marktrat wartenberg

Gestörte „Harmonie des Ortsbilds“

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Der Marktrat Wartenberg beschließt einen Bebauungsplan an der Robert-Weise-Straße. Der Bürgermeister stemmt sich erfolglos gegen diese aufwändige Planung.

Wartenberg– Verändern zwei Mehrfamilienhäuser den Charakter der Wohnsiedlung auf dem Weiseberg?Bei dieser Frage geht ein tiefer Graben durch den Wartenberger Marktrat. Vor allem Bürgermeister Manfred Ranft (FWG) setzte sich dafür ein, die Gebäude an der Robert-Weise-Straße im Rahmen eines normalen Bauantrags zu behandeln. Da hatte er aber die Ratsmehrheit gegen sich. Mit 12:5 Stimmen beschloss das Gremium, einen Bebauungsplan aufzustellen, der lediglich das betroffene Grundstück umfasst.

„Der Bauwerber ist in Dialog mit der Gemeinde getreten“, lobte Ranft das Vorgehen. Bisher gebe es ja noch nicht einmal eine offizielle Voranfrage der Firma Decker. Kritische Punkte wie die Größe der Gebäude könnten auch ohne Bebauungsplan geregelt werden. Denn ein solcher koste Zeit und Geld – das wiederum der Bauherr zu zahlen hat.

3. Bürgermeister Christian Pröbst (CSU) widersprach: „Aus meiner Sicht kann nur ein Bebauungsplan Rechtssicherheit geben.“ Und auch Walter Gebhart (FWG) sprach sich dafür aus, „diese Fehlstelle zu untersuchen“. Schließlich habe der mit einer ersten Begutachtung beauftragte Architekt Franz Pezold durchaus „ein paar Punkte gefunden, die ihm Kopfzerbrechen bereiten“.

Tatsächlich sagte der Planer in der Sitzung, man müsse sich überlegen, „ob man zugunsten des Geschosswohnungsbaus etwas abweicht von der Harmonie des Ortsbilds“. Dagegen spreche die Lage am Ortsrand Richtung Moosburg für das Bauvorhaben. Außerdem seien auch nur verträgliche 60 Prozent des 2000 Quadratmeter großen Grundstücks versiegelt. Durch das stark abfallende Gelände werde die Firsthöhe auch maximal über der des östlichen Nachbarn sein.

Die Ratsmehrheit ließ sich nicht beschwichtigen. Der Marktrat sei durch Bauanträge oft genug in Zugzwang geraten, weil in dem jeweiligen Bereich kein Bebauungsplan vorliege, erklärte Michael Gruber (SPD) – „und dann fällen wir wieder schlechte Entscheidungen“. Daher müsse das Gebiet nun grundlegend angegangen werden, „sonst hecheln wir ständig hinterher“, meinte er.

Sein Vorschlag, zumindest einen Bereich mit vier großen Parzellen mit einem Bebauungsplan zu belegen, fiel 4:13 durch. „Das würde in den Bestand eingreifen und wäre sehr viel langwieriger“, erläuterte Pezold. Gegen die kleine Lösung – den Bebauungsplan für das betroffene Grundstück – konnte Bürgermeister Ranft aber am Ende nichts ausrichten.

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