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Diskussion im Freien: Mit drittem Bürgermeister Christian Pröbst (r.) wurden am Samstag die neuen Räume für den kommunalen Hort im Josefsheim besichtigt.

Hort im Josefsheim

„Eine idealere Lösung gibt es nicht“

Wartenberg - Die Ankündigung, dass zwei Hortgruppen des kommunalen Hauses für Kinder ab September im Josefsheim untergebracht sind, hatte Elternproteste ausgelöst. Ein Besuch vor Ort sollte Ängste abbauen.

Die Wogen schlugen hoch bei manchen Eltern: Dass jetzt der Hort für die Kinder der zweiten bis vierten Klasse ins Josefsheim verlegt worden ist, schmeckte einigen gar nicht. Der Markt Wartenberg setzte am vergangenen Samstag deswegen eine Besichtigung der neuen Räume an, die vom dritten Bürgermeister Christian Pröbst geleitet wurde. Schulleiter Michael Braun vom Josefsheim war genau so gekommen wie Jugendreferentin Isabell Haindl, Heike Klein, stellvertretende Leiterin des Hauses für Kinder, und Jutta Trimborn, die pädagogische Leitung im Josefsheim.

42 Kinder sind betroffen, und was sie im Josefsheim bekommen, kommentierte Jugendreferentin Haindl so: „Eine idealere Lösung gibt es nicht.“ In der Tat: Die Räume sind groß, und dazu können die Kinder eine Turnhalle, eine Bücherei, einen Bolz- und Basketballplatz, einen Werkraum sowie einen großen Pausenhof nutzen. Das Ganze bekommt der Markt Wartenberg für 10 000 Euro im Monat.

Und doch sind etliche Eltern „extrem erbost“. Sie fühlen sich überrumpelt und regen sich obendrein darüber auf, dass die Kinder laufen müssen: 750 Meter sind es, teilweise über reine Fußwege, und die Zusicherung der Verwaltung ist da, dass die Kinder begleitet werden. Es gibt zwei Abholzeiten, möglicherweise müssen es drei werden, je nach Stundenplan, der immer noch nicht feststeht, weil es zum Zeitpunkt der Besichtigung noch keinen Schulleiter gab.

Anke Schultz machte einen konstruktiven Vorschlag: Den Hort komplett umziehen, also auch für die ersten Klassen. Dann könnten die Kinder für diesen Abschnitt ihrer Schulzeit beisammen bleiben. „Diese Überlegung kommt erst gar nicht“, kritisierte sie. Pröbst konnte aber ein schlagendes Argument bringen: Diese Horträume habe die Gemeinde schon. Jetzt extra neue anmieten, um die bestehenden Räume leer stehen zu lassen, sei nicht darstellbar.

Dass die Eltern „überrumpelt“ worden seien, wollte niemand ernsthaft bestreiten. Wie berichtet wurde der Markt Wartenberg genau so überrumpelt von der Kündigung der Räume für den Hort in der Marie-Pettenbeck-Schule. „Hals über Kopf mussten wir aus dem Hort ausziehen“, hatte Bürgermeister Manfred Ranft bei der Verabschiedung von Alfred Geier formuliert. Innerhalb weniger Wochen mussten Verwaltung und Rat eine neue Lösung aus dem Hut zaubern, und genau diese hatte die Verwaltung den Eltern jetzt präsentiert.

Für einige war genau dieser Ablauf der Aufreger. Dass Haindl die Beschwerden über den Fußmarsch von der Schule in öffentlicher Sitzung auch noch als „Jammern auf hohem Niveau“ bezeichnet hatte, das hat in sozialen Netzwerken sogar einen kleinen so genannten Shitstorm ausgelöst. Der lässt die Markträtin aber einigermaßen kalt, wie sie gegenüber Medienvertretern zu verstehen gab.

Pröbst verstand es, die Diskussion deutlich zu versachlichen. Kinder kommen teilweise mit Rollern und Fahrrädern. Wie kommen diese Fahrzeuge jetzt in den Hort? Zur allgemeinen Überraschung kam bei der Besprechung im Schatten großer Bäume heraus, dass einige Eltern ihren Kindern zutrauten, allein zum Hort zu kommen, also ohne die von der Verwaltung bereit gestellte Begleitung, aber mit den Fahrzeugen. Diese Zeit solle dann von der Betreuungszeit abgezogen werden.

Umgekehrt forderten andere Eltern, dass zwei Begleitpersonen mitlaufen, denn das sei aufsichtstechnisch fast nicht anders zu machen. Der Widerspruch war erst mal nicht aufzulösen. Leichter geklärt werden konnte das Thema Kreismusikschule: Je nach dem, wie viele Kinder hier Unterricht haben, könnte der im Josefsheim stattfinden.

Klaus Kuhn

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