Flüchtlingshilfe Wartenberg 

Ärger über Ranft: Carla Marx schreibt Räten

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Wartenberg – Carla Marx ist sauer. Ihrem Ärger über Bürgermeister Manfred Ranft macht die Vorsitzende der Flüchtlingshilfe Wartenberg in einem zweiseitigen Schreiben Luft.

Die Mitglieder des Marktgemeinderates dürften den Brief heute im Postkasten haben. Der Anlass ist die Debatte über die Anmietung eines Raums für die Asylbetreuung – und vor allem Ranfts Art, wie er gegen den Raum neben der früheren Bäckerei Mautner am Marktplatz argumentierte. Der Rat folgte seinem Vorschlag, dem Helferkreis stattdessen eine Ecke im Bürgerhaus anzubieten.

Währenddessen saß Marx im Publikum und traute ihren Ohren nicht. Ranft erklärte, er habe ihr in einem Telefonat zwei Tage vor der Sitzung über ein Nutzungskonzept „nichts aus der Nase kitzeln“ können. Momentan stehe nur eine Büronutzung von drei bis vier Stunden im Raum, berichtete der Bürgermeister. Das rechtfertige nicht die monatliche Miete von 400 Euro, die die Gemeinde ansonsten gerne übernommen hätte.

So weit widerspricht Marx nicht. Aber erstens ist es ihr wichtig festzustellen, dass die Initiative nicht vom Helferkreis ausgegangen sei. Zweitens findet sie, dass Ranft in der Sitzung über den von ihr in Aussicht gestellten Ausbau der Angebote zu schnell hinweggewischt habe. Mit den Worten „eventuell Nachhilfe, so eine Frauensache“ habe er das Telefonat nur oberflächlich wiedergegeben.

Den Vorwurf, die Flüchtlingshilfe habe kein Konzept eingereicht, will die 52-Jährige nicht auf sich sitzen lassen. „Das wurde nie von uns verlangt“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Ihr Angebot, bis einen Tag vor der Sitzung noch etwas nachzureichen, habe Ranft abgelehnt mit dem Hinweis „Ich habe mitgeschrieben“. Sie könne ihre 25 Aktiven nicht überfordern, so Marx. Daher habe sie nur eine schrittweise Ausweitung des Angebots angekündigt – mit Nachhilfe, Frauenfrühstück, Vorlesestunden, Mal- und Basteltreffen.

Außerdem hätte sie in der Sitzung auch noch für Klarheit sorgen können, wenn ihr nur der Marktrat Rederecht erteilt hätte, meint Marx. Doch daran, so glaubt die Wartenbergerin, bestand kein Interesse. Georg Furtner (Neue Mitte) versuchte es noch mit einem Kompromissvorschlag, den Raum für den Helferkreis ein halbes Jahr lang anzumieten. Abgestimmt wurde darüber aber nicht.

„Ich habe erst nicht verstanden, wo der Sinneswandel herkommt“, meint Marx. Doch nach zwei vor Ärger durchwachten Nächten habe sie noch einmal Kontakt mit dem Hauseigentümer aufgenommen. Der habe ihr berichtet, dass er ebenfalls zwei Tage vor der Marktratssitzung bei Ranft vorstellig geworden sei. Der Vermieter habe dabei offenbar sechs Stunden Öffnungszeit pro Tag gefordert, damit sich Kunden des nebenan einziehenden Döner-Ladens dort hinsetzen könnten. „Hätte uns der Bürgermeister das mitgeteilt, wäre das ganze Projekt für uns nicht mehr in Frage gekommen.“ 

Timo Aichele

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