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Mit seinem Einsatz für den Flughafenausbau eckte FDP-Landeschef Albert Duin (r.) in Wartenberg an.  

Auftritt in Flughafenregion

FDP-Landeschef fordert vierte Startbahn

Ob er sich damit  in Wartenberg Freunde gemacht hat? Albert Duin forderte beim FDP-Stammtisch nicht nur eine dritte, sondern sogar eine vierte Startbahn für den Flughafen München. Außerdem erklärte er die Jamaika-Gespräche bereits für gescheitert, die Grünen  nannte er Moralapostel und  das Volksbegehren zum Flächenfraß reine Ideologie.

Wartenberg – Die bayerische FDP setzt sich für eine vierte Startbahn am Münchener Flughafen ein. Das vertrat Landeschef Albert Duin bei einem Frühschoppen mit seinen Parteifreunden in Wartenberg. „Ich würde der Stadt München die Anteile entziehen“, verlangte er. Dann könne die dritte Startbahn endlich realisiert werden. Es könne nicht angehen, dass die Stadt München als Anteilseigner den Interessen des Unternehmens zuwiderhandle.

Dass die Zahl der Flugbewegungen der Region nichts bringe, weil es zumeist Umsteiger sind, ließ Duin nicht gelten. Ein Drehkreuz sei einfach notwendig. Bei einer Verlagerung von Verbindungen nach Nürnberg bezweifelte er, dass das funktionieren könne.

„Das ist unsere Heimat, das kann man doch nicht machen“, kritisierte Lee Voithenleitner. Doch auch das prallte an Duin ab. „Jedes Flugzeug bringt 100 Arbeitsplätze. Am Flughafen wird gut verdient.“ Dass viele trotzdem die Mieten der Region nicht mehr bezahlen können, war kein Thema für ihn. Er forderte ebenso den Ausbau der Infrastruktur wie auch sozialen Wohnungsbau. „Wir müssen bauen auf Teufel komm raus“, erklärte der FDP-Landesvorsitzende. Das laufende Volksbegehren gegen den Flächenfraß verwies er in den Bereich der Ideologie, und dann dämmerte es ihm wohl auch: „Ich komme mir vor wie ein Lobbyist für den Flughafen.“

Gleichwohl empfahl Duin, zur Entwicklung des Luftverkehrs ausgerechnet FMG-Chef Michael Kerkloh als Gesprächspartner einzuladen. „Der kennt sich aus.“ Und dann wiederholte er noch einmal: „Ich bin für den Bau einer vierten!“

Wartenberger Themen waren in der Runde, bei der Ortsvorsitzende Gabriele Blechinger immerhin rund 20 Gäste begrüßen konnte, weniger gefragt. Der Landesvorsitzenden lenkte den Blick auf Berlin. „Ich glaube, das wird nichts“, sagte Duin dann auch zu den Sondierungsgesprächen für die Bildung einer schwarz-gelb-grünen Bundesregierung. Für die Liberalen gelte es, „unbeschadet da raus zu kommen“. Die Schuldigen fand er bei den Grünen. „Diese Moral-Apostel! Ich kann sie nicht mehr ertragen“, rief Albert Duin aus. Dann würde er es doch lieber mit der SPD versuchen.

Direkt an die beiden anwesenden Genossen, Michael Gruber und August Groh, gewandt sprach er den Sozialdemokraten immerhin eine gewisse Berechenbarkeit zu.

Dass die FDP sich im Marktgemeinderat mit Erfolg für Ladesäulen für Elektroautos eingesetzt hat, führte zum Thema „Elektromobilität“. Mit dem von ihm geführten mittelständischen Unternehmen sei er in diesem Bereich tätig, sagte Duin. Er machte aber auch eine Gegenrechnung auf: „Irgendwo muss der Strom ja herkommen.“ Darum sei er auch gegen den Ausstieg aus der Kohle. Prompt bekam er den Klimawandel um die Ohren gehauen, wehrte sich aber mit dem Hinweis: „Deutschland ist ein Fliegenschiss auf der Weltkarte.“ Ein Beitrag der Bundesrepublik werde letztlich nichts bringen. 

Klaus Kuhn

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