Für die Maskenausgabe hätte sich Sabine Griebel (l.) von der Rosen-Apotheke in Oberding mehr Vorlaufzeit gewünscht. Mittlerweile hat sich die Lage entspannt.
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Für die Maskenausgabe hätte sich Sabine Griebel (l.) von der Rosen-Apotheke in Oberding mehr Vorlaufzeit gewünscht. Mittlerweile hat sich die Lage entspannt.

Anfängliche Engpässe – Apotheker weitgehend zufrieden mit Aktion

Kostenlose FFP2-Masken: Die Ruhe nach dem (An-)Sturm auf die Apotheken

  • vonMayls Majurani
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Mehr Vorlaufzeit hätten sich die Apotheken im Landkreis Erding schon gewünscht. Doch mittlerweile hat sich die Ausgabe der kostenlosen FFP2-Masken eingespielt. Wir haben uns umgehört.

Oberding/Flughafen/Wartenberg – Seit dem 15. Dezember haben Bürger ab 60 Jahren oder mit Vorerkrankungen Anspruch auf vorerst drei kostenlose FFP2-Masken. Im neuen Jahr soll es dann weitere geben. Das hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am 9. Dezember angekündigt, bereits am 15. Dezember startete die Aktion. Bürger mit Anspruch auf die kostenlosen Masken, die auch den Träger selbst schützen, konnten sie in den Apotheken abholen – mit einem Personalausweis oder der Angabe der Vorerkrankungen. In den ersten Tagen gab es im Landkreis einen großen Andrang, mittlerweile hat sich die Lage wieder beruhigt.

„Das war ein bisschen kurzfristig organisiert“, findet Sabine Griebel, Inhaberin der Rosen-Apotheke in Oberding. „Man hätte uns ein bisschen mehr Vorlauf geben können. Es war sehr stressig, rechtzeitig Masken zu beschaffen“, erinnert sie sich. Trotzdem habe aber alles relativ gut geklappt. „Wir konnten pünktlich am ersten Tag die ersten Masken ausgeben“, erzählt sie. „Und da möchte ich meine Mitarbeiter loben. Ich war am ersten Tag nicht da, die haben das super organisiert.“

Engpässe gab es in Oberding an den ersten Tagen. „Wir haben täglich neue Masken bekommen, und die waren auch täglich alle weg“, erinnert sie sich. Die Kunden seien aber sehr geduldig und einsichtig gewesen. „Die kamen einfach am nächsten Tag, wenn der Vorrat aufgebraucht war.“ Ab dem dritten Tag habe der Vorrat dann auch endgültig gereicht. Schließlich hatten viele ihre Masken schon abgeholt.

Überhaupt keine Engpässe gab es in der Metropolitan Pharmacy am Flughafen. Geschäftsführer Walter Verfürth berichtet: „Wir hatten schon seit April FFP2-Masken da. Deshalb hatten wir da auch keine Lieferschwierigkeiten.“ Aktuell sei die Nachfrage zwar überschaubar, auch wegen dem geschlossenen Terminal 1 und den sehr wenigen Fluggästen am Airport. Zu Beginn der Aktion seien aber sehr viele Menschen gekommen, erzählt er. Eine genaue Zahl will Verfürth nicht nennen, es seien aber „weit über 1000“ Masken, die in der Flughafen-Apotheke kostenlos verteilt wurden. Die Mehrzahl der Kunden sei Generation Ü 60 gewesen, erzählt der 63-Jährige. „Etwa ein Fünftel aller Kunden war jünger und hatte aufgrund einer Vorerkrankung Anspruch.“

„Am Anfang gab es tatsächlich einen sehr großen Andrang“, berichtet auch Stephanie Weltrich-Streit, Inhaberin der Weltrich’schen Apotheke in Wartenberg. Drastisch abgebrochen sei die Nachfrage aber nicht: „Die Masken werden immer noch abgeholt, jetzt kommen die Menschen, die dem Andrang aus dem Weg gehen wollten.“ Weltrich-Streit findet die Aktion prinzipiell gut, sagt sie. „Nicht jeder hätte sich FFP2-Masken gekauft, die sind ja relativ teuer im Vergleich zu den ,normalen’ Einwegmasken.“

Einen anfänglichen Engpass gab es auch in der Nikolai-Apotheke in Wartenberg. In nur fünf Stunden waren die ersten 1500 Masken vergriffen. Mittlerweile ist der Andrang auch dort deutlich überschaubarer geworden.

Gibt es Schummler? Ein zentrales Register, in dem ersichtlich ist, wer schon Masken bekommen hat, existiert jedenfalls nicht. Theoretisch kann man in mehrere Apotheken gehen. „Das musste schnell und unbürokratisch funktionieren“, sagt Weltrich-Streit. Und der Großteil der Menschen sei vernünftig, glaubt sie. Auch die Oberdingerin Griebel sagt: „Ich glaube, in kleineren Gemeinden gibt es diesen Maskentourismus eher weniger, hier kennt man sich. Sowas passiert vielleicht in Erding.“

Den nächsten Schub an kostenlosen Masken wird es ab Januar geben. Dann bekommen die Berechtigten eine Bescheinigung von ihren Krankenkassen, mit dem sie die nächsten Masken abholen können.

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