Kritik an Bürgermeister Ranft

„Eigenmächtiges Handeln“

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Wartenberg – Schwerlaster donnern durch Pesenlern. Einige Anwohner machen den Bürgermeister dafür verantwortlich.

Die Pesenlerner kommen nicht zur Ruhe. Seit Jahren verfolgen sie mit Sorge die Debatte um den Hochwasserschutz. Dafür liegt nun ein konkreter Entwurf vor (siehe Bericht unten). Aktuell gibt es ein paar Bauwünsche, denen die Marktgemeinde nun mit einem Bebauungsplan und einer Veränderungssperre begegnen will. Das größte Ärgernis ist aber mittlerweile der Durchgangsverkehr. 18 Schwerlaster pro Stunde donnern nach Beobachtung von Anliegern durch den Ort, seit die Straße nach Reichenkirchen saniert worden ist. In diesem Zusammenhang werfen einige Pesenlerner dem Bürgermeister in einem gemeinsamen Schreiben „eigenmächtiges Handeln“ vor.

Nach der Darstellung in dem Brief habe Manfred Ranft (FWG) ohne Zustimmung des Gemeinderats das Schild der Tonnagebegrenzung auf 7,5 Tonnen am nördlichen Ortseingang abmontieren lassen. Auch am anderen Ortsende wurde das Schild entfernt. Ebenso die Verkehrsinsel – „wohl auch ohne verkehrsrechtliche Anordnung“, vermuten die Brief-Autoren.

Ende August hatte sich 3. Bürgermeister Christian Pröbst (CSU)in Pesenlern mit einigen Bürgern getroffen. „Die sind wirklich verzweifelt und lassen teilweise ihre Kinder nicht mehr auf die Straße“, berichtete Pröbst am Mittwoch seinen Kollegen im Marktgemeinderat.

Nun folgte aus dem Ort der Antrag auf Einführung von Rechts-vor-Links. Rechtlich sei das aber in einem Dorf wie Pesenlern nicht möglich, berichtete Ranft in der Sitzung. Folgerichtig könne er den Antrag auch nicht zur Abstimmung bringen. Michael Paulini (SPD) plädierte daher für Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt. Darüber wird der Marktrat in der kommenden Sitzung befinden.

Der Hintergrund ist die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Pesenlern und Felben bei Reichenkirchen. Dieses Projekt habe unter Federführung der Gemeinde Fraunberg gestanden, erläutert Ranft auf Nachfrage. Die Nachbarkommune habe signalisiert, dass die übergeordneten Behörden eine Tonnagebeschränkung auf einer frisch hergestellten Straße nicht akzeptieren. In der Folge könne der Zuschuss in Gefahr sein.

Fraunberg habe das Schild auf der eigenen Seite entfernt, berichtet Ranft. Daher habe auf der anderen Seite das Schild keinen Sinn gemacht, und er habe es abmontieren lassen. Aus Gründen der Verkehrssicherheit sei eine Tonnagebeschränkung rechtlich ohnehin nicht vorgesehen, ist Ranft überzeugt: „Aus meiner Sicht geht es nur um den Zustand der Straße.“

In der Sitzung prangerte Michael Gruber (SPD) den Rückbau der Verkehrsinsel zum wiederholten Mal als Fehlentscheidung an. Auf seine Bitte hin überprüft nun die Gemeindeverwaltung, ob eine Wiederherstellung zuschussschädlich ist. Einen teuren Wiederaufbau der Insel bezeichnete Eduard Ertl (NMW) wiederum als „total kontraproduktiv“.

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