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Jahreshauptversammlung 

„Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau zu sein, ist Charaktersache“

Wartenberg – „So lange es noch Leute gibt, die freiwillig bereit sind, für andere da zu sein, ist es um diese Welt nicht allzu schlimm bestellt“ – mit diesem Zitat von Altbundespräsident Theodor Heuss eröffnete Kommandant Eugen Kroneberger die Dienst- und Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Wartenberg. 2015 sei ein ereignisreiches Jahr gewesen, „mit Rettungen von Hab und Gut, mit der Aufgabe, die Scherben der anderen zu beseitigen oder Betroffenen einfach nur Trost auszusprechen“, sagte Kroneberger am Freitagabend im Café Härtl. Die 60 Aktiven seien im vergangenen Jahr 227 Mal alarmiert worden. Die Einsatzstunden summieren sich auf 1218.

„Da Sicherheit keine Hexerei ist, wurden 1173 Übungs- und Ausbildungsstunden absolviert“, so der Feuerwehrchef. Von seinen Aktiven forderte der Kommandant weiter Leidenschaft: „Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau zu sein, ist Charaktersache.“

Erstversorgung auf hohem Niveau leistet das First-Responder-Team – und das schon seit 16 Jahren. „Wir haben im Bereich Wartenberg sieben Minuten Vorsprung auf den Rettungsdienst“, berichtete Einsatzleiter Martin Stöckl. Der neue Rettungswagen der Johanniter in Langenpreising bringe allerdings Entlastung. Die Alarmzahlen seien fast um die Hälfte gesunken. „Damit werden wir künftig im Monat auf acht bis zehn Einsätze kommen“, sagte Stöckl.

„Unsere Jugend ist die Zukunft“, sagte Kroneberger. Jugendwartin Steffi Gruber berichtete von derzeit 13 Mitgliedern der Nachwuchstruppe – fünf Mädchen und acht Buben. 27 Übungen wurden durchgeführt und insgesamt 1727 Stunden geleistet.

Bürgermeister Manfred Ranft zeigte sich froh, dass die Marktgemeinde von Großereignissen verschont geblieben sei und lobte den gigantischen Aufwand, den die Feuerwehr leiste. „Bei der Bedarfsplanermittlung wurde festgestellt, dass wir gut ausgerüstet sind“, erklärte Ranft.

Als Ersatz für das ausgediente TLF soll ein Kleinlöschfahrzeug, tauglich für Chemie und Kunststoffeinsätze vor allem im Gewerbegebiet, angeschafft werden, informierte der Gemeindechef. Bereits groß ist die Vorfreude auf die neue 32-Meter-Drehleiter. Eine Abordnung aus Wartenberg holt das Gefährt am 17. Mai direkt im Werk ab.

Einziges Problem sei die Tageseinsatzstärke. Das sei aber in vielen Gemeinden so, meinte der Bürgermeister. Deshalb wolle er mit heimischen Firmen sprechen, um Beschäftigte, die der Feuerwehr angehören, im Einsatzfall freizustellen.

Kreisbrandmeister Franz Ganslmaier brachte Neuigkeiten von der oberbayerischen Dienstbesprechung mit. Mit einer Novellierung des Feuerwehrgesetzes solle das Alter im aktiven Dienst auf 65 oder sogar 67 Jahre erhöht werden. Es werde auch beabsichtigt, Kinderfeuerwehren zu gründen, um Kinder ab sechs Jahren frühzeitig zu binden. Auch Frauen sollen eine verstärkte Rolle bei der Feuerwehr spielen. Dazu finde unter dem Namen „Take Off“ am 15. April in Langenpreising eine Auftaktversammlung mit Ministerin Ulrike Scharf statt. Außerdem sollen Menschen mit Migrationshintergrund integriert werden. „Die Feuerwehr soll international werden“, erklärte Ganslmaier. Schließlich regte er an, über den Verzicht auf Schnapsbars bei Vereinsfesten nachzudenken. „Immer wieder passieren wegen überhöhtem Alkoholkonsum schreckliche Unfälle, zu denen wir dann gerufen werden“, sagte der Kreisbrandmeister. Es seien auch schon Jugendliche erfroren. „Das müssen wir nicht fördern“, meinte Ganselmaier.

Die 38 Mitglieder der Oldtimerabteilung hätten 50 Arbeitsstunden geleistet, berichtete Abteilungsleiter Georg Voglmayr. Alle Fahrzeuge seien nun fahrbereit. Gut lachen hatte Kassier Rainer Bruchmann. Dank der drei großen Feuerwehraktivitäten – Fischgrillen, Marktplatzfest und Oktoberfest – sei ein sattes Plus zu verbuchen gewesen.

Laut Vorsitzendem Konrad Gruber hat der Feuerwehrverein aktuell 198 Mitglieder. Gesellschaftliche Höhepunkte seien der Faschingsball, der Florianstag, der Volksfestauszug, das Rehragoutessen am Kirta-Montag und die Nikolausfeier gewesen. Auch den neuen Fitnessraum im Gerätehaus, wo die Mannschaft nun trainiere, erwähnte der Vorsitzende. „Dafür haben wir einiges Geld ausgegeben und verschiedene Übungsgeräte angeschafft.“ Auf Hochtouren laufen laut Gruber bereits die Vorbereitungen für die 150-Jahr-Feier der Wartenberger Feuerwehr am 8. bis 10. Juni 2018 in der Strogenhalle. Geplant sind ein geselliger Festabend, ein Kabarettabend und ein Festgottesdienst mit Festausklang.  

tom

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