Heimvolksschule Wartenberg 

Ganztagsintensivklasse muss im Herbst schließen

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Wartenberg – Ein besonderes schulisches Angebot im Landkreis Erding steht vor dem Aus: Ab Herbst wird es keine Ganztagsintensivklasse (GIK) mehr geben.

Aus für die Ganztagsintensivklasse (GIK): Es gibt zu wenige Anmeldungen. Dies sagte Landrat Martin Bayerstorfer am Freitag bei der Eröffnung der Inklusions-Beratungsstelle.

Die GIK ist an der privaten Heimvolksschule Wartenberg angesiedelt. Träger ist das Seraphische Liebeswerk Altötting. In der GIK werden Mittelschüler unterrichtet, die sich in ihrer bisherigen Bildungslaufbahn schwer getan haben, auffällig geworden sind und als nahezu nicht mehr regulär beschulbar gelten. In der GIK wurden sie personalintensiv besonders betreut und gefördert. Das Ziel: Die zumeist jungen Burschen sollten den Hauptschulabschluss schaffen. In den vergangenen Jahren war das Konzept sehr erfolgreich.

Gut zehn Schüler zählt die GIK derzeit. Nun sind alle Anmeldeverfahren abgeschlossen. „Es haben nur sechs Familien ihre Kinder dort angemeldet“, so Bayerstorfer zu unserer Zeitung. „Das Träger will nur mit zehn oder mehr Schülern weitermachen.“ Das heißt: Die GIK wird von der Bildungslandkarte verschwinden – möglicherweise auf lange Sicht.

Bayerstorfer ist überzeugt: „Das hätte nicht sein müssen.“ Wie berichtet, ist die GIK vor exakt zwei Jahren in die Schlagzeile geraten. Vorwürfe der Beleidigung, der körperlichen Misshandlung und der unerlaubten Medikamentenverabreichung durch Personal an Schüler standen im Raum. Ein Arbeitstherapeut musste gehen.

Regierung von Oberbayern und Staatsanwaltschaft ermittelten, der Fall befasste den Landtag. Anfang 2016 wurden die Verantwortlichen der GIK von allen Vorwürfen entlastet. Bayerstorfer ist indes überzeugt: „Der wahre Schaden wird erst jetzt sichtbar. Die Eltern haben wohl das Vertrauen verloren.“ Nun suche man nach einer Lösung vor allem für die aktuellen GIK-Schüler – vermutlich Regelbeschulung.

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