegeben, erklärte Pezold. „Bevor man auf jeden einzeln reagiert“, sei es richtig, die Entwicklung des Ortes in einem Bebauungsplan zu regeln. Die Aufgabenstellung erinnere an Auerbach. Der dortige Bebauungsplan sei nach seiner Aufstellung aber umstritten geblieben. Im Nachhinein wurden Flächen im Norden herausgenommen, weil sich dort Bauernhöfe befinden. Eine so tiefe Regelungsdichte wie in Auerbach wolle er auch wegen dieser Erfahrungen in Pesenlern nicht, erklärte der Architekt. Der Bebauungsplan sei daher zurückhaltend.

Bei den aus Pezolds Sicht typischen Gebäudegrößen in einem Dorf hakte 3. Bürgermeister Christian Pröbst ein. Es könne doch nicht die Absicht sein, „dass ein landwirtschaftliches Gebäude zum Schlafhaus mit 30 Betten wird“, sagte er zum aktuellen Trend, immer mehr Pensionen und Arbeiterwohnheime zu errichten. „Widerspricht eine solche Bettenburg nicht dem dörflichen Charakter?“, fragte auch Michael Paulini (SPD). Über den Bebauungsplan lasse sich das nicht einschränken, antwortete der Architekt. „Wir haben aber einen sehr hohen Stellplatzschlüssel“, erklärte er. Ein Bauherr müsse erst einmal je einen Parkplatz pro Bett auf seinem Grundstück unterbringen.

Michael Gruber (SPD) stellte den Bedarf an Querungshilfen zur Debatte. In einer Bürgerbefragung habe sich eine klare Mehrheit derPesenlerner dagegen ausgesprochen, erwiderte Bürgermeister Manfred Ranft (FWG). „Außerdem bin ich der Meinung, dass nicht so viel Verkehr da ist, um eine Querungshilfe zu rechtfertigen“, sagte er. Bei einer Beteiligung von 70 Prozent der Bürger hätten sich 90 Prozent dagegen ausgesprochen, ergänzte Pröbst.

Gruber sah den Grund für die Ablehnung nicht beim mangelnden Interesse. „Wenn die Frage die Drohung enthält, dass die Bürger viel Geld zahlen müssen, dann kann man schon Entscheidungen beeinflussen“, kritisierte er. Seine Ratskollegen überzeugte er damit nicht. Mit 11:4 Stimmen beschloss der Marktrat, keine Querungshilfen in den Bebauungsplan aufzunehmen.

Einstimmig wurde dagegen der Auftrag für Unterhaltsmaßnahmen an Straßen in Pesenlern erteilt. Die Kostenschätzung liegt bei 35 000 Euro netto.

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