+

Festtage zum 150-jährigen Jubiläum

Die Feuerwehr wird zur Feierwehr

Wartenberg hat allen Grund zum Feiern: Kommende Woche steigt das Volksfest, dieses Wochenende steht aber erst mal ganz im Zeichen der Feuerwehr. Drei Tage lang zelebriert sie ihren 150. Geburtstag. Groß ist die Vorfreude nicht zuletzt bei Vorsitzendem Konrad Gruber.

Wartenberg – Es war im Jahr 1868, als 32 Wartenberger Bürger einer Urkunde zufolge den Grundstein für die Feuerwehr legten. 150 Jahre später wird auf dem Festplatz großes Jubiläum gefeiert. Die letzten 38 Jahre der Vereinsgeschichte hat der Auerbacher Konrad Gruber hautnah miterlebt. Der 53-jährige Vorsitzende freut sich schon auf die dreitägigen Feierlichkeiten von Freitag, 8., bis Sonntag, 10. Juni, wie er im Gespräch mit der Heimatzeitung verrät.

-150 Jahre Feuerwehr Wartenberg: Da ist man als Mitglied schon ein wenig stolz. Oder, Herr Gruber?

Konrad Gruber: Ja schon. Da darf man auch stolz sein, oder?

-Auf jeden Fall. Vor allem, wenn man wie Sie schon so lange dabei ist. Zumal Sie ja auch stark eingebunden sind als Vorsitzender und 2. Kommandant.

Gruber: Das stimmt. Ich bin jetzt seit 38 Jahren dabei. Mit 15 habe ich als Fähnrich angefangen. Das war ich 19 Jahre lang. Seit 2001 bin ich jetzt Vorsitzender und seit 2012 zweiter Kommandant.

-Wie weit sind denn schon die Vorbereitungen fürs Wochenende?

Gruber: Die sind schon ziemlich abgeschlossen. Jetzt fehlt nur noch das Festzelt, das kommende Woche auch für das Volksfest genutzt wird. Am heutigen Mittwoch beginnen wir mit dem Aufbau. Wir werden um die 18 Leute sein, die zusammenhelfen – alles Feuerwehrler. Wir dürfen das Zelt kostenlos nutzen.

-Und wenn dann alles steht, kann’s übermorgen losgehen. Was ist denn alles geplant?

Gruber: Am Freitag sind wir um 19 Uhr von der Gemeinde zu einem Festabend im Reiter-Saal eingeladen – alle aktiven und passiven Mitglieder. Für Musik und Unterhaltung sorgt die Familie Ernst aus Schwindkirchen. Am Samstag ab 20 Uhr tritt dann Roland Hefter mit seiner Band Isarrider im Festzelt auf. Der Sonntag beginnt um 8 Uhr mit einem Weißwurstfrühstück und dem Empfang der Vereine. In der Pfarrkirche findet dann ab 10 Uhr ein Gottesdienst statt. Danach ist Festausklang mit Mittagessen im Zelt. Wir laden die Bevölkerung dazu herzlich ein sowie natürlich unsere passiven und fördernden Mitglieder.

-Sie sind schon so lange Feuerwehrmann. Haben Sie sich eigentlich mal aufgeschrieben, bei wie vielen Einsätzen Sie dabei waren?

Gruber: Nein, das habe ich nicht gemacht.

-Aber können Sie das grob schätzen?

Gruber: Puh, das ist schwer zu sagen. Ich bin ungefähr bei der Hälfte aller Einsätze dabei. Im vergangenen Jahr hatten wir 200, demzufolge war ich so bei 100 selber dabei. Insgesamt waren es also schon ein paar Tausend (lacht).

-Welche Einsätze sind Ihnen vor allem im Gedächtnis geblieben?

Gruber: Leider die schlimmen Sachen, also Unfälle. Wenn beispielsweise die Kinder tot sind und die Eltern dann zur Einsatzstelle kommen. Zum Glück habe ich das schon länger nicht mehr erlebt. Es ist im Laufe der Zeit Vieles sicherer geworden, auch die Autos. Die häufigsten Einsätze, die wir haben, sind die First Responder.

-Können Sie sich noch an einen kuriosen Fall erinnern?

Gruber: Vor ein paar Jahren hatten wir mal eine Tierrettung in Wartenberg. Eine Katze war in einer Lüftung stecken geblieben. Der Schacht führte von der Toilette bis zum Dachboden, nicht wie üblich zum Haus raus. Auf dem Dachboden muss sie in den Schacht geraten sein. Sie kam bis zum Ausgang in der Toilette, steckte ihren Kopf beim Lüfter raus, passte aber nicht durch. Wir haben versucht, sie mit Seifenwasser herauszubekommen. Mit Unterstützung vom Tierarzt, der die Katze narkotisierte, damit ihre Muskeln erschlaffen, haben wir es letztlich geschafft.

-Wie groß ist Ihre Mannschaft?

Gruber: Unser Verein hat rund 200 Mitglieder, darunter 80 Aktive. Wir haben 25 Jugendliche.

-Und dieser ganze Haufen feiert am Wochenende drei Tage lang. Können Sie dann schon schnelle Hilfe garantieren, wenn’s brennt oder kracht?

Gruber: Wir fahren die normale Einsatzbereitschaft vom Wochenende runter auf die Tagesalarmbereitschaft von unter der Woche. Statt dem kompletten Zug mit 18 Einsatzkräften stehen dann elf Leute mit Drehleitermaschine, Führungsfahrzeug und Löschfahrzeug bereit.

-Und die sind dann auch fit, wenn’s ernst werden sollte?

Gruber: Da gibt’s nix, die müssen trocken bleiben (lacht).Und ich verspreche: Das werden sie auch.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Marodes Loch in Untergrund: Anlieger müssen vier Millionen Euro aus eigener Tasche zahlen
Eigentlich freute man sich auf die gute Nachricht, dass die geförderte Dorferneuerung starten kann, stattdessen wartet unter dem Boden das teure Grauen.
Marodes Loch in Untergrund: Anlieger müssen vier Millionen Euro aus eigener Tasche zahlen
Ohne Telekom: Der Dorfener Weg ins Turbo-Internet
Alle weißen Flecken im Gemeindegebiet Dorfen sollen durch die Breitbandoffensive von Bund und Freistaat erschlossen werden. Damit soll jedem Anwesen ein schneller …
Ohne Telekom: Der Dorfener Weg ins Turbo-Internet
Wildschweinjagd im Maisfeld
Hohenpolding - Neun Wildschweine haben Jäger in Hohenpolding in spontanen Aktion erlegt. Die Waidmänner sehen dies auch als Baustein zur Abwehr der Afrikanischen …
Wildschweinjagd im Maisfeld
Boardinghaus neben Baumarkt
Ein Boardinghaus für insgesamt rund 400 Gäste will die Dorfener Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DGE) direkt an der A 94 im Gewerbepark Dorfen Südwest gegenüber dem …
Boardinghaus neben Baumarkt

Kommentare