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Von Überflutungen verschont bleibt Pesenlern nach dem Konzept von RMD Consult auch bei einem hundertjährlichen Hochwasser. Die roten Linien zeigen geplante Geländeerhöhungen, die als kleine Staudämme wirken sollen. Die blauen Flächen stellen die dann noch überfluteten Bereiche dar. Die roten Kreise zeigen Graben-Durchlässe, die vergrößert werden müssen. Eine zweite Variante des Planungsbüros sieht zusätzlich einen neuen Graben südlich von Pesenlern vor.

Konzept für Pesenlern

Feldwege als Hochwasserbarrieren

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Wartenberg – Geräumte Gräben, ein paar größere Durchlässe unter Straßen plus Barrieren in Form von leicht erhöhten Feldwegen – so soll Pesenlern in Zukunft vor Überflutungen geschützt werden. Bei starkem Niederschlag strömt dort immer wieder das Wasser in den Ort und in die Keller der Häuser.

Vor allem das Hochwasser im Juni 2013 hatte Pesenlern hart getroffen. Diese Maßnahmen sind Bestandteil eines Hochwasserschutzkonzepts, das am Mittwoch dem Marktgemeinderat Wartenberg vorgestellt wurde.

Bürgermeister Manfred Ranft (FWG) zeigte sich sehr zufrieden. „Die Berechnungen haben alle Beobachtungen bestätigt, die in Pesenlern gemacht wurden“, sagte er. Das Beste sei, dass die Ausgaben für den Hochwasserschutz moderat bleiben, meinte der Bürgermeister.

Denn bisher war auch von einer Flutmulde nahe Pesenlern die Rede gewesen. „Das wäre eine große Maßnahme, auch wegen der Eigentumsverhältnisse“, sagte Ranft. Außerdem gebe es „im Westen von Pesenlern keine Bereitschaft, Überflutungen zu akzeptieren“.

Ein zentrales Element des Konzepts sind laut Christelle Schuhler vom Ingenieurbüro RMD Consult „kleinere Wegerhöhungen, die verhindern, dass Hochwasser unkontrolliert abfließt“. Dabei gehe es jeweils um 30 bis 40 Zentimeter. Eine solche Barriere soll unter anderem rund um das Wohngebiet Wartenberg West angelegt werden und weiter Richtung Norden verlaufen. Weitere Sperren sind südlich und östlich von Pesenlern sowie im Südwesten von Wartenberg an der Pesenlerner Straße vorgesehen.

Mit diesen Maßnahmen könne Pesenlern vor einem 100-jährlichen Hochwasser mit einer Niederschlagsdauer von 24 Stunden geschützt werden, erklärte Schuhler. Anhand eines Geländemodells wurde die Menge an Oberflächenwasser berechnet, die bei diesem statistischen Fall auftritt.

Geringe Belastung für die Strogen

„Für die Strogen sind diese Mengen nicht relevant“, zitierte Ranft eine Bewertung des Wasserwirtschaftsamtes. Nach der Berechnung fließen zum Beispiel südlich des Wartenberger Volksfestplatzes 2,5 Kubikmeter pro Sekunde in den Bach. Bei einem sonstigen Durchfluss von 50 Kubikmeter sei das geradezu zu vernachlässigen, erklärte der Rathauschef.

Franz Gerstner (CSU) bezweifelte das. „Beim Hochwasser 2013 ist die Strogen an drei Brücken angestanden“, sagte er. Da könne der Fluss keine weiteren Zuflüsse vertragen. Bei diesem Hochwasser seien zwei Belastungen zusammengekommen: die angeschwollene Strogen und das Oberflächenwasser durch die anhaltenden Regenfälle. „Dass sich diese Ereignisse überlagern, ist sehr unwahrscheinlich“, sagte die Planerin über die Gefahr einer Wiederholung.

Georg Furtner (NMW) forderte, das Konzept den Pesenlernern in einer Ortsversammlung vorzustellen. Er habe schon mit einem Landwirt gesprochen, antwortete Ranft. Grundsätzlich sei es „ein großes Problem, dass derjenige, dem im Süden die Kartoffeln absaufen, nicht der gleiche ist, dem der Keller vollläuft“, sagte er. Diese Andeutung, dass Bauern eventuell ihren Beitrag zum Hochwasserschutz nicht leisten wollten, brachte Eduard Ertl (NMW) auf die Palme: „Da fehlt jede Verhältnismäßigkeit. Es geht um die Existenzen der Menschen im Ort.“

RMD hat auch ein zweites Konzept erarbeitet. Es sieht zusätzlich einen neuen Graben vor, der südlich von Pesenlern an den Klinggraben anschließt und nach Norden führt. Dadurch gebe es östlich des Kaisergrabens eine geringere Betroffenheit, erläuterte Schuhler. Bis jetzt seien Hochwasserlinien, aber kein fertiges Konzept mit Baumaßnahmen ausgearbeitet worden, sagte die Planerin. „Das wäre der nächste Schritt.“

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