Flüchtlingshilfe Wartenberg

Frustrierende Bürokratie

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Wartenberg – Begleitung bei Behördengängen ist eine zeitraubende Aufgabe für die Ehrenamtlichen bei der Flüchtlingshilfe Wartenberg. Chefin Carla Marx ist frustriert über bürokratische Hürden.

Wartenberg – Gut 100 Asylbewerber betreut die Flüchtlingshilfe Wartenberg derzeit. Weitere rund zehn Menschen kommen bald dazu. Es gebe eine vom Landratsamt angemietete Wohnung, die bereit zur Belegung sei, berichtet Vorsitzende Carla Marx auf Nachfrage.

Die Aufgaben der Ehrenamtlichen sind weiterhin vielfältig. Hausaufgabenhilfen und die Teestube am Freitag sind Fixpunkte der Agenda. Entscheidend ist aber vor allem, dass die rund 45 Aktiven als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Es gibt so vieles zu regeln als Flüchtling im bürokratischen Deutschland.

„Das Wichtigste ist momentan die Begleitung zu Ämtern“, erzählt Marx. Allerdings mache sie zunehmend Erfahrungen à la Buchbinder Wanninger. Sie werde in ein und derselben Angelegenheit von einer Stelle zur anderen geschickt und wieder zurück. „Wir laufen im Moment gegen alle Wände, die es im deutschen Staat so gibt.“

Für all diese Vorgänge „sind wir gerade dabei, Laufzettel zu erstellen“, berichtet die Vereinsvorsitzende – also Check-Listen, nach denen Flüchtlinge und ihre Helfer vorgehen können. Sie verstehe eigentlich nicht, warum das Landratsamt so etwas nicht schon längst erstellt habe, meint Marx im Gespräch mit unserer Zeitung.

Eine neue Herausforderung hat sich für den Helferkreis erst am Montag ergeben. Da erfuhren die Wartenberger nämlich, dass die Volkshochschule ab dem heutigen Mittwoch einen Deutschkurs für Flüchtlinge in der Marktgemeinde anbieten wird. Diese eigentlich positive Nachricht bringt für Marx und ihre Mitstreiter aber ein Problem. Unter den bis zu 20 Teilnehmern des Kurses seien ein paar alleinerziehende Mütter. Für sie will der Helferkreis noch schnell eine Kinderbetreuung organisieren, damit der Lehrgang auch den gewünschten Erfolg hat.

„Ganz spannend“ findet Marx die Entwicklung auf dem Angermaier-Grundstück am Kreisverkehr. Die dort auf Langenpreisinger Flur womöglich enstehende Unterkunft für 100 Flüchtlinge sieht sie sehr kritisch. Marx hatte schon früher deutlich gemacht, dass die Wartenberger Ehrenamtlichen für die Betreuung dieser Menschen keine Kapazitäten haben. „Ob der Langenpreisinger Helferkreis das schafft, weiß ich nicht“, meint die Wartenbergerin. Sie verstehe ohnehin diese Ansiedlungspolitik nicht. Das Landratsamt müsse sich eher um anerkannte Flüchtlinge kümmern, als neue Asylbewerberheime zu genehmigen. Die Anerkannten wohnen als so genannte Fehlbeleger in den Unterkünften. Alleine in Wartenberg seien das aktuell rund 20 Personen – „Tendenz schnell steigend“.

Helfer gesucht:

Interessenten wenden sich an Carla Marx, Tel. (0172) 9 85 85 87.

Timo Aichele

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