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Eine noch nie dagewesene Situation ist es auch an der Wartenberger Schule. 

Lernen daheim wegen Corona

Marie-Pettenbeck-Schule: Haufenweise Papier und ein bisserl digital

Wie händelt eine große Einrichtung wie die Marie-Pettenbeck-Schule das Lernen daheim? Wir haben mit Rektor Michael Braun über das Homeschooling in Zeiten von Corona gesprochen.

VON KLAUS KUHN

Wartenberg – Geschlossene Schule bedeutet nicht in erster Linie verlängerte Ferien: Ärgerliche TV-Bilder von Kindern und Jugendlichen, die sich treffen, als wäre nichts Besonderes los, hat auch Michael Braun, Leiter der Marie-Pettenbeck-Schule in Wartenberg, im Hinterkopf, wenn er seine Telefonkonferenz abhält. Die Lehrerinnen und Lehrer haben nämlich auch nicht etwa frei, sondern echten Stress: „Die kümmern sich um die Aufgaben, beantworten Fragen, entweder per Mail oder telefonisch.“

Der Leiter der großen Grund- und Mittelschule hatte die Schließungen kommen sehen, und er hatte am Freitag vor einer Woche schon alle Beschränkungen für das Kopieren aufgehoben. „Alle Schüler haben was zum Arbeiten daheim“, sagt er. Zum einen seien Arbeitsblätter en masse kopiert worden, zum anderen hätten die Lehrer entsprechende Buchseiten herausgesucht und den Kindern genannt, damit klar sei, was zu bearbeiten ist.

Und wie im Unterricht gilt: Wenn ein Kind nicht weiter weiß, darf es den Lehrer fragen. Wie auch immer: E-Mails oder Telefon, die Lehrer sind da. Wie die Pädagogen das jetzt jeweils organisieren, muss Braun ihnen überlassen. Niemand in Bayern sei in vorbereitet gewesen, die Schulen seien darauf angewiesen, sich selbst zu organisieren, wie auch im Rest von Deutschland. Eine Mutter hat unserer Zeitung berichtet, dass ihr Sohn online seine Mathe-Arbeit geschrieben habe. Andere Lehrer geben per Mail Arbeitsblätter aus und erwarten die ausgefüllten Papiere bis zu einer bestimmten Uhrzeit zurück.

Braun gibt für seine Schule zu: „Ziemlich antik, das alles.“ Er weiß, dass viele Schulen jetzt verstärkt auf digitale Kommunikation setzen und diese Medien teilweise sehr konsequent einsetzen. „Es gibt aber auch noch viele Familien, die haben keinen Drucker daheim, keinen Laptop. Was machen die?“ Genau darum setze er lieber auf Papier, und am Freitag vor einer Woche hätten die Kinder „einen ganzen Packen“ mit heim bekommen. Gefragt, wie die bisherigen Erfahrungen seien, meint er noch etwas vorsichtig: „So wie ich das bisher mitbekommen habe, läuft das ganz gut.“

Es gibt natürlich auch Kinder, bei denen die berufliche Situation der Eltern „Home-schooling“ nicht zulässt. Auf der Internet-Seite der Schule, www.marie-pettenbeck-schule.de, findet sich gleich auf der Startseite der Hinweis darauf, wer die Ausnahmeregelungen für die Notbetreuung in Wartenberg nutzen kannund was sonst zu beachten ist. Die Notbetreuung findet im Hort und im Haus für Kinder statt (Bericht folgt). In Letzterem wurde bislang ein Kind für einen Tag betreut, kommende Woche könnten maximal zwei hinzu kommen. Im Hort wurde bis jetzt noch kein Kind betreut.

Das Ganze betrifft auch die Schuleinschreibung, die in schriftlicher Form vorgenommen werden muss. „Die Vorschuleltern erhalten die entsprechenden Unterlagen innerhalb der nächsten Tage per Post“, heißt es da.

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