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Volles Haus bei der Kreisversammlung der Gartler im Trachtenstadel.

Bürgermeister Manfred Ranft klagt über Fehlplanungen

Problem-Bäume vor der Haustür

Wartenberg – Der Lob der Politik für die Ehrenamtlichen mit dem Grünen Daumen gehört zu jeder Versammlung des Kreisverbands Erding für Gartenbau und Landespflege. „Ich sehe selten einen Verband, der so nachhaltig arbeitet“, erklärte Vizelandrat Jakob Schwimmer am Dienstagabend in Wartenberg. Mit der Nachhaltigkeit im öffentlichen Raum sei das so eine Sache, ergänzte aber Bürgermeister Manfred Ranft.

Es gebe immer wieder Forderungen, dass Bäume weg müssten, weil sie Schatten werfen oder gar „Dreck machen“, klagte er in der Herbstversammlung des Verbands. Doch oft seien kurzsichtige Planungen der Grund.

Hier nahm sich Ranft die Architekten zur Brust. In einem konkreten Fall seien Platanen in einen Bebauungsplan gemalt worden. Als dann erste Klagen über diese Bäume gekommen seien, habe er einen Fachmann geholt, berichtete der Bürgermeister. Die Auskunft des Experten: „Klar, das ist eine Platane. Das ist ein Parkbaum. Der wird noch mal so groß.“ Nachhaltigkeit sehe anders aus, kritisierte Ranft angesichts solcher Fehlplanungen.

Die Kreisvorsitzende Brigitte Murla äußerte in der Versammlung im Wartenberger Trachtenstadel Verständnis. „Ein Baum wird dann zum Problembaum, wenn er den falschen Standort hat“, sagte sie. Die Gartenbauvereine hätten hier den nötigen Sachverstand, um beratend tätig zu werden. Typische „Zubringerdienste für die Kommunen“, wie sie Schwimmer nannte.

Solcher Sachverstand muss immer aktualisiert werden: Darum unternimmt der Kreisverband verschiedene Lehrfahrten. Kreisgeschäftsführer August Groh und die Kreisvorsitzende rührten die Werbetrommel für die Programme. Alois Hargasser, Vize beim gastgebenden Verein, stellte die Wartenberger Gartler vor und ging dabei tief in die Geschichte des immerhin 112 Jahre alten Vereins. „Hier sehen Sie unseren Groh Gustl etwas jünger“, sagte er zu einem älteren Foto. Tatsächlich ist der 280 Mitglieder starke Verein mit bisher nur sechs Vorsitzenden ausgekommen und hat sich der Landschaftspflege besonders verschrieben.

Fast hätte es der Kreisverband geschafft. Murla begrüßte zur Herbstversammlung 36 der 37 Vereine im Landkreis. „Vielleicht schaffen wir mal die 100 Prozent, aber das ist ja schon sehr gut“, freute sie sich im voll besetzten Trachtenstadel.

Zu besprechen gab es einiges: So wird der Landesverband im kommenden Jahr 125 Jahre alt und zieht darum die Spendierhosen an: Jeder Kreisverband bekommt eine Silberlinde geschenkt. So müssen jetzt auch die Verantwortlichen im Kreis Erding einen Platz ausfindig machen, wo dieser Baum auf stattliche Größe wachsen und gedeihen kann. Bis Ende Januar sollten die Vorschläge beim Kreisvorstand sein, sodass der Baum dann im Mai öffentlichkeitswirksam gepflanzt werden kann.

Im Jahr drauf, 2020, findet die Landesgartenschau in Ingolstadt statt. Hierzu ist wieder die Standbetreuung zu organisieren. Murla rief jetzt schon dazu auf, sich Gedanken zu machen. Man habe das Glück, dass die Landesgartenschau – Motto: „Inspiration Natur“ – „quasi vor der Haustür“ stattfinde.

Klaus Kuhn

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