Los geht‘s in den Kindertagesstätten.
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Los geht‘s in den Kindertagesstätten.

Wartenberger Kinderhaus-Leiterin über den Start ins neue Jahr

Kita-Start in Wartenberg: „Eingespielt und entspannt“

  • Markus Schwarzkugler
    VonMarkus Schwarzkugler
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Wartenberg – Das neue Jahr in den Kindertagesstätten hat begonnen, im Wartenberger Pfarrkinderhaus schon vergangene Woche. Unsicherheiten, Aufregung oder dergleichen vor dem Hintergrund Corona? Fehlanzeige, wie unser Gespräch mit Leiterin Isabell Haindl ergibt.

Wartenberg - „Es ist alles entspannter und eingespielter geworden“, sagt die 45-Jährige. „Es gibt aktuell nicht groß neue Regeln. Wir sind so gestartet wie wir im August aufgehört haben.“ Soll heißen: eingeschränkter Regelbetrieb.

Rund 120 Kinder besuchen die Wartenberger Einrichtung, aufgeteilt in sechs Gruppen – zweimal Krippe, dreimal Kindergarten und einmal Waldkindergarten. Die Gruppen werden untereinander nicht gemischt, sodass im Falle eines positiven Corona-Tests nur eine in Quarantäne muss. Auch der Außenbereich des Kinderhauses ist geteilt.

Isabell Haindl (45) leitet das Wartenberger Pfarrkinderhaus.

Einen übergreifenden Kinderchor gibt es weiter nicht, die Mädchen und Buben üben das Singen innerhalb ihrer eigenen Gruppe. Das gilt etwa auch fürs Sommerfest oder Sankt Martin – auch in diesem Jahr soll der 11. November noch gruppenintern gefeiert werden, blickt Haindl voraus.

Eingespielt ist die Kinderhaus-Mannschaft längst auch beim Desinfizieren. Klinken werden zum Beispiel jeden Tag geputzt, das Spielzeug in den Gruppen einmal die Woche und die Gerätschaften, die von allen genutzt werden, etwa beim Turnen, nach jeder Nutzung.

Das Ganze hat auch unabhängig von Corona positive Folgen: Andere Erkrankungen sind zurückgegangen. „Wir hatten letzten Winter zum Beispiel keinen einzigen Norovirus“, stellt Haindl fest. Bei bislang übrigens genau einem positiven Covid-19-Fall. Ein Praktikant sei erkrankt gewesen, seine Gruppe entsprechend in Quarantäne geschickt worden.

Für eine gewisse Sicherheit sorgt freilich auch das kostenlos vom Freistaat ermöglichte Testangebot auf freiwilliger Basis. Eltern erhalten noch bis Ende des Jahres Berechtigungsscheine, mit denen sie je zehn Selbsttests pro Kind für fünf Wochen in der Apotheke abholen können. Getestet wird zuhause, erklärt Haindl, die sagt, dass die Nachfrage groß ist – nicht nur aktuell, sondern schon vor den Ferien, als die Familien von 90 der 120 Kinder die Scheine angefordert hätten.

Auch das Personal lässt sich seiner Leiterin zufolge zweimal die Woche fleißig testen – „die Geimpften machen mit“, sagt Haindl. Das Pfarrkinderhaus zählt aktuell 21 pädagogische Kräfte, also Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen und Praktikantinnen. Drei darunter sind nicht geimpft. Solange es keine gesetzliche Pflicht dazu gebe, „bin ich der Meinung, dass jeder auch selbst entscheiden soll“, sagt die Erzieherin. Die drei hätten auch gute Gründe, warum sie sich nicht impfen lassen, sagt Haindl.

Union und SPD haben sich kürzlich darauf geeinigt, dass Arbeitgeber Beschäftigte künftig nach ihrem Impfstatus fragen dürfen, und zwar in sensiblen Bereichen wie Schulen, Heimen und eben Kindertagesstätten. Eine gute Idee? Haindl sieht es zwiegespalten: „Ob’s sein muss, weiß ich nicht.“ In ihrer Einrichtung wäre das kein Problem, sagt sie. Denn dort werde ohnehin offen kommuniziert. „Es wäre dann schwierig, wenn jemand in die Ecke gestellt würde“, sagt die Markträtin der CSU. Es komme auf den jeweiligen Umgang am Arbeitsplatz an.

Haindl kann sich eine Impfpflicht wie bei den Masern künftig auch für Corona vorstellen – aktuell ist eine Impfung bekanntlich erst ab zwölf Jahren möglich. Bei den Masern sieht das Gesetz vor, dass alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen vorweisen müssen. „Wir haben schon eine gewisse Verantwortung gegenüber Kindern und deren Familien, weil die Kleinen nicht geimpft werden können“, sagt Haindl.

Auch wenn ein positiver Fall nie zu 100 Prozent ausgeschlossen werden kann, geht sie zuversichtlich ins neue Kindergartenjahr. Zumal ja auch die Kinder selbst längst an die Sicherheitsvorkehrungen gewöhnt seien. „Jedes Kind wäscht sich bei uns zuerst die Hände. Das wissen sie und finden das ja auch nicht schlimm“, sagt Haindl, die betont, dass auch die Eltern sehr kooperativ seien.

Nach wie vor gelte der Rahmenhygieneplan, der auch das Vorgehen bei Symptomen wie Husten und Schnupfen regelt. Um dann die Kita besuchen zu dürfen, brauche es einen Antigen-Schnelltest vom Testzentrum. Selber testen gehe dann nicht.

Aber auch das habe sich längst eingespielt. „Ich bin zuversichtlich. Aus der ersten Schockstarre haben wir uns schon befreit“, sagt Haindl mit Blick zurück. Ihre große Hoffnung ist, „dass es keine Komplettschließung mehr gibt. Das war eine große Belastung für die Familien. Viele waren sehr am Limit“.

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