Starke Führungsmannschaft: Unser Bild zeigt (hinten, v. l.) Silke Valbert, Thorsten Biermanski, Andrea Riedl, Thomas Reiter, Moritz Zink, Michaela Schulte, (vorne, v. l.) Lorenz Voithenleitner, Jürgen Hartmann und Marc Friedrich. Nicht auf dem Bild ist die entschuldigte Beate Stiglmayr.
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Starke Führungsmannschaft: Unser Bild zeigt (hinten, v. l.) Silke Valbert, Thorsten Biermanski, Andrea Riedl, Thomas Reiter, Moritz Zink, Michaela Schulte, (vorne, v. l.) Lorenz Voithenleitner, Jürgen Hartmann und Marc Friedrich. Nicht auf dem Bild ist die entschuldigte Beate Stiglmayr.

Jürgen Hartmann bleibt Vorsitzender – Tragisches Ende der Rettungsaktion am Thenner See

DLRG Wartenberg hat so viele Mitglieder wie nie zuvor

Die steigende Mitgliederzahl, kombiniert mit einer neuen Vorschrift in der Satzung, haben zu einem größeren Vorstand bei der DLRG in Wartenberg geführt. Eine Rettungsaktion ist derweil letztlich tragisch ausgegangen.

VON KLAUS KUHN

Wartenberg - Die vom Bezirksvorsitzenden Reinhard Kutscher, unterstützt von den Marktgemeinderäten Franz Ganslmaier und Markus Straßberger, geleiteten Neuwahlen brachten eine Zäsur: Gründungskassierer Harry Grigoleit gab sein Amt ab und wurde von seiner bisherigen Stellvertreterin Andrea Riedl beerbt.

Mehr als 50 Jahre hatte Grigoleit die Finanzen des Ortsverbands unter sich gehabt. Allerdings konnte er in der Jahreshauptversammlung nicht würdig verabschiedet werden, weil er im Urlaub war. Sonst gab es keine Überraschungen bei den Wahlen. Jürgen Hartmann wurde einstimmig in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt, genau wie seine Stellvertreter Lorenz Voithenleitner und Marc Friedrich. Technischer Leiter Einsatz ist Thomas Reiter, sein Stellvertreter Moritz Zink, der zugleich Jugendleiter ist und damit auch den beginnenden Generationswechsel markiert (wir berichteten).

Marc Friedrich ist Technischer Leiter Ausbildung, sein Stellvertreter heißt Torsten Biermanski. Neu ist Beate Stieglmayr als 2. Schatzmeisterin. Beide Kassierinnen sind Steuerfachangestellte. Michaela Schulte und Silke Valbert sind Revisorinnen.

Die Jahreshauptversammlung war bestens besucht, so gut, dass dem Bezirksvorsitzenden Kutscher das bei seinem Grußwort eine Bemerkung wert war. Es waren zwei Versammlungen in einer, für 2019 und 2020, weil die letzte nicht hatte stattfinden können. Zwei größere Einsätze hatte die DLRG 2019, darunter auch mit dem Einsatzstichwort „Vermisste Person“, der die Freiwilligen mächtig gefordert hatte. Glücklicherweise erwies sich das als Fehlalarm. Mehrmals war die DLRG im Einsatz zum Absichern von Veranstaltungen, unter anderem auf der Regattastrecke in Oberschleißheim. 14 Erste-Hilfe-Leistungen stehen 2019 zu Buche, 2020 schon 31, darunter eine Handgelenk-Fraktur nach Fahrradsturz. Technischer Leiter Reiter: „Da haben wir den Rettungsdienst gebraucht.“ Im Oktober starten wieder Sanitätskurse, und die sind alle voll, sodass im Februar ein weiterer angeboten werden soll.

Traurig endete der härteste Einsatz vor zwei Wochen am Thenner Weiher mit dem Einsatzstichwort „Person unter Wasser“: Die Wasserretter konnten den 22-Jährigen schnell finden, aus dem Wasser bringen und reanimieren, bevor dieser mit einem Rettungshubschrauber abtransportiert wurde (wir berichteten). Erst kurz vor der Versammlung ereilte die DLRG die Nachricht, dass die Person den Unfall doch nicht überlebt hat. „Wir haben super funktioniert“, kommentierte der Technische Leiter. Es habe von allen Seiten großes Lob gegeben. Dass es jetzt doch so ausgegangen sei, das sei natürlich tragisch.

2. Kassierin Andrea Riedl vermeldete für 2019 eine anonyme Spende von nicht weniger als 20 000 Euro. Beide Berichtsjahre schlossen positiv ab, Hartmann denkt über eine weitere Garage für Material nach. Die DLRG hat einiges für die Wasserrettung und die Erste-Hilfe-Leistung beschafft.

Der Vorsitzende konnte in seinem Bericht natürlich auch das „große Trara“ um die zwischenzeitlich gesperrte Badeinsel nicht auslassen. (wir berichteten). Eine „technische Hilfeleistung“ der besonderen Art hatten die Taucher: Ein Schwimmbagger war an einem Kiesweiher zu Wasser gelassen worden, obwohl im Unterwasser-Bereich des millionenschweren Geräts die Montage nicht abgeschlossen worden war. „Wir wurden offiziell angefordert für zwölf Schrauben.“ Daraus wurden drei Taucheinsätze und über 120 Schrauben. „Unsere Leute haben sich Urlaub genommen.“

171 Mitglieder hat der Ortsverband jetzt. „So viele haben wir noch nie gehabt.“ 70 neue Mitglieder in vier Jahren seien es gewesen. „Wir sind nicht mehr der kleinste Ortsverband im Bezirk Oberbayern“, stellte Hartmann fest. Und Reiter meinte: „So hoch waren wir noch nie.“ Das betraf den Ausbildungsstand. „Für die Ausbildung haben wir immer Geld.“

Der Ortsverband verfügt über etliche Bootsführer und kann drei Rettungssanitäter einsetzen. Und er hat nun eine neue Satzung, die vom Landesverband kommt und unter anderem die Technische Leitung aufsplittet in „Einsatz“ und „Ausbildung“.

Die Mitgliedsbeiträge wurden angehoben, nachdem sie 13 Jahre lang stabil gehalten worden waren. Weniger als die Hälfte dieser Gelder bleibt beim Ortsverband, der Rest geht an die übergeordneten Glieder. Das könne so nicht bleiben, meinte Hartmann. „Die eine anonyme Spende ist leider sehr sehr selten.“

Jugendliche zahlen nun 30, Erwachsene 50 und Familien 100 Euro. Die neuen Beiträge wurden einstimmig beschlossen, und zwar ohne Debatte, was Hartmann doch etwas verwunderte. Riedl kalkuliert für 2021 mit einem Überschuss von etwas über 1000 Euro. Auch der Etat ging einstimmig durch. 2025 soll eine 55-Jahr-Feier stattfinden.

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