Bierbank-Couchen und Musik: das DeSchoWieda-Open-Air vergangenen August auf dem Nikolaiberg.
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Bierbank-Couchen und Musik: das DeSchoWieda-Open-Air vergangenen August auf dem Nikolaiberg.

Auf dem Nikolaiberg ist einiges geboten

Martina Schwarzmann, DeSchoWieda & Co.: Bühne frei für Wartenbergs Kultursommer

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Martina Schwarzmann, DeSchoWieda, „Ausgrissn“-Star Julian Wittmann und und und: Das ist das Programm für den Kultursommer auf dem Wartenberger Nikolaiberg.

Wartenberg – Noch heute schwärmen die Konzertbesucher von diesem Abend im August 2020: dem kurzfristig aus dem Boden gestampften Open-Air-Konzert von DeSchoWieda auf dem Wartenberger Nikolaiberg. Es war ein Hoffnungsschimmer für Kulturgenießer und eben auch für die Künstler selbst mitten in der Pandemie. Mit mehr Anlaufzeit wird nun heuer über einige Wochen deutlich mehr geboten sein auf dem Nikolaiberg: Der Markt Wartenberg veranstaltet den Kultursommer 2021. Los geht’s am 18. Juni mit keiner Geringeren als Kabarettistin Martina Schwarzmann. Unsere Zeitung hat sich mit den Hauptorganisatoren, Bürgermeister Christian Pröbst und Maximilian Kronseder von DeSchoWieda, getroffen und sich das Programm vorstellen lassen.

Kronseder hat schon einige Konzerte erlebt, sein Heimspiel auf dem Nikolaiberg war für den Wartenberger aber etwas ganz Besonderes. „Es war ein Lichtblick, und das auf der schönsten Bühne dahoam“, schwärmt er. Nicht viel anders sah es der Marktrat, der sich einhellig für den nun größer angelegten Kultursommer ausgesprochen hat (wir berichteten). „Wir machen diese Veranstaltung, um das kulturelle Leben wieder in Schwung zu bringen, die Künstler zu unterstützen und wieder alle zusammenzubringen“, sagt Pröbst.

Den Schwerpunkt bilden Picknick-Konzerte – wie im Vorjahr wieder mit Biertisch-Couchen. Nach dem Auftakt am 18. Juni mit Martina Schwarzmann folgt der Auftritt der Kapelle So&So am 30. Juni. „Mein Geheimtipp“, empfiehlt Kronseder die Band, bei der auch ein Musiker von LaBrassBanda am Start sei. „Sie decken die ganze Bandbreite ab. Volksmusik und freche Texte – de san guad“, so sein fachmännisches Urteil.

Weiter geht’s am 14. Juli mit einem Doppelauftritt. Zunächst betritt der Lengdorfer Musikkabarettist Julian Wittmann – bestens bekannt durch das Roadmovie „Ausgrissn – die Bühne, nach ihm spielt der Oimara vom Tegernsee, Beni Hafner. Die Keller Steff Band ist am 21. Juli dran, gefolgt von DeSchoWieda am 28. Juli.

Das Ticketkontingent ist wegen Corona vorsorglich auf 230 Stück pro Konzert begrenzt. Am vergangenen Samstag ist der Verkauf über kultursommer.wartenberg.de bereits gestartet, wegen des zu erwartenden Ansturms hatte der Markt darüber vorab nur seine eigenen Bürger im Mitteilungsblatt informiert. Für Schwarzmann und DeSchoWieda sind die Karten bereits vergriffen. Zu den weiteren Auftritten seien alle, auch von außerhalb, herzlich willkommen, betont Pröbst.

Das gilt freilich auch für die weiteren Veranstaltungen wie das Event des Wartenberger Kinderschutzbunds am Samstag, 17. Juli, für das man sich ab dem 29. Juni unter Tel. (0 87 62) 62 32 anmelden kann. Geplant ist unter anderem ein Wunderlieder-Konzert. Am 30. Juli beteiligt sich der KulturMarkt Wartenberg am Kultursommer, und zwar mit einem weiteren Picknickkonzert. Das Motto lautet „Musik von hier“, auftreten werden das Vokalensemble Xangphonics mit neuen Sängern aus Wartenberg und den Nachbargemeinden sowie die Band Fliegende Haie um die gebürtige Wartenbergerin Kristina Paulini, die heute in Augsburg wohnt. Auch dafür ist eine Anmeldung wegen des Besucherlimits nötig.

Der Markt als Veranstalter wird von den Vereinen tatkräftig unterstützt. Die Bewirtung übernimmt jedes Mal ein anderer. An Bord sind laut Pröbst bislang: Skiclub, TSV, St. Ulrich Pesenlern, Henaheisl e.V. und Reiterbräu. „Der direkte Nachbar am Nikolaiberg, Dietmar Geier, hilft auch mit“, sagt Pröbst, die Markträte werden ebenfalls mit anpacken. So zum Beispiel Nikolaus Hintermaier mit seiner Zimmerei. Er begleitet als Mann vom Fach den Aufbau der fünf mal acht Meter großen Bühne.

Die soll übrigens bis Ende September stehen bleiben. „Die Vereine können dort auch selber was machen“, sagt Pröbst, sie müssten nur auf den Markt zukommen. Gedankenspiele gebe es bereits beim TSV, einen Teil der vom Starkbierfest bekannten Aufführungen – der Rest geht online – auf den Nikolaiberg zu bringen.

Ohne Hygienekonzept geht’s natürlich nicht. Mit dem TSV-Gefährt werden wie im Vorjahr wieder sechs mal sechs Meter große Parzellen für maximal drei Haushalte und zehn Personen aufgestreut. Hinzu kommen zwei Zugänge, Desinfektionsmittel und Maskenpflicht auf den Wegen. Man werde sämtliche zum jeweiligen Tag aktuellen Vorgaben umsetzen, verspricht Pröbst. Sollte ein positiver Corona-Fall im Nachgang auftreten, könne man wegen der Voranmeldung ein Cluster der benachbarten Parzellen erstellen und so dem Gesundheitsamt Hinweise geben.

Geparkt werden könne am Volksfestplatz, die Zufahrt zum Open-Air-Gelände werde abgesperrt, Rettungswege würden freigehalten, ergänzt der Bürgermeister. Die meisten Veranstaltungen habe man bewusst auf einen Mittwoch gelegt, um einem übermäßigen Alkoholkonsum vorzubeugen. Beginn ist meist um 19.30 Uhr, Ende zwischen 22 und 22.30 Uhr.

Martina Schwarzmann spielt übrigens an einem Freitag. Aber bei ihr ist man froh, sie überhaupt bekommen zu haben. Normalerweise quasi unmöglich, sagt Kronseder. Doch seine Band DeSchoWieda arbeite mit der selben Agentur zusammen wie die Kabarettistin – „also habe ich mal angeklopft“. Mit Erfolg.

Sponsor des Kultursommers ist die VR-Bank Erding. Sollte es beispielsweise wetterbedingt zu finanziellen Einbußen für die Vereine kommen, hat der Markt zur Absicherung 5000 Euro im Haushalt stehen.

„Die kulturelle Zukunft sehe ich am Nikolaiberg“, betont der Bürgermeister, der sich vorstellen kann, dass der Kultursommer in den kommenden Jahren ausgebaut wird. Vielleicht könne man dort ja auch das seit ein paar Jahren nicht mehr stattfindende Nikolaibergfest wiederbeleben.

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